Womit haben wir das verdient?
Studie über Gehaltsunterschiede veröffentlicht
Studie über Gehaltsunterschiede von Absolventinnen und Absolventen der Hochschule Pforzheim veröffentlicht
Am 01. Juni wurde die Studie „Womit haben wir das verdient? – Weniger Geld bei besserer Leistung“ von Professorin Dr. Kirsten Wüst und Diplom-Psychologin Brigitte Burkart, Programmleiterin SIK, in den WSI-Mitteilungen der Hans-Böckler Stiftung (Ausgabe 06/2010) veröffentlicht.
Dass Frauen im Durchschnitt 22% weniger verdienen als Männer ist eine bekannte Tatsache. Die Gründe für diesen Verdienstunterschied werden meist in der Erwerbsbiografie der Frauen gesucht: Frauen haben häufig familiär bedingte Erwerbsunterbrechungen, Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit, typische Frauenberufe sind schlechter bezahlt als typische Männerberufe, Frauen haben seltener eine Führungsposition oder Ähnliches.
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| Prof. Dr. Kirsten Wüst |
Dem entsprechend müssten Frauen, die sich bezüglich ihrer Erwerbsbiografie und ihrer Position nicht von Männern unterscheiden, die den gleichen Studienabschluss (Diplom-Betriebswirt) wie ihre männlichen Konkurrenten aufweisen und die genauso Vollzeit arbeiten wie die Männer zumindest beim Berufseinstieg ein vergleichbares Gehalt erzielen. Dass die Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern unter vergleichbaren Bedingungen auch heute noch nicht erreicht ist, zeigt eine Studie von Professorin Dr. Kirsten Wüst und Diplom-Psychologin Brigitte Burkart an der Hochschule Pforzheim.
Eine Befragung von über 3000 Absolventinnen und Absolventen der Fakultät Wirtschaft und Recht an der Hochschule Pforzheim im Zeitraum von 1998 bis 2008 ergab, dass weibliche Absolventen trotz besserer Noten, häufigerem Auslandsaufenthalt und größerem Engagement in studentischen Organisationen und trotz gleichem Studiengang ein um durchschnittlich 8% geringeres Einstiegsgehalt erzielen als männliche Absolventen. Diese Unterschiede treten bei allen Studiengängen ohne Ausnahme in ähnlich hohem Ausmaß auf. Im Mittel verdienen die Frauen so schon beim Berufseinstieg pro Jahr rund 3000 € weniger als die Männer.
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Dipl.-Psychologin
Brigitte Burkart |
Da Teilzeit, Übernahme von Führungsaufgaben sowie Erwerbsunterbrechungen als Erklärungsansätze für die Gehaltsunterschiede der Pforzheimer Absolventen ausscheiden, müssen andere Ursachen identifiziert werden. Die Autorinnen können belegen, dass ein Teil der Gehaltsunterschiede aufgrund der höheren Mobilität der männlichen Absolventen zustande kommt. Als weitere Gründe vermuten sie eine Selbstselektion der Frauen, die auf einer anderen Lebensplanung von Frauen beruht, die eher auf eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie abzielt, als auf ein möglichst hohes Gehalt. Aber auch eine Diskriminierung von Frauen in der Form, dass aufgrund zukünftig erwarteter Erwerbsausfälle Frauen schlichtweg weniger Geld angeboten wird als Männern, ist nicht auszuschließen.
Die Autorinnen fordern eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch den Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten sowie eine in die Hochschule integrierte Karriereförderung für Frauen. Damit sollen die geschlechtsspezifischen Gehaltsunterschiede der zukünftigen Absolventen verringert und das Selbstbewusstsein der Frauen gestärkt werden.
Text: KW/BB
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