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Emissionsfreie Mobilität ab 2040 wird zu einem Einbruch der Verkaufszahlen von Verbrennungsfahrzeugen ab 2030 führen. Der Automobil-Industrie bleiben also kaum mehr als zehn Jahre, um die gesamte Modell-Palette auf emissionsfreie Fahrzeuge umzustellen. Für die Standorte der Automobil-Industrie (Cluster) bedeutet das Beschleunigung des Strukturwandels – im ungünstigen Fall: Niedergang. Vor diesem Hintergrund wird im Workshop die beschleunigte Umstellung im Bereich der Antriebstechnik vom Verbrenner zum Elektrofahrzeug diskutiert und dabei auf folgende Teilaspekte eingegangen:

Ø  Veränderungen am Weltmarkt: neue Wettbewerber; Verlagerungen im globalen Produktions- und Entwicklungsnetzwerk.

Ø  Wertschöpfung pro Fahrzeug: Abnahme (geringere Komplexität des Antriebsstrangs, geringere Fertigungstiefe etc.) und Kompensationsmöglichkeiten durch „Digitalisierung“ (Sensorik, always on-line)

Ø  Wie lösen die etablierten Unternehmen folgende Balance-Akte: 

  • Investition in e-Fahrzeuge – finanziert aus dem fortgesetzten Verkauf von (optimierten) Verbrennungsfahrzeugen
  • Verbleibende Unsicherheit hinsichtlich der Technologieentwicklung: e-Fahrzeuge vs. Brennstoffzellefahrzeuge, P2X
  • Auswirkungen auf das After-Sales-Geschäft (neuer Fokus in der Kundenbeziehung, Gefahr für das Geschäftsmodell der Händler)

 

Moderation: Prof. Dr. Rudi Kurz

Referenten:

Andrej Cacilo und Dr. Thomas Ernst, Fraunhofer IAO Stuttgart

Dr. Reha Tözün, BridginglT GmbH, Stuttgart

Der Workshop „Transformation im Ökosystem der Mobilität durch neue Antriebe und Geschäftsmodelle“ hat das Ziel, zunächst ein gemeinsames Verständnis für die Idee des Ökosystems zu schaffen. Kern des Ansatzes ist die Annahme, dass Mobilität einen grundlegenden Bedarf darstellt, der dauerhaft nachgefragt wurde und auch in Zukunft werden wird. Bei der Bereitstellung der Mobilität sind zahlreiche Akteure beteiligt. Neben Herstellern von Fahrzeugen und deren Zulieferern im Wertschöpfungsnetzwerk, sind bspw. Dienstleitungen für Transport oder auch zur Datenkonnektivität nötig. Darüber hinaus geben Gesetzgeber, Verwaltungen oder auch Standardisierungsgremien auf verschiedensten Ebenen die Rahmenbedingungen vor, innerhalb derer Fahrzeuge und der Komponenten hergestellt und Dienstleistungen in der Mobilität erbracht werden können. Neben dieser rollenorientierten auf das „Business Ökosystem“ ist es jedoch auch nötig das „Produktökosystem“ zu betrachten, um eine umfassende Sicht auf die Leistungserbringung in der Mobilität zu erreichen. Neben Fahrzeugen, wie Auto, Bus, Zug oder Flugzeug spielen Dienstleistungen eine zunehmend wichtigere Rolle. Dabei sind sowohl etablierte Leistungen, wie Taxifahrten oder auch die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs aber auch Leistungen der sog. „Sharing Economy“ wie Car- oder Ride-Sharing zu berücksichtigen. Bei einer Erweiterung der produktorientierten Sicht bis hin zur Infrastruktur über Tank- bzw. Ladestellen, Abrechnungsverfahren oder Verkehrswege ergibt sich eine umfassende Sicht auf Mobilität. Der zu erbringende Nutzen, dass Personen bzw. Waren mobil sein können, lässt sich so im Zusammenhang zwischen Leistung und Leistungserbringer verstehen. Diese Sicht erlaubt es, Veränderungen und Weiterentwicklungen im Ökosystem einzuordnen, zu verstehen und ggf. gezielt anzustoßen.

Die Teilnehmer des Workshops haben die Möglichkeit, im engen Austausch mit Fachleuten verschiedenster Disziplinen diese Sichten zu diskutieren und zu erweitern. So sollen die  Dimensionen bei der Beschreibung von Mobilität herausgearbeitet und die Sicht auf Akteure, Produkte und die jeweiligen Geschäftsmodelle möglichst umfassend zusammengetragen werden. Insbesondere die Abhängigkeiten untereinander sowie ein konsolidierte Sicht auf Wirkweisen aktueller und absehbarer Veränderungen im Ökosystem sollen helfen, die sich abzeichnende Transformation im Ökosystem besser verstehbar zu machen.

Moderation: Prof. Dr.-Ing. Henning Hinderer

Referenten:

Prof. Dr. Peter Weiß, Hochschule Pforzheim
Fabian Kehle, MHP - A Porsche Company

Der Transport von Gütern und Personen ist die Grundlage für unseren Wohlstand. Das derzeitige Mobilitätsparadigma basiert auf günstiger Energie aus fossilen Brennstoffen, hoher CO2-Belastung und individueller Mobilität. Dieses Paradigma steht vor wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Grenzen. Ziel dieses Workshops ist es, neue Wege zu analysieren und zu diskutieren, wie der Transport von Personen und Gütern in Zukunft nachhaltig gestaltet werden kann.

Zunächst soll die Substitution von individueller Mobilität mit privaten PKWs durch eine autonome Elektrofahrzeugflotte in Berlin simuliert werden. Der Ansatz zeigt, dass das System einer gemeinsamen autonomen EV-Flotte die Fahrzeit senken, CO2-Emissionen reduzieren, Parkplätze in städtischen Gebieten freisetzen und Kostenvorteile für Kunden generieren kann.

Zum anderen soll ein weltweit diskutiertes aber in Deutschland weitgehend unbekanntes, neues Logisitkkonzept vorgestellt werden: Physical Internet. Das Physical Internet stellt ein potenzielles Logistikkonzept dar, dessen Ziel es ist, eine effizientere und nachhaltigere Logistik als die derzeitige zu schaffen und den zukünftigen Anforderungen an ein Logistiksystem gerecht zu werden. Beim Physical Internet soll das Internet der Dinge (IoT) auf physische Transportbehälter übertragen werden und einen autonomen Transportfluss in einem weltweit vernetzten Logistiknetzwerk ermöglichen.

Beide Ansätze sind sehr innovativ und zeigen durch die Nutzung neuer Technologien und Smart Mobility Konzepte, wie neue Wege in eine mögliche nachhaltige Mobilität für den Individual- und Wirtschaftsverkehr geebnet werden können.

Moderation: Prof. Dr Guy Fournier
Referenten:

Patrick Frei, LUDO PACKT GmbH und Co. KG
Christian Pfeiffer, Hochschule Pforzheim

Der Begriff „Industrie 4.0“ ist allgegenwärtig, gemeint ist damit digitale Transformation der Wirtschaft durch neue computergestützte Technologien und Geschäftsmodelle. Entsprechende Veränderungen werden auch die Automobilindustrie betreffen. Produktion in der Automobilbranche war bisher schon durch einen hohen Automatisierungsgrad und große Flexibilität gekennzeichnet. Zukünftig werden weitere umfassende Veränderungen hinzukommen. Nach der Automatisierung manueller Tätigkeiten der vergangenen Jahrzehnte ermöglicht die Zunahme digitaler Daten und informationstechnischer Vernetzung nun auch die Automatisierung kognitiver Tätigkeiten in immer größeren technischen Systemen. Insgesamt führt dies zu „digitalen Ecosystemen“, die ganzheitlich neue Technologien mit neuen Geschäftsmodellen und Kundenbeziehung umspannen.

Eine solche Entwicklung birgt nicht nur Innovationspotenziale, sondern auch Veränderungen: Neben einer umfassenden Durchdringung aller Bereiche durch moderne Informations- und Kommunikationstechnik werden auch Berufsgruppen im Bereich der Produktion, der Wartung und der Logistik von vielfältigen Veränderungen betroffen sein. Entsprechend wichtig ist es frühzeitig diese Veränderungen zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten, um die gesellschaftlichen Auswirkungen vorteilhaft gestalten zu können.

Dieser Workshop betrachtet den Bogen von der Digitalisierung über die Automatisierung bis zur Innovation in der Produktion unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf die zukünftige Arbeitswelt.

Moderation: Prof. Dr.-Ing. Thomas Greiner

Referenten:

Prof. Dr. Hartmut Hirsch-Kreinsen, TU DortmundProf. Dr. Guido Sand, Hochschule Pforzheim

Neue Geschäftsmodelle, wie sie aktuell im Zuge von Digitalisierung, Shared Economy, Elektrifizierung oder auch autonomen Fahrkonzepten vielfältig entstehen, sind in der Lage eine „Disruption“ - also einen Bruch mit bisherigen Regeln – zu erzeugen und zu nutzen. Dass solche Veränderungen in der Lage sind, auch große und langjährig erfolgreiche Konzerne zu Fall zu bringen und ganze Branchen grundlegend zu verändern, hat die Geschichte von Kodak, Polaroid, Xerox & Nokia eindrücklich gezeigt. Die Automobilindustrie steht heute genau an dieser Schwelle. Und dabei sind es beim Wettbewerb mit Google, Uber, Tesla und Co. nicht nur die Technologien und Produkte, die letztlich über den Erfolg entscheiden, sondern ein klug und mutig steuerndes Management, engagierte Mitarbeiter und effiziente Organisations-Strukturen und -Prozesse. Deshalb braucht es ein Change-Management, das den digitalen Transformationsprozess aktiv, planvoll und zielgerichtet steuert - und nicht nur reaktiv auf das freie Spiel der Marktdynamiken reagiert. Und es braucht Führung, die auch die Herausforderungen einer neuen Arbeitswelt, die die eingeschwungenen Regeln und Grenzen von Führung und Zusammenarbeit überschreitet, antizipiert und professionell gestaltet. Diese Themen sind die zentralen Inhalte des Workshops „Management disruptiver Innovationsprozesse“, der durch Impuls-Referate von Prof. Dr. Günther Bergmann (Hochschule Pforzheim) und Michael Knuth (Robert Bosch GmbH) eingeleitet werden wird. Professor Bergmann wird sich dabei intensiv und auch kritisch mit dem Thema Arbeitswelt 4.0 auseinander setzen. Michael Knuth berichtet von den Strategien und Aktivitäten zur Gestaltung des aktuellen Transformationsprozesses bei Bosch. Die Unternehmen müssen sich nicht nur mit den technologischen und wirtschaftlichen Dimensionen der Digitalisierung beschäftigten, sondern ganz zentral auch das Thema Management im Kontext disruptiver Innovationsprozesse aktiv angehen und zwei zentrale Fragen beantworten: Wie gestalten wir Führung und Zusammenarbeit in der Arbeitswelt 4.0? Und vor allem: Wie kann der digitale Transformationsprozess – also Wandel 4.0 - im Kontext disruptiver Entwicklungen aktiv und professionell gesteuert werden?

Moderation: Prof. Dr. Fritz Gairing

Referenten:
Prof. Dr. Günther Bergmann, Hochschule Pforzheim
Michael Knuth, Robert Bosch GmbH

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