PRME - Verantwortungsvolle Managementausbildung  

Gesellschaftliche Verantwortung für globale Nachhaltigkeit 

UN-Initiative für verantwortungsvolles Management geht an den Start:
Vorreiterrolle der Hochschule Pforzheim

Die Hochschule Pforzheim gehört zu den weltweit ersten 100 Bildungseinrichtungen, die sich der UN Initiative „Principles for Responsible Management Education“ (UN PRME)  angeschlossen haben. Die UN PRME sind eine Initiative des UN Global Compact, die analog zum Global Compact eine verantwortungsvolle Management-Ausbildung an den Hochschulen etablieren wollen. Die PRME wurden im Jahr 2007 von UN Generalsekretär Ban Ki-moon ins Leben gerufen. Es wurden sechs Prinzipien formuliert, die Leitlinien für eine verantwortungsvolle Management-Ausbildung sein sollen. Die Fakultät beteiligt sich aktiv an vier von fünf internationalen Arbeitsgruppen zur verantwortungsvollen Managementausbildung. Die beteiligten Hochschulen verpflichten sich, ihre Kernkompetenzen Ausbildung und Forschung sowie ihre Arbeitsweise und Strategie an den von den UN getragenen sechs Prinzipien der PRME auszurichten.

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Die Umsetzung der PRME an der Hochschule: lange Tradition und Erfahrung
Bereits seit Mitte der 1980er Jahre setzt sich die Hochschule mit umweltökonomischen Fragen, seit den 1990er Jahren mit wirtschafts- und Unternehmensethik auseinander. Heute haben Studierende bei verschiedenen Angeboten die Möglichkeit, zusätzliche Qualifikationen in Fragen der Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit zu erlangen. In den betriebswirtschaftlichen Bachelor-Studiengängen haben alle Studierenden die Wahl zwischen mehreren Vertiefungsfächern des Wahlpflichtfachs  „Ethik und gesellschaftliche Verantwortung (EGV)“. Zur Auswahl stehen EGV-Fächer wie Wirtschafts- und Unternehmensethik, Umweltmanagement oder Sustainable Development. Die Teilnahme an den PRME ist für die Hochschule die logische Fortführung ihrer Aktivitäten im Sinne einer verantwortungs- und nachhaltigkeitsorientierten Managementausbildung und zugleich Anlass für eine Weiterentwicklung der eigenen Konzeption nach internationalen Standards. Ziel ist es, die Beschäftigungs- und Karrierechancen unserer Studierenden durch eine exzellente, zeitgemäße und praxisorientierte Lehre zu optimieren.
 

Motivation
Viele unserer international ausgerichteten Absolventinnen und Absolventen werden im Laufe ihres Berufslebens in „Emerging Markets“ eingesetzt. Dort sind sie aufgrund unzureichender wirtschaftlicher und rechtlicher Rahmenbedingungen nicht selten mit neuen Herausforderungen und Entscheidungen konfrontiert: Welche Risiken aber auch Chancen entstehen für sie als unternehmerische Entscheidungsträger in einem Umfeld, das u.a. geprägt ist durch Menschenrechtsverletzungen, Kinderarbeit, Korruption, mangelhafte Gesundheits-, Sozial- und Umweltstandards? Welche neuen Möglichkeiten und Instrumente einer glaubwürdigen Unternehmensstrategie zur langfristigen Steigerung des Unternehmenswertes stehen ihnen dabei zur Verfügung, auch in der Auseinandersetzung mit einer wachsenden Zahl von Anspruchsgruppen? Wo liegen die Gefahren und Grenzen solcher Strategien?

Der traditionellen Managementausbildung wird vorgeworfen, sie habe die Studierenden auf solche Fragen und Konflikte bisher meist nicht oder zu wenig vorbereitet. Nicht nur die Unternehmen verlangen von den Hochschulen mit Nachdruck solide, zeitgemäße Kompetenzen der Absolventen auf dem Gebiet der Unternehmensverantwortung und nachhaltigen Globalisierung. Auch die Hochschulrektorenkonferenz hat Anfang des Jahres 2010 die Hochschulen aufgefordert, das Konzept der "Nachhaltigen Entwicklung" in Forschung, Lehre, Betrieb und Transfer umzusetzen.
 

Ziele
Ziel der Hochschule Pforzheim ist es, die PRME- Themen der Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit systematisch in Forschung und Lehre einzubinden und besonderes Augenmerk auf die  Anforderungen aus der Praxis zu richten.

Bei der Integration der Themen in das Curriculum orientieren wir uns an neueren wissenschaftlichen Forderungen nach einer  Integration von Fragen der Unternehmensverantwortung und –ethik in die Lehre, etwa von Seiten der Betriebswirtschaftslehre. Vermeiden wollen wir „Lehrinseln“ im Sinne isolierter Spezialmodule, in denen Responsible-Management-Fragen losgelöst von den übrigen BWL-Veranstaltungen unterrichtet werden. Stattdessen sollen Fragen der Unternehmensverantwortung überall dort und mit solchen Inhalten integriert werden, die unmittelbar mit dem jeweiligen Stoffgebiet in Verbindung stehen. Beispielsweise können sich angehende Marketing-Absolventen ebenso wie spätere Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater mit CSR- und Sustainability Reports auseinandersetzen –  jedoch jeweils aus einem eigenen Blickwinkel.

Hierzu haben sich die verantwortlichen Studiengänge und Fachgebiete gemeinsam mit uns zunächst ein Überblick über  vorhandene Lehrinhalte einer verantwortungsvollen Managementausbildung verschafft. Er bildet die Grundlage für ein systematisches Konzept zur Integration der Themen der Unternehmensverantwortung und nachhaltigen Globalisierung. Aufbauend  auf Erfahrungen und Best Practice-Analysen anderer Hochschulen können die Studiengängen und Fachgebiete dann in einem zweiten Schritt gemeinsam mit ihren Studierenden Vorschläge für eine Weiterentwicklung des Curriculums erarbeiten. Bei der Weiterentwicklung geht es nicht in erster Linie um neue Veranstaltungen, sondern vielmehr um eine möglichst effiziente Verzahnung und Systematisierung von bereits Vorhandenem sowie um die Ergänzung von Inhalten, die Studiengänge und Fachgebiete für eine Weiterentwicklung des Curriculums hinsichtlich ihrer Ziele für erforderlich halten. Das PRME-Team wird die Fachgebiete und Studiengänge bei der Integration neuer Themengebiete beraten und unterstützen.

Bereits bestehende Kooperationen und der Austausch mit Praktikern auf dem Gebiet der Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit sollen im Rahmen der PRME forciert und ausgebaut werden. So bauen wir ein Unternehmensnetzwerk mit Angeboten an Praktika, Abschlussarbeiten und Stellen (siehe Rubrik Stellenbörse) auf. Der enge Kontakt zu den Unternehmen erleichtert es uns, neueste Anforderungen und Entwicklungen in Unternehmen zu verfolgen und ggf. in die Lehre einzubeziehen.

Wir als PRME-Team sehen die Einbindung des Themas Unternehmensverantwortung und nachhaltige Globalisierung in Lehre, Praxiskontakte und Forschung als langfristige Gestaltungaufgabe, die wir gemeinsam mit allen Beteiligten optimal lösen wollen. Der gegenseitige Austausch über Ideen, Möglichkeiten, aber auch über Bedenken und Schwierigkeiten ist uns dabei ein besonderes Anliegen.

Grafik: Mit freundlicher Genehmigung der PRME
1) Bildrechte: Germanwatch, Peter Pennartz