Wirtschaftsingenieurwesen 

Aktuelle Forschungsfelder 

Stillstand ist Rückschritt – Forschung ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil, um die Qualität der Lehre durch neue Erkenntnisse laufend zu verbessern. Die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen und eine zeitgemäße Integration des Fortschritts in die Lehrinhalte sind Voraussetzung, um unsere Studierenden optimal auf die Arbeitswelt vorzubereiten.

Einen originären Forschungsbereich „Wirtschaftsingenieurwesen“ gibt es nicht. Die Forschungsfelder liegen vielmehr an den Schnittstellen von Bereichen wie Logistik, Controlling, Produktion, Maschinenbau, Biotechnik und Informatik. Die Forschungsleistung besteht in erster Linie im Transfer und der Entwicklung neuer Verknüpfungsideen.

Die Professoren aus dem Team Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule Pforzheim beschäftigen sich derzeit mit folgenden Forschungsbereichen:


Digitale Fabrikplanung
Dieser Forschungsbereich nutzt eine Softwarelösung für die Planung komplexer Sachverhalte in der Fabrikplanung. Es können Fabrikneubauten, Modulerweiterungen oder Fließbandfertigungsabläufe geplant und simuliert werden. Die digitale Fabrik vereint alle Bereiche der  Produktion von der Produktentwicklung bis zur Prozessoptimierung durch ihre Netzwerkstruktur. Die benötigten Daten können in Echtzeit in die Planung integriert werden, dies führt zu einer Reduzierung der Planungszeit und verringert somit die Planungskosten. Die Prozesssicherheit wird jedoch aufgrund der Nutzung der umfangreichen Datenbasis.
Prof. Dr. Rainer Wunderlich


Geschäftsprozessoptimierung
Hier werden auf der Grundlage  betriebswirtschaftlicher Kennzahlen, die für den Erfolg eines Unternehmens entscheidend sind, Methoden zur Verbesserung von Aktivitäten und Entscheidungen im Rahmen von Geschäftsprozessen entwickelt.


Nachhaltige Mobilität
Beschäftigt sich mit der Herausforderung, wirtschaftliches Wachstum, ökologische Verantwortung und sozialen Fortschritt erfolgreich miteinander zu verbinden. Ziel ist es, Technologien und Methoden zu entwickeln, die den wachsenden Bedarf an Mobilität effizienter, umweltfreundlicher und gesellschaftlich verträglicher gestalten.
Prof. Dr. Guy Fournier


IT Gestaltung für Virtuelle Organisationen
Virtuellen Organisationen liegt eine Organisationsstruktur zu Grunde, die auf eine netzwerkartige Zusammenarbeit rechtlich selbständiger Einheiten ausgelegt ist. Beispiele sind Konzerne, Unternehmensverbünde wie Produktions- und Handwerkernetzwerke aber auch Kooperationsverbünde staatlicher und nicht-staatlicher Organisationen. Der Kooperationserfolg von Virtuellen Organisationen ist im erheblichen Maße vom Einsatz bedarfsgerechten IT Lösungen zum Beispiel zur Kooperations-, Moderations- und Gruppenentscheidungsfindung abhängig.
Prof. Dr. Heiko Thimm


Risikomanagement
Einen Forschungsschwerpunkt bildet die Gestaltung von innovativen  Lösungsansätzen für Risikomanagementsysteme. Ziel ist die Entwicklung von Instrumenten und Methoden für KMU, die es erlauben Risiken wesentlich präziser zu messen und zu quantifizieren. Die erarbeiteten Lösungsansätze sind dabei branchenübergreifend und ermöglichen es Unternehmen Risikomanagement zu überschaubaren Kosten erfolgreich zu implementieren und somit  ihrer Geschäftstätigkeit mehr Stabilität zu verleihen.
Prof. Dr. Hans-Georg Köglmayr


Intercultural Engineering
Heutige interkulturelle Zusammenarbeit findet zu einem großen Teil in technischen Arbeitsfeldern statt. Dies beinhaltet nicht nur direkten interkulturellen Austausch, sondern auch virtuelle, teilweise technologie-gestützte Interaktionen. Diese technische oder technisierte interkulturelle Arbeitswelt hat in der heutigen Industrie-Praxis eine große Bedeutung, wird jedoch in den Theorien des interkulturellen Managements und in der interkulturellen Personalentwicklung bislang kaum berücksichtigt. Der Forschungsschwerpunkt Intercultural Engineering widmet sich dem Verständnis der interkulturellen Zusammenarbeit in technischen und technologie-gestützten Arbeitsfeldern und schließt somit eine wichtige Lücke in Theorie und Praxis. Basierend auf empirischer Forschung werden interkulturelle Kompetenztheorien für technische Arbeitsfelder entwickelt. Daraus abgeleitet werden Maßnahmen der interkulturellen Kompetenzentwicklung für Studierende, Arbeitnehmer und Unternehmen in technischen Arbeitswelten. Die Umsetzung des Intercultural Engineering-Gedankens bei der Ausbildung zukünftiger Fach- und Führungskräfte findet sich im Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen / International Management, dem ersten technischen Studiengang in Deutschland mit integrierter interkultureller Handlungskompetenz. Aktuelle Publikationen zum Fachgebiet Intercultural Engineering finden Sie hier.
Prof. Dr. Jasmin Mahadevan / Veronika Pauer, B. Sc. (Wirtschaftsingenieurwesen)

 

Diversität und Interkulturelles Lernen (DIL)
In der heutigen globalisierten, multikulturellen und diversen Lebens- und Arbeitswelt gehört das Management kultureller Komplexität zur Kernaufgabe jeder einzelnen Person. Notwendig sind das Erkennen und die Überwindung von Fremdheit sowie das Herstellen von Gemeinsamkeit durch Interaktion, Prozesse, Organisation und Strategie. Interkulturelles Lernen ist somit die Schlüsselaufgabe heutiger Gesellschaften, Institutionen und Unternehmen. Forschungsgegenstand sind dementsprechend die Bedingungen, Abläufe und Kontexte interkulturellen Lernens und interkultureller Zusammenarbeit in realen, teilweise technologie-unterstützten, Lebens- und Arbeitswelten zwischen Wirtschaft, Technik und Gesellschaft. Als interkulturell wird hierbei jede Situation verstanden, in der Diversität aufeinander trifft. Im sozialen Umfeld tritt Diversität an vielen Scheidelinien auf, vor allem bedingt durch Migration und Bi-Kulturalität. Im Unternehmenskontext sind die relevanten kulturellen Ebenen vor allem: (1) Gesellschafts- und Nationalkulturen, (2) Organisations- und Unternehmenskulturen, (3) Berufs- und Professionskulturen. Der Forschungsschwerpunkt Diversität und Interkulturelles Lernen erforscht diese komplexen Lebens- und Arbeitswelten und entwickelt Lösungsansätze zur Überwindung von Fremdheit, zur Herstellung von Gemeinsamkeit und zur Nutzung der Vorteile von Diversität. Aktuelle Forschungsprojekte finden Sie hier.
Prof. Dr. Jasmin Mahadevan / Prof. Dr. Katharina Kilian-Yasin / Franziska Müller, M.A.



Quantitative Methoden
Dieser Forschungsbereich konzentriert sich auf die Anwendung und Weiterentwicklung standardisierter Methoden aus der Statistik und der numerischen Mathematik zur zahlenmäßigen Erfassung, Beschreibung und Auswertung von Sachverhalten. Diese Methoden sind nützliche Werkzeuge im Rahmen einer Entscheidungsfindung.
Prof. Dr. Wolfgang Gohout


Lean Manufacturing
Die schlanke Produktion hat das Ziel, Prozesse zu analysieren und nicht wertschöpfende Anteile zu eliminieren. Der Fokus richtet sich hierbei auf Tätigkeiten in der Produktion (Low Cost Automation), auf logistische Abläufe (Value Stream Mapping) und auf Administrative Prozesse (Lean Office). Neben den innovativen Veränderungen in der Wertschöpfungskette hat vor allem der Mitarbeiter bezüglich der Nutzung seines kreativen Potentials eine zentrale Stellung.
Prof. Dr. Peter Saile


Social Media im Customer Relationship Management
Die Kunden von Heute, auch unter dem Namen „Digital Natives“ bekannt, da sie mit den Internet aufgewachsen sind, weisen einen anderen Umgang mit neuen Medien und ein anderes Kommunikationsverhalten auf. In diesem Themengebiet wird untersucht, wie Social Media eingesetzt werden können, Kunden über Produkte zu informieren,  sie zum Kauf anzuregen, neue Kunden zu gewinnen und an das Unternehmen zu binden.
Prof. Dr. Rebecca Bulander


Global Process Management 
Die Globalisierung bietet international orientierten Firmen, insbesondere auch aus dem Mittelstand, neue Chancen, durch integriertes Zusammenwirken Kunden auf der ganzen Welt besser als bisher zu bedienen. Zum Management solcher „Value Chains“ sind neuartige, zielorientierte Steuerungsmethoden und -instrumente durchgängig für alle Stufen der globalen Wertschöpfung - von der Entwicklung über die Produktion bis zum Vertrieb -erforderlich. Sie sind bisher weder in der Managementlehre noch im praktischen Vollzug ausreichend entwickelt. Ausgehend vom Prozessgedanken arbeitet ein Team an diesem Thema.
Prof. Dr. Martin Weiblen / Prof. Dr. Harald Schnell


Value Chain Controlling
Korrespondierend mit dem Team zur Entwicklung von Management Tools für globale Prozesse  arbeitet ein Team an der finanzwirtschaftlichen Analyse von Wertschöpfungsketten, die aus unabhängigen Firmen mit grenzüberschreitendem Geschäftsverkehr bestehen. Die Idee ist, die Prinzipien der Wertorientierten Unternehmens­führung auf integrierte Value Chains anzuwenden und das hierfür erforderliche Controlling-Instrumentarium zu entwickeln bzw. auszubauen.
Prof. Dr. Martin Weiblen


Management des immateriellen Vermögens im Mittelstand
Traditionell, aber eher intuitiv, spielen im Mittelstand Größen wie Mitarbeiter/Human­kapital, Know How, Patente, Marken, eine große Rolle als Erfolgsfaktoren. Solche immateriellen Werte werden mehr und mehr als strategische Werttreiber für solche Unternehmen erkannt. Wir beteiligen uns an Forschungsprojekten, die eine systematische Aufdeckung, Messung und Steuerung von „intangibles“, insbesondere im Mittelstand, zum Ziel haben. Z. B. ist die Zusammenarbeit mit der Universität Kaiserslautern auf diesem Gebiet schon weit gediehen.
Prof. Dr. Martin Weiblen
 
              

Innovationsmarketing und –finanzierung
Das Forschungsfeld befasst sich mit den Besonderheiten der Vermarktung und Finanzierung von Innovation. Kleine und mittlere Technologieunternehmen sowie Unternehmensgründungen stehen im Fokus. Hierbei werden insbesondere Finanzierungsinstrumente wie Venture Capital, Private Equity und Fördermittel betrachtet. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bewertung von Technologieunternehmen, Technologien und Schutzrechten.
Prof. Dr. Udo Wupperfeld

 

 

Kontaktdaten

Sekretariat
Adresse
Tiefenbronner Str. 65
D - 75175 Pforzheim
 
Raum
T1.2.26
Telefon
(07231) 28-6056
Fax
(07231) 28-6057
E-Mail