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Nachklang: Gründernacht und starTUB N°9

Am 10.12.2019 war es wieder soweit – im Rahmen der Gründernacht begrüßten wir gemeinsam mit dem GründerWERK und dem Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen in unserer neunten Auflage des starTUB den WI-Alumnus und erfolgreichen Berliner Gründer Marin Ivankovic. In einer gemütlichen Atmosphäre bei Punsch, Glühwein und Pizza berichtete Marin vor mehr als 60 Studierenden, Professor*innen und Alumni über seine Erfahrungen als Gründer und über seinen Geschäftsbereich „Tech & Data Driven Influencer Marketing“.

Zunächst fand jedoch die Gründernacht statt, bei der das HEED und das GründerWERK mit interessierten Professor*innen und Mitarbeiter*innen über die Gründungsaktivitäten an der HS PF ins Gespräch kamen und darüber informierten, wie die Anwesenden in diesem Ökosystem partizipieren könnten. 

Nach dieser internen Veranstaltung wurden die Türen des Creative Space schließlich für die zahlreich erschienen Gäste geöffnet, die zum starTUB gekommen waren. Zu Gast war Marin Ivankovic, der nach seinem Studium zum Wirtschaftsingenieur an der HS PF zunächst den etablierten Weg wählte und bei einem Großkonzern landete.

Nach einigen Stationen in China, Deutschland und Indien sowie seinem Masterstudium in Schweden wechselte er ins Social Media-Business. Über seine Stationen hinweg kristallisierte sich heraus, dass ein datenbasiertes Matching von Influencern und Unternehmen aktuell nicht stattfindet. Damit war die Idee für GOCOMO geboren.

Doch die wohl wichtigste Entscheidung, vor der jeder Gründer und jede Gründerin steht, ist die des Anfangens. Soll ich selbst gründen oder weiter im Beschäftigungsverhältnis bleiben? Diese Frage stellte sich auch Marin und entschied sich dafür, seine Komfortzone zu verlassen und die Selbständigkeit zu wagen. Gemeinsam mit zwei Freunden gründete er in Berlin GOCOMO, doch schnell stellte sich heraus, dass die Vorstellungen eines gemeinsamen Unternehmensaufbaus unter den drei Gründern nicht deckungsgleich waren, sodass sich das Team nach ca. einem halben Jahr auf zwei Personen verkleinerte. Dieser Aspekt war für Marin entscheidend, denn nach seiner Auffassung konnte das Team dadurch schnellere und bessere Ergebnisse liefern und damit auch gemeinsam den Unternehmensaufbau vorantreiben. Die Wichtigkeit des Entscheidungskriteriums „team first“, nach dem sich auch viele Investoren bei Ihrer Auswahl richten, kann Marin nach diesen Erfahrungen voll und ganz bestätigen.

Einen weiteren Erfolgsfaktor sieht Marin in der Fähigkeit, Kundenbedürfnisse zu erkennen und schnell ein entsprechendes Leistungsangebot zu entwickeln. Hierzu ist eine gewisse unternehmerische Flexibilität gefordert, die auch eine Änderung des Geschäftsmodells erfordert. Einige dieser sogenannten Pivots benötigte auch GOCOMO, bis das richtige Angebot und der richtige Zielkunde definiert waren. So beschäftigt sich GOCOMO heute damit, wie Unternehmen für ihr Influencer Marketing authentische und nachhaltige Influencer*innen für ihre Marke finden können. Der Markt ist dadurch gekennzeichnet, dass Influencer*innen über die Zeit hinweg unterschiedliche, zum Teil konkurrierende Marken bewerben und damit für sich und auch die Marken eine Unglaubwürdigkeit erzeugen. Dies löst GOCOMO durch eine ausführliche Analyse der Influencer*innen und die Identifikation nachweisbarer Sympathien für ein Marke. Dabei spielt die Reichweite eine geringere Rolle als der Bezug zur Marke. Die Reichweite wird durch das Bilden einer Community mit gleichgesinnten Sympathisant*innen einer Marke erreicht. Mit dem erworbenen Wissen aus den zur Verfügung stehenden Daten werden nun neue Geschäftsmodelle entwickelt. So können beispielsweise anhand der Influencer*innen und Communities Modetrends abgeleitet werden, um eines der vielversprechenden Beispiele zu nennen.

Natürlich darf bei einer Gründung auch der finanzielle Aspekt nicht vernachlässigt werden, denn bis die ersten Umsätze ausreichen, um damit seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können, können durchaus einige Monate vergehen. Ein Schreibtisch in der Wohnung eines Kumpels, Brötchen mit Ketchup als Hauptnahrungsmittel – Marin erzählte von seinen ersten, im wahrsten Sinne des Wortes „brotlosen“, Monaten und seinen steinigen Hoch- und Tiefpunkten zu Beginn der Gründung, die er mithilfe des Gartner Hype-Cycle eindrücklich verdeutliche. Inzwischen hat GOCOMO 20 Mitarbeitende und einen Jahresumsatz von über einer Million Euro, doch getreu dem Motto „Next Level, Next Problem“ gibt es nach wie vor immer wieder neue Herausforderungen, mit denen er sich in seinem Unternehmen auseinandersetzen muss.

Abschließend ging Marins Vortrag in eine angeregte Fragerunde über und klang bei Pizza, Glühwein und Bier mit einem offenen Come-Together aus.