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Reflexivität und kulturbewusstes Leadership

Professorin Dr. Jasmin Mahadevan zu Gast an der Stockholm School of Economics

Auf Anfrage der Stockholm School of Economics (SSE) beteiligte sich Professorin Dr. Jasmin Mahadevan, die im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen lehrt und forscht, am Forschungsseminar „Acting in an uncertain world by creating scientific knowledge“.

Ihr Beitrag war ein Methoden-Modul zum Themenkomplex „Reflexivität“. Im Rahmen des Seminars führten Master-Studierende aus unterschiedlichen Ländern in interdisziplinären Teams ein Praxis-Forschungsprojekt bei Unternehmenspartnern durch.

Ziel des Projekts war es, Methoden der Managementforschung so einzusetzen, dass sie einen praktischen Beratungsnutzen für das jeweilige Unternehmen haben. Die Studierenden entwickelten und erprobten hierdurch ihre Fähigkeiten zur Durchführung einer relevanten Managementforschung.

Das von Professorin Mahadevan verantwortete Modul „Reflexivität“ befähigt die Studierenden, sich selbst und die von ihnen gewählten Methoden hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Forschungs- und Praxisergebnisse einzuschätzen. Insbesondere geht es darum, zu verstehen, wie Forschende die Ergebnisse ihrer Forschung notwendiger Weise beeinflussen und welche Chancen und Risiken sich aus dem jeweiligen Ansatz sowie für die durchführenden Personen ergeben. Die Studierenden müssen sich dabei zwischen verschiedenen Paradigma der Managementforschung (positivistisch, interpretativ, postmodern und kritisch) und verschiedenen Methoden (quantitativ oder qualitativ) entscheiden. Auf diese Weise erwerben sie die Fähigkeit zur multi-paradigmatischen Managementforschung, die Methoden bestmöglich kombiniert und somit eine erhöhte Relevanz hat.

Reflexivität ist insbesondere in interdisziplinären und diversen Lebens- und Arbeitswelten relevant, in denen es darum geht, sich selbst zu hinterfragen, um ein möglichst authentisches Bild seiner Gegenüber zu gewinnen und die Vorteile von Unterschiedlichkeit und Veränderung zu nutzen. Dies erfordert die ständige eigene ‚Neu-Justierung‘ und ‚Neu-Positionierung‘, sowohl theoretisch als auch praktisch.

Reflexivität ist eines der Kernforschungsthemen von Professorin Dr. Mahadevan, zu denen sie in internationalen peer-reviewed journals publiziert. Der Artikel „Reflexive guidelines for writing organizational culture“ (Mahadevan, J. (2011), Qualitative Research in Management and Organizations, 6 (2): 150-170) auf dem das Lehrmodul weitgehend basierte, wurde 2012 mit dem „highly commended award“ des Emerald Literati Netzwerkes ausgezeichnet, der die drei besten Zeitschriftenartikel eines Jahres würdigt.

Während Ihres Stockholm-Aufenthalts war Professorin Dr. Mahadevan außerdem als „visiting researcher“ am Center for Advanced Studies in Leadership zu Gast. Mit anderen Forscherinnen und Forschern will sie hier die Methoden der interkulturellen Managementforschung weiter entwickeln, insbesondere im Hinblick auf kulturbewusste Führung (Leadership).

Erst kürzlich hat Jasmin Mahadevan ein vielbeachtetes Lehrbuch herausgebracht, das  nicht nur zwei, sondern fünf Perspektiven und Ansätze des interkulturellen Managements vereint und so über bisherige Theorien und Methoden des Fachs weit hinausgeht. „Ich wünschte, ich hätte dieses Buch geschrieben […] Aber ich glaube nicht, dass ich es so gut hätte schreiben können, wie Jasmin Mahadevan“, fasst Professor Terence Jackson, Herausgeber des renommierten International Journal of Cross-Cultural Management, die Leistung zusammen.

Weitere Forschungsaufenthalte in Stockholm sind geplant, insbesondere zu den Fragen, wie die Methoden des interkulturellen Managements zur Bewältigung aktueller Fragen, wie beispielsweise der Migration oder der Flüchtlingskrise, beitragen können, und wie kulturbewusste und ethische Führung in diversen Organisationen aussehen kann.