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Pilotprojekt "Karrierewechsler" bietet Studienabbrechern Perspektive

Konzept der Hochschule fehlt allerdings die finanzielle Unterstützung externer Partner

Mit großem Interesse hat die Leitung der Hochschule Pforzheim Presseberichte verfolgt, wonach die Bundesagentur für Arbeit im kommenden Jahr ihre Berufsberatung an Schulen intensivieren wolle. Auch um Studienabbrecher, so der Bericht, wolle sich die Bundesagentur künftig verstärkt kümmern. Ein Vorhaben, das die Hochschule Pforzheim bereits seit über einem Jahr aktiv mit einem Pilotprojekt umsetzen will. Professor Dr. Ulrich Jautz, Rektor der Hochschule Pforzheim, begrüßt die Initiative der Bundesagentur für Arbeit. Die Vermittlung von Studienabbrechern in eine duale Ausbildung wolle die Hochschule Pforzheim im Pilotprojekt „Karrierewechsler“ schon seit langem fördern. Noch fehlt es an den finanziellen Mitteln für eine Beratungsstelle.

„Den Studierenden, die an der Hochschule Pforzheim ihr Studium nicht erfolgreich abschließen können und sich stattdessen mit alternativen Qualifizierungswegen beschäftigen müssen, wollen wir vor Ort an der Hochschule ein niederschwelliges, jederzeit verfügbares Beratungsangebot unterbreiten“, so Jautz. Jedoch fehle es an der nötigen finanziellen Unterstützung durch potenzielle Projektpartner.  „An einem runden Tisch mit WSP, IHK, Handwerkskammer, Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald, der Sparkasse Pforzheim Calw sowie der hiesigen Agentur für Arbeit fanden alle Teilnehmer die Idee unseres Pilotprojektes gut und unterstützenswert. Jedoch konnten sich die Teilnehmer bislang noch nicht dazu durchringen, eine finanzielle Beteiligung für das Projekt verbindlich zuzusagen“, bedauert Ulrich Jautz.

Es geht um 120.000 Euro

Um welche Summen geht es? „Wir haben für zwei Jahre 120.000 Euro veranschlagt. Darin enthalten sind die Personalkosten für eine Vollzeitstelle sowie sämtliche administrative Kosten. So haben wir das Projekt vor einem Jahr vorgestellt“, sagt Professor Dr. Markus-Oliver Schwaab, zuständiger Projektleiter der Hochschule. Eine Berater-Stelle für „Karrierewechsler“ könne zudem als direkter Ansprechpartner für Unternehmen in der Region dienen, um so deren spezifische Fachkräftenachfrage mit abzudecken. Möglich sei ein Start auch mit einer Teilzeitstelle, aber auch dafür benötige man zusätzliche finanzielle Unterstützung, so Schwaab. „Deshalb laden wir Unternehmen ein, sich am Pilotprojekt `Karrierewechsler´ finanziell zu beteiligen. Derjenige Studierende, der darüber nachdenkt, von einem Studium in eine duale Ausbildung zu wechseln, kann so direkt mit den beteiligten Unternehmen in Kontakt gebracht werden“, hebt Professor Jautz auch die Bedeutung für den Arbeitsmarkt hervor.

„Wichtig ist uns auch zu zeigen, dass wir als Hochschule eine soziale Verantwortung haben. Zugleich sehen wir einen nicht erfolgreichen Hochschulabgang nicht als Niederlage an, sondern als eine herausfordernde Situation, die neue Perspektiven ermöglicht. Diese wollen wir Studienabbrechern aufzeigen“, betont Rektor Ulrich Jautz. Es gebe für Studierende, die sich mit einem „Karrierewechsel“ beschäftigen müssen, zudem manche Vorteile bei Ausbildungen, die vielen gar nicht bekannt seien. „Wenn jemand von der Hochschule etwa in eine Ausbildung wechselt, kann er auch verspätet starten und sich unter Umständen einen Teil seiner Studienleistungen anrechnen lassen“, freut sich Jautz über die Vorteile, die das Pilotprojekt mit sich brächte.

„Jeder Studienabbrecher ist ein Schicksal, um das wir uns kümmern – jeder Karrierewechsler ist aber auch eine Fachkraft mehr für die hiesigen Unternehmen“, unterstreicht Ulrich Jautz die Bedeutung von Nachwuchs-Fachkräften für die Region. „Die aktuellen Strukturen der Hochschule erlauben es leider nicht, eine dauerhafte Anlaufstelle für eventuelle Karrierewechsler sicherzustellen. Deshalb sind wir auf die Unterstützung hochschulexterner Partner angewiesen.“