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Das Programm im Sommersemester 2018

Dr. h.c. Thomas Reiter Dr. h.c. Thomas Reiter

Dr. h.c. Thomas Reiter hat an der Universität der Bundeswehr München Luft- und Raumfahrttechnik studiert und war von 1992 bis 2007 ESA-Astronaut. Der achte Deutsche im All absolvierte in der russischen Raumstation MIR 1995/96 den ersten ESA-Langzeitflug und unternahm dabei als erster Deutscher einen Weltraumausstieg; in dieser Zeit wurden 41 wissenschaftliche Experimente durchgeführt. Ein weiterer Langzeitflug folgte 2006 im Rahmen des Space-Shuttle-Fluges mit der Raumfähre Discovery zur internationalen Raumstation ISS. Dort nahm Reiter als Flugingenieur an zwei Expeditionen teil und erfüllte das 36 Experimente umfassende ESA-Forschungsprogramm „Astrolab“. Mit seinen beiden Halbjahresflügen und insgesamt 350 Tagen im Weltall ist Thomas Reiter einer der erfahrensten europäischen Astronauten.

Im Anschluss an den Einsatz auf der internationalen Raumstation ISS wechselte er in den Vorstand des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und war dort für das Ressort Raumfahrtforschung und -entwicklung zuständig. Von April 2011 bis Dezember 2015 war er Leiter des ESA-Direktorats für bemannte Raumfahrt und verantwortete unter anderem Europas Beitrag zur internationalen Raumstation ISS. Mittlerweile ist Thomas Reiter „ESA-Koordinator internationale Agenturen“ und Berater des Generaldirektors.

Thomas Reiter wird über seine eigenen Erfahrungen im Weltall berichten, seine Faszination und den dadurch veränderten Blick auf unsere Erde. Es ist ihm aber auch ein Anliegen, aufzuzeigen, dass die Raumfahrt für die Wettervorhersage, die Erdbeobachtung wie auch die Satellitennavigation aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken ist. Überall nutzen wir Anwendungen, die direkt oder indirekt mit Raumfahrt und Satelliten in Verbindung stehen. Thomas Reiter ist davon überzeugt, dass wir in den nächsten Jahrzehnten weitere Mondlandungen und die Expedition zum Mars erleben werden.

Professor Dr. Dr. h.c. mult. Klaus Töpfer, Foto: Charlotte25 Professor Dr. Dr. h.c. mult. Klaus Töpfer Foto: Charlotte25

Professor Dr. Dr. h.c. mult. Klaus Töpfer war von 1987 bis 1994 Bundesumweltminister. Von 1998 bis zum Jahre 2006 leitete er das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP). Er ist Gründungsdirektor des Instituts für Klimawandel, Erdsystem in Potsdam (IASS). Als Vorsitzender der Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung, die 2011 von der Bundesregierung eingesetzt wurde, hat er den Ausstieg aus der Atomenergie maßgeblich mitgestaltet. Aktuell leitet er eine Arbeitsgruppe, die die Suche nach dem Atommüll-Endlager für Deutschland begleitet.

Sein Lebenswerk zeichnet sich durch ein vielfältiges politisches und wissenschaftliches Engagement zum Beispiel als Senator der Helmholtz-Gesellschaft und Vizepräsident der Welthungerhilfe aus. Klaus Töpfer hat mehrere Ehrendoktortitel verliehen bekommen, er ist Ehrenprofessor für Umwelt und nachhaltige Entwicklung der Tongji-Universität Shanghai sowie Honorarprofessor an den Universitäten Tübingen und Mainz. Von seinen zahlreichen Auszeichnungen seien das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland, der Deutsche Umweltpreis  sowie der Deutsche Nachhaltigkeitspreis genannt, mit dem er 2008 für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. 2012 erfolgte seine Aufnahme in die Earth Hall of Fame von Kyoto.

Mit dem Begriff „Anthropozän“ – menschgemachtes Zeitalter – ist die Vorstellung verbunden, dass wir in einem geologischen Zeitalter leben, das ganz entscheidend durch die Eingriffe des Menschen in die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde bestimmt ist. Die Auswirkungen werden noch in 100.000 bis 300.000 Jahren zu spüren sein. Professor Töpfer wird auf dem Hintergrund seiner umfassenden Lebenserfahrungen beschreiben, welche Konsequenzen sich aus seiner Sicht für Wissenschaft, Gesellschaft und Politik ergeben.

Dieser STUDIUM GENERALE-Vortrag ist eine Veranstaltung im Rahmen der Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg.