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Nachklang: IEES 2019

Über das Lernen und Lehren von Unternehmertum

Am 29.11. kamen an der Hochschule der Medien in Stuttgart beim IEES - International Entrepreneurship Education Summit 2019 - über 300 Teilnehmende aus den unterschiedlichsten Bereichen der Entrepreneurship-Lehre zusammen, um sich im Rahmen verschiedener „hands-on“-Sessions und Best Practice-Vorträge zu ihren Erfahrungen und Learnings auszutauschen. Das sehr facettenreiche Programm lieferte einen weitreichenden Einblick in die verschiedenen Lehrkonzepte der deutschen Entrepreneurship-Hochburgen und -Neulinge.

Ein sehr interessantes Best-Practice Beispiel stammt dabei von Prof. Dr. Herbert Gillig von der SCE Munich University. Das dort entwickelte Masterprogramm in Entrepreneurship und Digital Transformation eröffnet den Studierenden die Möglichkeit, drei Semester lang in einem gleichbleibenden Team an einem Projekt zu arbeiten und selbiges durch die Besuche von Vorlesungen aus allen Fakultäten anzureichern. Das Programm profitiert dabei enorm von dem thematischen Deep Dive, den die Teams in ihrem Projekt nehmen können. Dr. Klaus Seiler, ebenfalls von der SCE Munich University, präsentierte ein mit Studierenden entwickeltes Real Time Innovation Card Set, das sich zum Ziel gesetzt hat, unternehmerische Erfolgsfaktoren für Innovation in einem Kartenset greifbar zu machen. Der große Mehrwert für die Studierenden entsteht dabei vor allem im sehr offenen Austausch mit verschiedenen Unternehmen.

Einen ebenfalls sehr interessanten Impuls lieferte Antonia Bartning, die im Rahmen ihrer Masterarbeit das Spiel „Pitch your green idea“ entwickelte. Selbiges soll Studierenden spielerisch vermitteln, was es bedeutet, Sustainable Entrepreneurship zu leben und ein Unternehmen möglichst nachhaltig aufzubauen und zu führen. Das Spiel eigne sich dabei gleichermaßen als Projektauftakt oder -Abschluss.

Den imposanten Abschluss des Tages lieferte Dr. Saras Sarasvathy. Die Begründerin des sogenannten „Effectuation“-Ansatzes, der als unternehmerische Entscheidungslogik in Situationen der Ungewissheit eingesetzt werden kann, hielt eine flammende Abschluss-Keynote. Kernaussage dabei war, dass Entrepreneurship-Lehre zu mehr zu gebrauchen ist als zur Unternehmensgründung. Stattdessen sei es vor allem die Befähigung der Studierenden, Probleme mit unternehmerischen Verständnis zu lösen und dazu über den eigenen Tellerrand, die eigene Disziplin hinaus zu denken. Ein gelungener Abschluss, der vor allem auch das vielseitige Potential der Entrepreneurship Education hervorhebt.