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24 Stunden für Ressourceneffizienz

Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher rund um das Thema Ressourceneffizienz waren zu Gast an der Hochschule Pforzheim. Bereits zum dritten Mal trafen sich Jungwissenschaftler aus ganz Deutschland um Fachvorträge zu hören, ihre neusten Projekte in Poster-Präsentationen vorzustellen, sich in Methoden-Workshops weiterzubilden und ihr Netzwerk auszubauen. Im Zentrum stand die Diskussion über zukünftige Strategien zur Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe.

„Die jungen Forscherinnen und Forscher arbeiten am Puls der Zeit und bringen innovative Ansätze mit. Sie betrachten die Dinge aus neuen und ungewöhnlichen Perspektiven – das bringt uns weiter. Für sie zu Beginn ihrer Forschungslaufbahn Rahmenbedingungen zu schaffen unter denen sie vernetzt arbeiten können, das ist unser Ziel“, beschreibt Professor Jörg Woidasky seine Motivation diesen Kongress an der Hochschule Pforzheim auszurichten. Er lehrt und forscht im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen zum Thema Nachhaltige Produktentwicklung, in dem auch Christian Klinke tätig ist, der diesen Kongress organisiert hat.

Über 30 Nachwuchswissenschaftler aus ganz Deutschland kamen Ende Februar zu „24 Stunden für Ressourceneffizienz“ an der Fakultät für Technik zusammen. Der Kongress bot Doktorandinnen, Doktoranden und Postdocs, aber auch Masterstudierenden und anderen Forscherinnen und Forscher eine Plattform für den wissenschaftlichen Austausch, für Vernetzung und Fortbildung in einem deutschlandweit einzigartigen Format. Gefördert wurde diese Veranstaltung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Den Auftakt machte Keynote-Sprecher Dr. Otmar Deubzer von der United Nations University. Er referierte über „Internationale Stoffströme an der Schnittstelle zwischen Recht und Technik“ am Beispiel von Elektrogeräten. Anschließend präsentierten die Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher ihre aktuellen Projekte im Rahmen einer Poster-Ausstellung sowie durch zahlreiche hochwertige Fachvorträge. Die besten unter ihnen wurden mit einem Preis ausgezeichnet: Dr. Florian Mayer vom DECHMA Forschungsinstitut aus Frankfurt präsentierte eine innovative Methode, um elektrische Energie in chemischen Substanzen zu speichern, die er auf Biogas angewendet hat. Sein Poster zu dieser Forschungsleistung wurde als herausragend prämiert. Exzellente Vorträge hielten Franziska Enzmann (DECHEMA), die mit skalierbaren Reaktoren für die bioelektrochemische Umwandlung von Kohlenstoffdioxid und Methan einen ebenfalls chemischen Ansatz erforscht, sowie Martin Hankele von der MPA der Universität Stuttgart. Er geht in seiner Forschungsarbeit der Frage nach, ob 3D-Druck ein möglicher Weg zu mehr Ressourceneffizienz ist. Beide Jungforscher erhielten den Vortragspreis des Nachwuchsforscherkongresses.

Der Schwerpunkt des zweiten Tages lag auf dem Thema Fortbildung: In vier Methoden-Workshops konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiterbilden. Wie platziert man seine wissenschaftlichen Publikationen so, dass sie möglichst viel Aufmerksamkeit von der Forschungscommunity erhalten? Welche Techniken kann man erlernen um in Vorträgen durch richtigen Stimmeinsatz und Stimmpräsenz zu überzeugen? Wie führt und koordiniert man ein Forschungsteam? Und welche Kommunikationswerkzeuge funktionieren bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Forschungsumfeld? „Das Fortbildungsprogramm ist sehr vielfältig. Wir wollen immer auch auf die konkreten Fortbildungsbedürfnisse der Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher eingehen“, berichtet Christian Klinke.

Im Rahmen des Integrations- und Transferprojekts der Fördermaßnahme »r4 – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Forschung zur Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe« [r4-INTRA] ermöglichte das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Ausrichtung des Ressourceneffizienz-Nachwuchsforscher-Kongresses an der Hochschule Pforzheim bereits zum dritten Mal. Auch im nächsten Jahr wird es eine Neuauflage der Konferenz geben. 24 Stunden für Ressourceneffizienz soll zu einer festen Größe in der Forschungslandschaft für Nachwuchsforscher werden.

Der Zukunft auf der Spur: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Nachwuchsforscherkongresses "24 Stunden für Ressourceneffizienz" 2018 an der Hochschule Pforzheim.

Über das Projekt r4 „Innovative Technologien für Ressourceneffizienz“

Wirtschaftsstrategische Rohstoffe wie Indium, Gallium oder Seltene Erden sind knapp. Für Zukunftstechnologien und die Energiewende in Deutschland spielen diese aber eine entscheidende Rolle. Ziel der BMBF-Fördermaßnahme r4 ist es wirtschaftsstrategische mineralische Primär- und Sekundär-Rohstoffe in Deutschland zu erschließen und den Hightech-Standort zu sichern – technologisch innovativ und umweltverträglich. Forschungsschwerpunkte sind die Entwicklung von Konzepten zur Exploration von Primärrohstoffen, die Entwicklung von umweltverträglichen technischen Konzepten zur wirtschaftlichen Nutzung von komplexen Erzen bekannter Lagerstätten, die Rückgewinnung von Aufbereitungs- und Produktionsrückständen, die Kreislaufführung von Altprodukten und die Steigerung der Akzeptanz für die Rohstoffgewinnung. Innerhalb dieses Vorhabens ist die Aufgabe des Integrations- und Transferprojekts r4-INTRA zu vernetzen, die Innovationskraft der r4-Verbundprojekte zu stärken und die Ergebnisse zu kommunizieren. Dies geschieht über branchen-, technologie- und themenorientiertes Clustern der Einzelprojekte und breit gefächerte Öffentlichkeitsarbeit. Fachliche Synergien werden gebündelt und Handlungsempfehlungen gegeben. Federführend bei r4-INTRA sind das Clausthaler Umwelttechnik-Institut [CUTEC] als Verbundkoordinator, das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI sowie die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe [BGR]. Beteiligt sind auch das Karlsruher Institut für Technologie [KIT] und die Hochschule Pforzheim [HSPF]. Dabei richtet die Hochschule Pforzheim den jährlichen Kongress „24 Stunden für Ressourceneffizienz“ für Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher aus.