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Innovative Forschungsarbeit: Intelligenter Rollator soll Patienten vor Unfällen schützen

Künstliche Intelligenz: Hochschule Pforzheim kooperiert mit der Hochschule Karlsruhe und dem Karlsruher Institut für Technologie

 

Ein Rollator, der sehen kann, vor Stolperfallen warnt und Unfälle vermeiden kann? Die Zukunftstechnologie Künstliche Intelligenz (KI) macht das möglich. An einer Gehhilfe, die nicht nur Halt gibt, sondern darüber hinaus auch vorausschauende Orientierung für den jeweiligen Patienten bietet – daran arbeitet aktuell ein Forschungsteam der Hochschule Pforzheim. In Kooperation mit der Hochschule Karlsruhe sowie dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein innovativer Rollator – ausgestattet mit einem mobilen 3D-Multisensorsystem. „Gerade vor dem Hintergrund einer alternden Gesellschaft, eröffnet unser Projekt zahlreiche neue Anwendungsperspektiven“, so Prof. Dr.-Ing. Thomas Greiner, der die Forschungsarbeiten auf Seiten der Hochschule Pforzheim leitet. Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von 500.000 Euro wird von der Baden-Württemberg Stiftung gGmbH finanziert – „die Vergabe des Projektes an die Hochschule Pforzheim zeigt die hohe Anerkennung unserer Forschungsleistung“, so Thomas Greiner.

Im Rahmen des Projektes „Kontextsensitives mobiles 3D-Multisensorsystem – Komo3D“ wird die Technik eines mit moderner Kamera- und Informationstechnologie ausgestatteten Rollators erforscht. Neuartige 3D-Kameras liefern Daten zur Erfassung der Umgebung. Diese Bilddateien werden vorverarbeitet, fusioniert, analysiert und durch KI-Verfahren klassifiziert. „Hierdurch sollen Personen, die auf den Rollator angewiesen sind, vor Gefahren wie Stolperfallen, Absätzen etc., gewarnt und geschützt werden“, so Thomas Greiner.

Thomas Greiner ist wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Angewandte Forschung (IAF) an der Hochschule Pforzheim. Das IAF versteht sich im Sinne eines institutionellen Dachs als Organisationseinheit zur Koordination und Optimierung der bestehenden Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Der Professor für Elektro- und Informationstechnik führte schon mehrere Forschungsprojekte im Bereich „3D-Erfassung“ zum Erfolg: „Unter anderem wurden neue 3D-Messysteme erforscht, die für die Qualitätssicherung in der Automobilindustrie große Bedeutung haben. Intelligente Systeme sind der Schlüsselfaktor für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie“, so der Experte, der auch das der Hochschule zugehörige „Institut für Smart Systems und Services“ leitet.

Im Rahmen seiner langjährigen Verdienste um die Forschung wurde Thomas Greiner Ende Juni dieses Jahres eine große wissenschaftliche Ehre zuteil: Erstmals wurden durch den Senat der Universität Tübingen zwei Hochschul-Professoren assoziiert, einer davon: Thomas Greiner. Damit ist der Pforzheimer Experte Professoren der Universität in Promotionsverfahren gleichgestellt. Die Assoziierung gilt im akademischen Bereich als große Auszeichnung und ist unter anderem das Ergebnis eines beständig hohen Niveaus von Forschungsarbeiten der betreffenden Professoren und Institutionen.

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