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Clean Up – Entwicklung eines motorisierten Reinigungsgerätes

Besuch steht an – die Wohnung muss auf Vordermann gebracht werden. Die Busse des öffentlichen Nahverkehrs stehen in ihren Depots - bereit zum Putzen. In Privathaushalten, öffentlichen Gebäuden und Plätzen, Schulen, Büros und Fahrgastinnenräumen von Bussen, Zügen und Flugzeugen überall muss regelmäßig für Sauberkeit gesorgt werden. Doch Putzen hat ein schlechtes Image und ist als niedere Tätigkeit in der Gesellschaft verankert. Lässt sich dieses Image durch stylische, technisch bestechende und auf die User-Gruppen gezielt abgestimmte Putzgeräte aufwerten? Die Studierende aus drei Fakultäten stellten sich vom 12- März bis 16. März 2018 dieser Aufgabe und erarbeiteten im Rahmen des interdisziplinären Projektseminars „designING“ verschiedene Prototypen von elektrisch betriebenen Putzgeräten. Die daraus entstandenen neuartigen Konzepte sind auf die Bedürfnisse verschiedener Anwendungsgruppen abgestimmt und decken den privaten Haushalt bzw. kommerziellen Nutzer wie auch den Einsatz in Innen- bzw. Außenräumen ab.

In diesem Jahr nahmen die Studierenden der Masterstudiengänge Master of Science Produktentwicklung (Fakultät für Technik), Master of Arts Creative Communication & Brand Management (Fakultät für Wirtschaft und Recht) und des Bachelorstudiengangs Industrial Design (Fakultät Gestaltung) am Projektseminar teil. Durchgeführt wurde die Projektwoche federführend von Professor Dr.-Ing. Werner Engeln, Studiengangleiter des Master-Studiengangs Produktentwicklung, in Zusammenarbeit mit dem Institute for Human Engineering & Empathic Design (HEED). Den Studierenden standen beratend Dipl. Des. (FH) Barbara Gröbe-Boxdorfer und Alexandra Göhring M.Sc. zur Seite.

Im Rahmen des Projektes sollen für ganz unterschiedliche Zielgruppen und Reinigungsaufgaben innovative Putzgeräte entwickelt werden, die das Potenzial haben, in einem ziemlich gesättigten Markt platziert werden zu können. Die Putzgeräte müssen die verschiedenen Eigenschaften und Bedingungen der Anwendergruppe und Reinigungsaufgaben berücksichtigen und darauf abgestimmt sein. So wurde z.B. für eine Wohngemeinschaft, in der ganz unterschiedlichen Personen zusammenleben, eine Spülmaschine entwickelt, die kleingenug ist, um in ein Spülbecken zu passen und schnell das gerade benutzte Geschirr eines Mitbewohners reinigt. Für Privathaushalte mit großem Grundstück wurde ein praktischer Schneepflug entworfen, der mühelos in der Bedienung zur Pflege des Geländes eingesetzt werden kann. Ein innovatives Reinigungssystem für den Omnibus der Zukunft hat ein Team ausgearbeitet. Es kann bis zur 5fachen Reinigungsgeschwindigkeit den Fahrgastraum säubern. Die einzelnen Projektteams haben sich für die unterschiedlichen Putzgeräte einen Markennamen ausgedacht und das dazugehörende Marketingkonzept erarbeitet, mit dem die Produkte am Markt platzieren werden sollen.

Neben der Entwicklung von innovativen Konzepten muss die technische Machbarkeit geprüft sowie das Fertigungsverfahren festgelegt werden. Für ein zielgruppenspezifisches Design müssen die Leistungsdaten berechnet, CAD-Daten erstellt werden. Herstellkosten und der Marktpreis müssen bestimmt, sowie ein Marketingkonzept erarbeitet werden.

„Wir haben in unserer Gruppe die Aufgabenfelder entsprechend den Disziplinen klar verteilt und lernen einander zu vertrauen.“ Sophie Koop, Master of Arts in Creative Communication & Brand Management.

„Ich spüre schon die Vielfältigkeit der Aufgabe bezüglich der Technik. Verantwortlich für alle technischen Aspekte zu sein ist eine Herausforderung, aber sehr spannend. Außerdem erstaunt mich, wie zum Beispiel ein Logo entsteht. Darüber habe ich mir vorher selten Gedanken gemacht und bin fasziniert.“ Timo Brenk, Master of Science Produktentwicklung.

Die Ergebnisse dieser intensiven Woche wurden am Freitag, 16. März, präsentiert. Die Studierenden zogen alle ein sehr positives Fazit und wünschten sich diese interdisziplinäre Zusammenarbeit in Projektform weitaus häufig.

„Die „designING“-Woche hat mir gezeigt, welchen Aufwand es bedarf, ein neues Produkt mit all seinen Facetten zu entwickeln. Durch die Zusammenarbeit mit den beiden anderen Disziplinen lassen sich alle Aspekte eines neuen Produktes beleuchten und umfassend gestalten. Ich hätte nichts dagegen, wenn aus einer „designING“-Woche zwei werden würden.“ Max Koschatzky, Master of Science Produktentwicklung.

Hintergrund:
Das interdisziplinäre Projektseminar, das fest als Lehrangebot im Masterstudiengang Produktentwicklung verankert ist und gerade durch seine interdisziplinäre Ausrichtung den hochschulweiten Strategieprozess “Führend durch Perspektivwechsel“ bereichert, führte Studierende unterschiedlicher Fachrichtungen zusammen. Unter Berücksichtigung der verschiedenen Disziplinen soll ein gemeinsames praktisches Ziel erreicht werden. Die Herausforderung: Unterschiedliche Fachsprache, Arbeitsweisen und Methoden können zu Konflikten und Missverständnissen führen. Werner Engeln macht deutlich, warum die interdisziplinäre Zusammenarbeit an der Hochschule großgeschrieben wird:

Die Innovationsfähigkeit von Unternehmen hängt heute in großen Maße davon ab, unterschiedliche Disziplinen bei der Produktentwicklung zusammenzubringen. Die erfolgreiche Zusammenarbeit ist Basis für erfolgreiche Produkte. Die Hochschule Pforzheim bietet mit ihren drei Fakultäten die besondere Möglichkeit, die Disziplinen Design, Technik und Marketing schon während des Studiums zusammenzubringen, um gemeinsam ein Produkt zu entwickeln. Und der Reifegrad der entstandenen Produkte ist nach einer Woche sehr erstaunlich, sowohl was das Design, wie die technische Lösung und das Vertriebs- und Marketingkonzept anbelangt. Und auch in diesem Jahr stand am Ende der Projektwoche die Frage: Warum gibt es ein solches Produkt eigentlich nicht? Der Markt dafür ist vorhanden. Die designING Woche hat wieder einmal gezeigt, wie schnell man bei der Produktentwicklung eigentlich sein kann, wenn man sich fokussiert und interdisziplinär zusammenarbeitet. Ein Ansatz, über den Unternehmen auch nachdenken sollten.

Pressestimmen: