Exkursion an den Genfer See vom 14. bis zum 17. Juni 2011
Zu einer für Studenten völlig ungewohnten Zeit trafen wir uns um halb acht an der Hochschule, um den natürlichen Lebensraum des Pforzheimer Studenten zu verlassen und in geschlossener Formation in fremde Gefilde aufzubrechen. Unser Ziel war die Schokoladennation in den Alpen. Als zukünftige Personalchefs konnten wir in Weil am Rhein bei unserem ersten Stopp bei Vitra, einem exklusiven Büromöbelhersteller, schon mal unsere Chefsessel probesitzen. In diesem zugleich traditionsbewussten und innovativen Betrieb hatten wir die Möglichkeit, uns für die Gestaltung der Arbeitsplätze unserer MA inspirieren zu lassen.
Am nächsten Morgen nahmen wir die Herausforderung an, den Genfer Verkehr zu durchqueren. Bei MerckSerono erfuhren wir einiges über Risiken und Chancen für das Personalmanagement im Falle von Merger und Acquisition. Ein Vortrag über das Recruitment im War for Talent zeigte sehr anschaulich die anstehenden Herausforderungen auf. Es war eine besondere Aufwertung dieses Besuchs, einen ehemaligen Pforzheimer Studenten anzutreffen und einen Einblick in seine Arbeit als Praktikant zu bekommen.

Durch die zunehmende Relevanz computergestützter Anwendungssysteme im Personalbereich war es besonders interessant, den High-Tech-Konzern Hewlett Packard in einem seiner Innovation Center zu besuchen. Dort gewährte man uns einen Blick in die Zukunft und die Touch-Displays machten sie sogar richtig greifbar. Es war inspirierend, die innovativen Möglichkeiten des Ideenmanagements und der Mitarbeiterbeteiligung kennenzulernen. Bei einer Präsentation der Personalabteilung wurde uns verdeutlicht, wie diese technische Entwicklung die Zusammenarbeit über zeitliche und räumliche Grenzen hinweg ermöglicht.
Frühstück in den Bungalows, danach Abfahrt in Richtung CERN (Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire): Nachdem wir unseren interdisziplinären Horizont um die Grundlagen der Teilchenphysik erweitert hatten (die angebliche Gemütlichkeit der Schweiz wurde durch den LHC mehr als wettgemacht – der Protonenstrahl durchquert den 27 km langen Tunnel ca. 11.000 x pro Sekunde!), erfuhren wir mehr über die HR-Planung einer internationalen Organisation in einem rechtsfreien Raum. Sehr beeindruckend war es zu sehen, wie ein Rechts- und Sozialsystem durch internationale Zusammenarbeit auf französischem und schweizerischem Boden geschaffen wurde.
Danach erfuhren wir bei der World Health Organisation, wie gegen Infektionskrankheiten, insbesondere Polio angegangen wird - ein informativer Einblick in die Arbeit der UNO, bei dem wir auch etwas über die Herausforderungen des Personalmanagements in internationalen Organisationen erfahren haben..
Natürlich ließen wir uns einen Abstecher in die französische Küche nicht entgehen. Dank Herr Prof. Dr. Schwaab genossen wir traditionelle Gerichte. Zudem konnten wir einen kleinen Eindruck von der französischen Käsevielfalt erhalten.
Am letzten Tag erlebten wir im Headquarter von Nestlé deren Umsetzung von Corporate Social Responsibility und Creating Shared Value. Ein abschließender Höhepunkt war der Besuch der Schokoladenfabrik von Cailler ( Nestlé) in Broc. Wir fühlten uns wie Charly in der Schokoladenfabrik. Einige von uns hatten vorausschauenderweise auf das Mittagessen verzichtet, um bestens auf die Dégustation vorbereitet zu sein.
Innerhalb von nur vier Tagen überquerten 23 Studenten und ein Professor zehnmal die Grenze der EU um sechs Organisationen zu besichtigen und 13 Präsentationen und Führungen zu erleben. In dieser Zeit haben 1012 Protonen 3,8 Mrd. km zurückgelegt – wir hingegen nur 1.200 km. Aber aus Personalersicht nun die soft facts: Es war spannend Kommilitonen aus dem 2.-6. Semester kennenzulernen, mit ihnen zu wohnen und zu kochen. Jeder von uns trug zu diesem einzigartigen Ereignis bei, sei es durch Einkaufen, Bus fahren oder Gastgeschenke überreichen.
Abschließend möchten wir uns bei allen Gastgebern für den offenen und herzlichen Empfang sowie den Einblick in ihr Personalmanagement bedanken. Ein besonderer Dank gilt auch Herrn Prof. Dr. Schwaab, der uns durch sein außergewöhnliches Engagement diese eindrucksvolle Exkursion ermöglicht hat.