Das beste zum Schluss: Fallstudienseminar
Liebe Schüler,
es gibt viele gute Gründe Marktforschung an der Hochschule Pforzheim zu studieren. Mein Anliegen ist es, Euch von einem ganz besonderen Ereignis zu berichten, das mich persönlich am meisten begeistert hat – das Fallstudienseminar. Es ist eine großartige Herausforderung, der sich ein jeder Student des Studiengangs BWL/Markt- und Kommunikationsforschung an der Hochschule Pforzheim am Ende seines Studiums stellt. An die Hochschule wenden sich „echte“ Auftraggeber wie Firmen, Kommunen, soziale Einrichtungen und Verbände, um gemeinsame Projekte mit den Studenten und Professoren durchzuführen. Bei diesem Seminar kommt das ganze Wissen zum Einsatz, das Ihr euch bis dahin während des Studiums angeeignet habt. Zusätzlich könnt Ihr die Erfahrungen aus den praktischen Semestern in das Projekt einbringen.
Zunächst werden Euch verschiedene, interessante Projekte angeboten. Danach bildet ihr Arbeitsgruppen, wählt ein Projekt und startet durch. Als allererstes tretet Ihr mit den Auftraggebern in Kontakt. Das ist ein spannender Moment, da man gemeinsam über die Ziele der Arbeit und eine detaillierte Aufgabendefinition diskutiert und einen ersten groben Plan zur Vorgehensweise festlegt. Nach dem alle Fragen beantwortet sind, bearbeitet man die Aufgabe völlig selbständig. Das Angenehme an diesem Projekt - man ist sein eigener Chef, man stellt seine fachliche Kompetenzen unter Beweis, lernt im Team zu arbeiten. Sehr wichtig ist auch Selbstorganisation und sicheres Auftreten. Seid Ihr kommunikativ? Präsentiert Ihr gerne? Dann steht Eurem Erfolg nichts mehr im Weg!
So ein Projekt dauert in etwa vier Monate. Während dieser Zeit ist ein reger Kontakt zum Auftrageber ratsam und in den meisten Fällen erwünscht. Wichtige Zwischenergebnisse sollten den Auftraggebern mitgeteilt werden, da dies die Zusammenarbeit verbessert und die Zufriedenheit steigert. Am Ende des Seminars werden die gesamten Untersuchungsergebnisse beim Auftraggeber vor Ort präsentiert und anschließend in einem Bericht zusammengefasst. Die Präsentation sowie der Abschlussbericht sollten u.a. eine Vorstellung des Projekts, eine Beschreibung der Vorgehensweise, die Ergebnisse der Untersuchung selbst und mögliche Handlungsempfehlungen beinhalten. Hier liegt die Kunst darin, die Ergebnisse in einer verständlichen und klaren Form zu präsentieren.
Ich hatte die Möglichkeit bei einem Projekt zur Analyse und Weiterentwicklung der Kundenzufriedenheitsmessung eines mittelständischen Unternehmens mitzuwirken.
Unsere Aufgabe bestand darin, einen vorliegenden Online-Fragebogen für die jährliche Kundenzufriedenheitsmessung zu untersuchen, mögliche Schwachstellen aufzudecken und den Fragebogen zu verbessern. Zur Lösung der Aufgabe haben wir im Team bestehende Daten beim Unternehmen unter die Lupe genommen, die Kunden des Auftraggebers in verschiedene Gruppen eingeteilt, den Aufbau des Fragebogens gecheckt und die Beteiligung an der Umfrage untersucht. Daneben haben wir einige Großkunden zum Thema Kundenzufriedenheit in persönlichen Gesprächen befragt. Dazu mussten wir mit Bus, Bahn und Auto quer durch Süddeutschland reisen, um vor Ort mit einer Tasse Kaffee empfangen zu werden und in einem angenehm klimatisierten Raum mit wichtigen Leuten zu sprechen. Feinster Zwirn, gut sitzende Krawatten und ein nobles Hochdeutsch waren Pflicht.
Ich hoffe, dass Ihr nach einem solchen Projekt Profis in Selbstorganisation, hervorragende Manager, motivierte Fachkräfte und Meister in der Marktforschung auf hohem Niveau geworden seid. In diesem Sinne wünsche ich allen angehenden Marktforschern viel Erfolg und große Freude beim Studium und dem Fallstudienseminar.
Paul Schamey