Studium Generale

Seit 1985 lädt die Hochschule Pforzheim Studierende, Professoren, Mitarbeiter und interessierte Gäste aus der Stadt und der Region zu einem anspruchsvollen STUDIUM GENERALE-Programm ein. Die Referenten sind renommierte Wissenschaftler, Unternehmer, Politiker, Künstler und Menschen, die Außergewöhnliches geleistet haben. Hunderte von interessierten Zuhörern nutzen immer wieder die Chance zur Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Themenfeldern, um ihren Horizont zu erweitern, Neues, Anregendes, manchmal auch Irritierendes zu erfahren und interessante Persönlichkeiten aus der Nähe zu erleben.
Sie alle sind herzlich eingeladen zum STUDIUM GENERALE an Ihrer Hochschule!

Wenn Sie regelmäßig Informationen zu unserem STUDIUM GENERALE-Programm bekommen möchten,  senden Sie bitte eine Mail an michael.karalus(at)hs-pforzheim(dot)de um den Newsletter zu erhalten. 

Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19 Uhr im Walter-Witzenmann-Hörsaal (Audimax) in der Tiefenbronner Straße 65.

Dr. Manuela Lenzen

Dr. Manuela Lenzen, Wissenschaftsjournalistin, Bielefeld

Künstliche Intelligenz – was sie kann & was uns erwartet

Künstliche Intelligenz (KI) steht für Maschinen, die können, was der Mensch kann: hören und sehen, sprechen, lernen, Probleme lösen. In manchem sind sie inzwischen nicht nur schneller, sondern auch besser als der Mensch. Intelligente Computersysteme stellen medizinische Diagnosen und geben Rechtsberatung. Sie managen den Aktienhandel und steuern bald unsere Autos. Sie malen, dichten, dolmetschen und komponieren. Doch neben die Utopie einer schönen neuen intelligenten Technikwelt sind längst Schreckbilder getreten: von künstlichen Intelligenzen, die uns auf Schritt und Tritt überwachen, die unsere Arbeitsplätze übernehmen und sich unserer Kontrolle entziehen.
Manuela Lenzen zeigt in ihrem Vortrag, welche Hoffnungen und Befürchtungen realistisch sind und welche in die Science Fiction gehören. Sie beschreibt, wie ein gutes Leben mit der Künstlichen Intelligenz aussehen könnte – und dass wir von klugen Maschinen eine Menge über uns selbst lernen können. 

Manuela Lenzen ist freie Wissenschaftsjournalistin, promovierte Philosophin und schreibt über Themen an den Grenzen von Naturwissenschaften und Philosophie. Kürzlich erschien die zweite Auflage ihres aktuellen Buchs zur Künstlichen Intelligenz, auf dem ihr Vortrag basiert (Beck-Verlag).

Prof. Dr. Bernhard Pörksen, © Peter-Andreas Hassiepen

Prof. Dr. Bernhard Pörksen, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Medienwissenschaft, Universität Tübingen

Die neue Macht der Lüge

Desinformation im digitalen Zeitalter – was wir wissen müssen und tun sollten

Was macht Nonsens und Lügen derart erfolgreich? Wo liegen die Ursachen der erlebbaren Fraglichkeit des Wissens und einer spürbaren Wahrheits- und Vertrauenskrise? Wie entstehen Meinungen in einer vernetzten, hochgradig nervösen Welt? Bernhard Pörksen, Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen, analysiert anschaulich und konkret die Erregungsmuster des digitalen Zeitalters und das große Geschäft mit der Desinformation. Er führt vor, wie sich unsere Idee von Wahrheit, die Dynamik von Enthüllungen, der Charakter von Debatten und die Vorstellung von Autorität und Macht unter den aktuellen Medienbedingungen verändern. Heute ist jeder zum Sender geworden, der Einfluss des etablierten Journalismus schwindet. In dieser Situation gehört der kluge Umgang mit Informationen zur Allgemeinbildung und sollte in der Schule gelehrt werden. Medienmündigkeit ist zur Existenzfrage der Demokratie geworden.

Bernhard Pörksen ist Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen. Er erforscht die Macht der öffentlichen Empörung und die Zukunft der Reputation und veröffentlicht – neben wissenschaftlichen Aufsätzen – Essays und Kommentare in vielen Zeitungen. Seine Bücher mit dem Philosophen Heinz von Foerster („Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners“) und dem Kommunikationspsychologen Friedemann Schulz von Thun („Kommunikation als Lebenskunst“) wurden Bestseller. Im Jahre 2008 wurde Bernhard Pörksen zum „Professor des Jahres“ gewählt. 2018 erschien sein aktuelles Buch, auf dem sein Vortrag basiert: „Die große Gereiztheit. Wege aus der kollektiven Erregung“ (Hanser-Verlag).

 

 

Nora Stampfl

Nora Stampfl, F/21 Büro für Zukunftsfragen, Berlin

Arbeit und Spiel - Die Ludifizierung der Arbeitswelt

Spiele sind weit mehr als bloße Spielerei. Denn für den Menschen als homo ludens ist Spiel Motor für Veränderung und Entwicklung, für Umwälzung und Innovation. Auch wenn das Spiel keinen über das Spiel selbst hinausgehenden Zweck verfolgt, so erzeugt es doch immer darüber hinausgehende Effekte: Spiele haben die Kraft zu motivieren und zu fesseln, sie erschaffen ein befriedigendes, effektives Arbeitsumfeld und bringen Menschen zusammen.

Frau Stampfl zeigt in ihrem Vortrag, wie sich die distinkten Bereiche Arbeit und Spiel annähern. Sind Spielprinzipien auf die Arbeitssphäre übertragbar und wie kann dies Organisationen zugutekommen? Wo liegen dabei die Grenzen der Instrumentalisierung des Spiels? Wie verändert sich Arbeit, wenn Spiel ins Spiel kommt?

Nora S. Stampfl ist Gründerin von f/21 Büro für Zukunftsfragen und verfügt über langjährige Berufserfahrung in der Unternehmensberatung. Als Organisations-beraterin und Publizistin ist sie dem gesellschaftlichen Wandel auf der Spur und verfasste Bücher und zahlreiche Artikel zu diversen Zukunftsthemen. Den Themen Arbeit und Spiel widmete sie sich in „Homo Laborans Digitalis“ (Die Graue Edition, 2018) bzw. „Die verspielte Gesellschaft“ (Heise, 2012).

Prof. Dr. Mario Schmidt

Prof. Dr. Mario Schmidt, Direktor des Instituts für Industrial Ecology an der Hochschule Pforzheim

Gehen uns die Rohstoffe aus?

Ressourceneffizienz und nachhaltige Industriegesellschaft

Eine Veranstaltung im Rahmen der Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg

Deutschland ist ein rohstoffarmes Land und vom Export abhängig. High-Tech-Produkte brauchen immer exotischere Stoffe wie Tantal, Indium, Dysprosium oder Neodym. China beherrscht inzwischen den Rohstoffmarkt und beutet seine Ressourcen ohne Rücksicht auf die Umwelt aus. Vor allem aber geht seit dem berühmten Bericht des Club of Rome die Angst um, der Menschheit könnten die Rohstoffe ausgehen. Die Hochpreisphase für Metalle von vor 10 Jahren heizte diese Diskussion an. Was ist dran an diesen Befürchtungen? Warum ist Recycling und „Circular Economy“ wichtig? 

Prof. Dr. Mario Schmidt leitet das Institut für Industrial Ecology (INEC) an der Hochschule Pforzheim, ist Mitglied im baden-württembergischen Nachhaltigkeitsbeirat und in zahlreichen nationalen und internationalen Fachgremien. Er forscht seit Jahren zum Thema Ressourceneffizienz. Er kennt die Situation in den Betrieben Baden-Württembergs genauso gut wie in den Bergwerken ferner Länder, und er berät die Politik auf Bundes- und Landesebene.