BW/Marktforschung und Kommunikationsforschung 

 Praktikum bei McDonald’s 

Im Studium an der Hochschule Pforzheim steht auch ein Praxissemester auf dem Plan. Nach fünf Semestern mit Vorlesungen und Seminaren ist das eine willkommene Abwechslung: Endlich kann man so richtig unter Beweis stellen, was man bisher gelernt hat. Ein Praktikum ist außerdem eine gute Gelegenheit, den Arbeitsalltag tatsächlich zu erleben und ein Unternehmen richtig kennenzulernen. Schließlich geht es nicht nur darum, den Chef von den eigenen Qualitäten zu überzeugen, sondern auch den potenziellen zukünftigen Arbeitgeber zu „testen“.

Da ich schon ein Praktikum im größten deutschen Marktforschungsinstitut GfK gemacht hatte, entschied ich mich für ein Unternehmen. Meine Wahl fiel auf McDonald’s.

Wenn man erzählt, dass man bei McDonald’s arbeitet, denken die meisten Leute, man steht den ganzen Tag am Grill und brät Hamburger. Und dafür muss man studieren? Nun, auch wenn die McDonald’s Restaurants gerne qualifiziertere Bewerber hätten, gibt es daneben auch eine zentrale Verwaltung, die für die etwa 1.300 Restaurants in Deutschland zuständig ist.

McDonald’s ist zwar eine internationale Marke, doch die einzelnen Länder werden national gesteuert und das Hauptservicecenter der McDonald’s Deutschland Inc. ist in München. Etwas weit ab vom Schuss, zwischen Gewerbegebiet und grünem Acker werden Standortkonzepte, Werbekampagnen und neue Produkte entwickelt und erforscht. Bei Consumer & Business Insight gibt es die ganze Vielfalt, angefangen beim einfachen Desk Research und kleinen Ad-Hoc-Befragungen über Focus Groups, Panelerhebungen und Datenanalyse bis zur tagesgenauen Absatzplanung. In zwei Teams arbeiten zehn Mitarbeiter, zum einen Consumer Insight, die die Meinungen und Wünsche des Kunden erforschen und zum anderen Business Insight, die die Umsatzzahlen analysieren.

Tatsächlich dreht sich bei McDonald’s alles um – Burger. Und welche Arbeit hinter so einem Big Mac steckt, sollen auch die Schreibtischtäter nicht vergessen. Darum gehen auch Praktikanten erst mal ins Restaurant! Damit es nicht langweilig wird, wurde für den ersten Tag gleich das Lernziel gesteckt: Bis zur Mittagspause Hamburger und Cheeseburger, bis zum Schichtende mindestens den Big Mac „kochen“ können. Nach drei Tagen konnte ich Grill, Fritteuse, Kasse und Kaffemaschine bedienen, sogar Chicken Wraps ordentlich rollen und war sehr froh, dass im Büro ein Schreibtischstuhl auf mich wartete.

Denn eigentlich verbrachte ich mein fünfmonatiges Praktikum bei Business Insight. In den ersten zwei Wochen wurde ich von meiner Vorgängerin eingearbeitet - und war anfangs völlig verwirrt von den vielen neuen Begriffen, Kennzahlen und Excel-Funktionen. Doch meine Kollegen waren geduldig und beantworteten mir auch die Fragen, die ich schon zum dritten Mal stellte. Schnell lernte ich die verschiedenen Aufgaben von Business Insight kennen, nahm an Meetings teil und konnte einige Anfragen übernehmen. In das normale Tagesgeschäft war ich gut integriert und wusste Bescheid über die Routinearbeiten, wie zum Beispiel Analysen zum Produktmix oder zu Aktionszeiträumen, Bearbeitung von speziellen Fragen aus anderen Abteilungen und Absatzprognosen. In Absprache mit dem Team wurden mir dann auch eigene Projekte zugeteilt, die ich selbständig und eigenverantwortlich bearbeiten konnte.

Viele Aufgaben wurden abteilungsübergreifend bearbeitet und so bot sich mir die Möglichkeit, auch andere Unternehmensbereiche kennenzulernen. Alle Mitarbeiter waren sehr aufgeschlossen, beantworteten gerne meine Fragen und hörten sich meine Meinung an. Alles in allem war das Praktikum bei McDonald’s anstrengend, lehrreich, aber vor allem spannend. Und schließlich stand ich auch am Grill und habe gelernt, wie Hamburger, Big Mac & Co. zubereitet werden.

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