News |

Förderpreis der Wilhelm-Lorch-Stiftung für Pforzheimer Mode-Absolventin

Elisa Paulina Herrmann (l.) im Rahmen der Preisverleihung mit Professorin Sybille Klose, die die Arbeit betreut hat.

Elisa Paulina Herrmann, Mode-Absolventin der Hochschule Pforzheim, hat für ihre Bachelor-Abschlusskollektion „WEAR PF" erneut einen Preis erhalten. Am Donnerstag, den 03. Mai 2018, wurde sie mit dem Förderpreis der Wilhelm-Lorch-Stiftung im Bereich Kreation ausgezeichnet, dem wichtigsten Preis der deutschen Textilindustrie. Gemeinsam mit ihrer Bachelor-Betreuerin Professorin Sibylle Klose von der Fakultät für Gestaltung hat sie den Preis in Heidelberg im Rahmen des 60. Forum der TextilWirtschaft entgegengenommen. Im April wurde Herrmann bereits mit dem Förderpreis des WSP - Wirtschaft und Stadtmarketings Pforzheim ausgezeichnet.

Eine Jacke aus der Kollektion „WEAR PF“ von Elisa Paulina Herrmann. (Foto: Julia Haack)

Was ist hässlich, was ist schön? Ist Pforzheim hässlich, ist Pforzheim schön? Mode-Designerin Elisa Paulina Herrmann untersuchte in ihrer Abschlusskollektion „WEAR PF“, wie die Kontraste einer Stadt der Mode Form geben können. Es scheint allgemeiner Konsens zu sein: Pforzheim ist hässlich. In Berlin geboren, kam die 22-Jährige noch vor der Schule nach Pforzheim und ist in der Stadt aufgewachsen. Für ihre Abschlusskollektion hat sie Parallelen zwischen der Stadt und der aktuellen Mode festgestellt: In der Mode verschwimmen die Grenzen zwischen schön und hässlich, es herrscht eine „totale Abwesenheit von gutem oder schlechtem Geschmack“, formuliert es der Philosoph Wolfgang Welsch. Klassische Schönheit hat an Bedeutung verloren und klassische Hässlichkeit wird zu einer eigenen Art von Schönheit.

Die Studentin weiß, dass Pforzheims Identität vielschichtig ist, ein Zusammenspiel von hässlich und schön, eine Multi-Kulti-Stadt, die eine ganz eigene Ästhetik besitzt. Für ihre Mode-Kollektion „WEAR PF" hat Elisa Paulina Herrmann bereits den Förderpreis des WSP - Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim erhalten. Dieser wird für eine herausragende Abschluss- oder Projektarbeit vergeben, die sich mit dem Wirtschaftsstandort Pforzheim beschäftigt.

Elisa Paulina Herrmann untersuchte in ihrer Abschlusskollektion „WEAR PF“, wie die Kontraste einer Stadt der Mode Form geben können. (Foto: Julia Haack)

Die Formel „Hässlich + Schön = Perfektion“ ist für Elisa Paulina Herrmann zeitlos gültig und maßgebliche Basis von „WEAR PF“. All die Kontraste, die Pforzheim ausmachen, entdeckt man in der Kollektion: Im Schnitt beispielsweise bedient sich die Designerin, die aktuell im Master Creative Knitwear Design in Rom studiert, der Deformierung. Alles wirkt ein bisschen falsch, hier sind Nähte zu lang, dort ein Ärmel zu kurz, manches wirkt schief und etwas eigenartig. Bei der Materialauswahl ist sie vom Träger ausgegangen: „Was hat jeder im Schrank? Shirts, Jeans-Hosen und einen Strickpulli“, sagt sie. Aus diesem Grund finden sich solche Basics in „WEAR PF“ wieder. „Meine Kollektion soll unbedingt tragbar sein, für Frauen und für Männer.“ In der Farbwahl hat sie sich am Wappen der Stadt Pforzheim orientiert, rot, blau, gelb und weiß sind die Basisfarben, die auch in helleren Nuancen auftauchen.

Die Wilhelm-Lorch-Stiftung zeichnet jährlich den Branchen-Nachwuchs aus. Zweck der Stiftung ist die Förderung der Berufsbildung einschließlich der Studentenhilfe sowie die Förderung von Wissenschaft und Forschung. Aus allen Bereichen der gesamten Textilwirtschaft werden nach Maßgabe des Stiftungszwecks begabte Nachwuchskräfte in der Aus- und Fortbildung gefördert.