Auslandssemester in Kopenhagen
Schon zum Beginn meines Studiums stand für mich fest, dass ich während meines Hauptstudiums ein Auslandssemester absolvieren möchte – nicht zuletzt, weil alle, die das schon erlebt haben, begeistert über diese Zeit berichten. In den meisten Fällen bietet sich hierzu das Wintersemester an, da in einem Großteil der Länder, in denen es Partneruniversitäten gibt, das Semester schon früher als bei uns beginnt und so keine Überschneidungen entstehen.
Aus den mehr als 100 ausländischen Partnerunis der Hochschule Pforzheim schien die Wahl zuerst schwer zu fallen. Da mich Skandinavien schon immer fasziniert hatte, entschied ich mich primär für die Copenhagen Business School (CBS), als Alternativen wählte ich zwei Universitäten in Schweden. Mit der Homepage der CBS stand mir eine exzellente Informationsplattform zur Verfügung. Die Erfahrungsberichte waren sehr aufschlussreich und so fand ich relativ schnell heraus, dass diese Uni einen sehr guten Ruf genießt und die ehemaligen Austauschstudenten durchweg sehr zufrieden waren (bis auf die hohen Lebenshaltungskosten).
Um die Voraussetzungen für die Aufnahme in die CBS zu klären, habe ich mit dem Ansprechpartner für Auslandssemester an unserer Hochschule gleich einen Termin vereinbart. U. a. erfuhr ich hier, dass die CBS den TOEFL – Test als Aufnahmebedingung voraussetzt. Die Bewerbungsformalitäten auf dem akademischen Auslandsamt waren schnell erledigt, der erforderliche TOEFL – Test konnte innerhalb einer bestimmten Frist nachgereicht werden. Einige Wochen später folgte ein Auswahlgespräch in der Hochschule, welches u. a. die Voraussetzung für die Vergabe der Plätze an den Partnerhochschulen ist. Glücklicherweise klappte es mit meiner „ersten Wahl“, der Copenhagen Business School (CBS).
In Dänemark beginnt das Wintersemester schon Anfang September. Also machte ich mich Mitte August auf den Weg in den Norden. Trotz unzähliger Berichte, Reiseführer etc., die ich zuvor gewälzt hatte, um so gut wie möglich vorbereitet zu sein, war ich sehr aufgeregt. Ich konnte mir nicht vorstellen, was mich alles erwartet.
Am Flughafen Kastrup in Kopenhagen holte mich mein dänischer Buddy Nadia ab, eine Maserstudentin der CBS, die mir über das ganze Semester mit Rat und Tat zur Seite stand. Sie brachte mich zum Wohnheim, zeigte mir die Umgebung, ging mit mir einkaufen und erleichterte mir den Start in mein Auslandssemester.
In den ersten 2 Wochen sorgte die CBS dafür, dass es ihren 1 000 neuen Austauschstudenten auf keinen Fall langweilig wurde. Als erstes fand ein Dänisch-Crashkurs statt, und täglich ging es auf Kopenhagen-Erkundungstouren. Bei dieser Gelegenheit konnten viele interessante Kontakte zu Studenten aus aller Welt geknüpft werden. Eine Woche später stand die Einführung in die Uni auf dem Plan. Danach begannen die Vorlesungen. Die Kurse waren sehr praxisnah und dadurch ausgesprochen interessant, auch wenn die Art des Unterrichts erheblich von der in Deutschland abweicht.
Die Uni ist sehr modern gestaltet und gut ausgestattet, vor allem die Bibliothek ist auf dem neuesten Stand. Für die Austauschstudenten gab es das so genannte „International Office“ in der Uni, an das man sich in allen Belangen wenden konnte, z. B. mit allen Fragen zu den Kursen, zu den Wohnheimen etc. sowie alle Formalitäten liefen über diese Einrichtung. Die Anfragen wurden unverzüglich bearbeitet und es standen genügend Ansprechpartner zur Verfügung, was ich als sehr hilfreich und positiv empfand.
Obwohl uns aufgrund des vollen Vorlesungsplans und des immensen Lernpensums wenig Freizeit blieb, hatten wir in den 4,5 Monaten jede freie Minute genutzt, um die Stadt, die Umgebung und die Leute kennen zu lernen.
Kopenhagen ist von der Größe überschaubar, noch nicht von Touristen „erobert“, bietet aber eine Menge an beeindruckenden Sehenswürdigkeiten, sowohl in der Stadt als auch auf dem Land. Egal, was man gerne machen wollte – ob Sehenswürdigkeiten anschauen, auf dem Land die einzigartige Natur genießen, in der Stadt bummeln gehen oder einfach sich nur mit Freunden am Nyhaven (neuer Hafen) treffen, um den Schiffen und den Leuten zuzuschauen, Kopenhagen bietet immer und für jeden etwas und ist einfach sehens- und vor allem erlebenswert.
Besonders positiv überraschte mich auch das dänische Volk, bei dem von „nordischer Kälte“ nichts zu merken war – ich bekam die offene und herzliche Art der Dänen zu spüren, die mich wirklich tief beeindruckt hat. Toleranz und Gastfreundschaft ist hier allgegenwärtig.
Kurz vor Weihnachten hieß es dann Abschied nehmen – von der Uni, der Stadt, mit der ich sehr viele schöne Erinnerungen verbinde. Die unvergessliche Zeit brachte mir nicht nur viele neue Freunde und ganz unterschiedliche Erfahrungen, sondern hat mich auch in meinem Studium sowie persönlich sehr bereichert.