• Search
  • Login

News | 

Business School entwickelt Modellprojekt zur Qualität der Lehre

Die Qualität der Lehre sicherstellen, Maßnahmen zur Qualitätssicherung entwickeln und deren Ergebnisse verfolgen und dokumentieren – das sind Kernaufgaben einer Hochschule. Die Verantwortung für die Qualität ihrer Studiengänge liegt bei der jeweiligen Institution selbst. Allerdings existiert in Deutschland ein System der externen Qualitätskontrolle, die in Form der nationalen Pflichtakkreditierung durch Agenturen wie AQAS, ACQUIN oder FIBAA umgesetzt wird: Studiengänge werden über System- oder Programmakkreditierung regelmäßig begutachtet und erhalten nur dann eine Zulassung, wenn Mindeststandards erfüllt sind. Ganz ähnlich wie beim TÜV.

Im Herbst 2014 beschloss der Akkreditierungsrat, neue Impulse für die Qualitätssicherung und verbesserung in Studium und Lehre zu setzen. Der Akkreditierungsrat ist das zentrale deutsche Gremium zur Qualitätssicherung in Studium und Lehre. Im Rahmen einer so genannten „Experimentierklausel“ lud er Hochschulen ein, innovative Ansätze zu entwickeln und auch bislang unbekannte Formen der externen Begutachtung zu erproben. Aus der Liste der Bewerber wählte der Akkreditierungsrat im März 2016 vier Universitäten bzw. Fachhochschulen aus und beauftragte sie mit der Entwicklung von Modellprojekten. Die Hochschule Pforzheim ist eine davon.

Die Fakultät für Wirtschaft und Recht erhielt den Zuschlag für ihren Projektvorschlag „Programmakkreditierung im Fakultätsreview“. Im März 2017 erfolgte die Vertragsunterzeichnung, nun fiel der Startschuss für das Projekt. Die Fakultät wird in den nächsten drei Jahren ihre bestehenden Verfahren zur Qualitätssicherung weiter entwickeln. Ergebnis soll eine eigenständige Form der externen Qualitätssicherung sein, die auf dem bekannten Verfahren der Programmakkreditierung sowie externen Vorgaben aufsetzt.

„Unser Ziel ist es, eine Blaupause auch für andere Hochschulen zu entwickeln“, sagt Professor Dr. Matthias Kropp, der die Federführung beim Antrag und der Umsetzung des Projekts hat: „Wir werden den Fokus der externen Begutachtung stärker auf die Strukturen der Qualitätssicherung in der Fakultät, die selbst gesetzten Ziele und deren Zielerreichung legen. Das bedeutet, dass die strategischen Zielsetzungen einer Fakultät und ihre Strukturen zur Qualitätssicherung stärker in den Vordergrund rücken werden.“ Zudem soll ein Abschlussaudit integriert sein, in dem einer kollegialen Diskussion und Prüfung durch Peers aus anderen Hochschulen mehr Raum gegeben wird. Begleitet wird der Prozess auch künftig von einer Akkreditierungsagentur, in Pforzheim wird dies AQAS e.V. sein.

„Der Akkreditierungsrat hat mit seiner Entscheidung für die Programmakkreditierung im Fakultätsreview ein klares Signal für Innovation gesetzt“, betont Professor Dr. Karl-Heinz Rau, der seine Erfahrung mit internationalen Akkreditierungsmodellen in das Konzept mit eingebracht hat: „Die Programmakkreditierung, wie sie heute in Deutschland praktiziert wird, existiert seit knapp 20 Jahren. Die Zeit ist reif für neue Impulse.“

Zugute kam dem Pforzheimer Vorschlag, dass die Fakultät für Wirtschaft und Recht bereits Erfahrung mit einem „dritten Weg“ hat. Sie ist seit 2011 durch die Association to Advance Collegiate Schools of Business (AACSB International), die weltweit führende Akkreditierungsinstitution für Business Schools und Wirtschaftsfakultäten akkreditiert. Diese freiwillige internationale Akkreditierung basiert auf einem Fakultätsreview, in dem alle fünf Jahre Ziele, Strukturen und Prozesse nach höchsten internationalen Standards auf den Prüfstand gestellt werden. Aus der Akkreditierung sowie der Reakkreditierung im Frühjahr 2017 verfügt die Fakultät für Wirtschaft und Recht über umfangreiche Erfahrungen und Vorarbeiten.

In operativer Hinsicht wird das Verfahren der Programm­akkreditierung für die Fakultät deutlich verschlankt und dadurch effizienter und letztlich auch kosten­günstiger als im bisherigen klassischen Modell. Der Akkreditierungsrat und AQAS e.V. sind in das Projekt eingebunden, so dass Erfahrungen aus dem Projekt in die Weiterentwicklung von Verfahren der externen Qualitätssicherung in Deutschland einfließen dürften.