Bachelor: Kein Schmalspurstudium
Wachsende Akzeptanz in den Unternehmen
Seit dem Jahr 2010 überwiegt der Bachelor bei den Studienabschlüssen. Er löst damit Diplom und Magister endgültig ab. In den Studiengangskonzepten des Bachelors sind die stärkere Praxisorientierung und die Berufsbefähigung zentrale Zielgrößen. Doch decken sich die vermittelten Kompetenzen und Qualifikationen im Bachelor-Studium mit den Erwartungen der Wirtschaft oder verbirgt sich hinter dem Bachelor nur ein „Schmalspurstudium“? Nach wie vor wird die Berufstauglichkeit des Bachelor-Abschlusses diskutiert. Die ehemalige Pforzheimer Studentin der Markt- und Kommunikationsforschung, Stephanie Greiner, griff diese Fragen in ihrer Abschlussarbeit auf.
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Absolvierte kein "Schmalspurstudium": Stephanie Greiner
schloss als Jahrgangsbeste ab. |
Wie sieht die Anerkennung der neuen Studienabschlüsse nach über zehn Jahren Bologna-Reform aus? Was ist der neue Abschluss im Vergleich zum Diplom „wert“ und was können die Absolventen mit ihm anfangen? Die 24-jährige Stephanie Greiner diskutierte diese Fragen im Freundeskreis. „Da sich kein klares Meinungsbild abzeichnete, habe ich mich entschlossen, selber eine Antwort zu suchen, und dies im Rahmen meiner Bachelor-Thesis im Studiengang Markt- und Kommunikationsforschung zu beantworten.“ Im Fokus ihrer Untersuchung steht die Unternehmersicht. Wie sehen Personalverantwortliche aus dem bereich Wirtschaftswissenschaften die Studienabschlüsse. Insgesamt 66 Personalverantwortliche aus führenden Unternehmen bezogen im ausführlichen Online-Fragebogen Stellung.
Zentrales Ergebnis: Die Personaler nehmen den Bachelor als berufsbefähigenden Abschluss wahr und erkennen ihn als solchen an. Die tendenziell jüngeren Absolventen würden im Studienverlauf gut auf den Beruf vorbereitet. Durch die Kürze des Studiums entständen allerdings auch Nachteile und es bestehe weiterhin Verbesserungsbedarf in der Ausbildung. Immer bedeutsamer sei bei Einstellungsgesprächen, dass Absolventen in der Lage wären, über den Tellerrand ihrer Fachdisziplin hinauszublicken, neugierig zu bleiben und sich auch persönlich weiterzuentwickeln. Fast 80 Prozent der Unternehmensvertreter sind der Meinung, dass Absolventen mit Bachelor-Abschluss grundsätzlich die gleichen Karrierechancen hätten wie Diplom-Absolventen und es auf die individuelle Person ankomme. Als Regelabschluss eines Hochschulstudiums wird der Bachelor-Abschluss jedoch nicht gesehen, und er wird auch nicht mit dem Diplom einer Fachhochschule gleichgestellt. Sowohl Personalverantwortliche mit Erfahrungen als auch Personaler, die noch kaum Kontakt mit Bachelorabsolventen haben, bewerten Schlüsselkompetenzen wie Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Zielstrebigkeit im Qualifikationsprofil der Absolventen als sehr wichtig.
Die Berufsaussichten für Pforzheimer Studierenden sind vielversprechend: Über 90 Prozent der befragten Personalexperten schätzen das Studienmodell des Bachelor an der Hochschule Pforzheim positiv ein und sehen den Abschluss als sehr gute Vorbereitung auf das Berufsleben. Im Vergleich mit Studienmodellen anderer Hochschulen sehen Personaler die Stärken des Pforzheimer Studienmodells vor allem in der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, dem Fokus auf der englischen Sprache und besonders im ausgeprägten Praxisbezug.
Für Stephanie Greiner traf diese Akzeptanz zu. Die Absolventin des Studiengangs Markt- und Kommunikationsforschung hat ihr Studium erfolgreich beendet und in der Berufswelt Fuß gefasst.
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