Pforzheimer Werkstoffkundeteam auf Metallographie-Tagung 

Werkstoffstrukturen, Prüfverfahren und Forschungsergebnisse 

Vom 14. bis 16. September fand die 45. Internationale Metallographie-Tagung der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde e.V. im Karlsruher Kongresszentrum statt. Unter die zahlreichen Aussteller von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen mischte sich auch das Team des Werkstoffentwicklungs- und Prüflabor der Hochschule Pforzheim. Die Maschinenbauer waren gleich mit drei Fachbeiträgen vertreten und diskutierten ihre aktuellsten Forschungs-erkenntnisse mit den zahlreichen und kompetenten Tagungsteilnehmern. Geometrische Strukturen offenporiger Schäume, makroskopische Gefügeanalysen und Kupfer-Magnesium-Legierungen standen im Fokus der Pforzheimer Beiträge. Themen wie diese stellen für das Werkstoffkundeteam unter der Leitung von Prof. Dr. Norbert Jost die aktuellen Forschungs-aufgaben dar, die auch als sogenannte Drittmittelprojekte von Bund, Land und Industrie finanziell gefördert werden.

 


Das Werkstoffkunde-Team auf der Metallographie-Tagung:
Andreas Zilly, Nelson Brito, Andreas Baum, Alexander Matz,  Prof. Norbert Jost,
Ursula Christian, Simon Kött, Elke Bär (Fa. Diehl), Egon Drotleff (v.l.n.r.) 

 

Thermische Isolatoren, medizinische Implantate oder Dämpfungselemente – offenporige zelluläre Strukturen (auch metallische Schäume genannt) finden bereits ein breites Anwendungsspektrum. Diese hochinnovative Werkstoffgruppe weiter zu erforschen und für eine optimale industrielle Verwertung zunutze zu machen, haben sich die Wissenschaftler zur Aufgabe gemacht. Das Forscherteam analysiert und beschreibt die Eigenschaften der Strukturen, die sich aus dem Material aus dem diese hergestellt sind, bestimmen. Aluminium-, Silizium-, oder auch Titan-schaum. werden z.B. mit Hilfe der digitalen 3D-Mikroskopie genauestens “unter die Lupe genommen“, um deren mikroskopischen Aufbau und geometrischen Strukturen zu bestimmen. Weitere darauf aufbauende Arbeiten sollen diesem grundlegenden systematischen Ansatz folgen.

 
Offenporiger Aluminium-Schaum unter dem 3D-Lichtmikroskop


Im Werkstoffkundelabor geht es heiß her: hier bei der Herstellung eines Gießdrahtes 

Kupfer-Magnesium-Legierungen, die als Leitmaterial zum Beispiel in der Kabelindustrie oder in Oberleitungen von Hochgeschwindigkeitszugstrecken ihren Einsatz finden, sind ein weiteres zentrales Forschungsthema für das Werkstoffkundelabor. Ausscheidungsfähige CuMg-Legierungen sollen in ihren Werkstoffeigenschaften entsprechend optimiert werden, so dass diese später in der industriellen Anwendung sinnvoller und wirtschaftlicher eingesetzt werden können. Vor allem durch genau definierte thermomechanische Behandlungen lassen sich die Eigenschaften der Legierungen gezielt beeinflussen. So können z.B. deren Härte, Zugfestigkeit und Leitfähigkeit jeweils optimal aufeinander abgestimmt werden. Aktuelle Ziele der Forschungs-tätigkeiten in diesem Bereich sind die Optimierung der Herstellungs-technologie und das Aufzeigen weiterer industrieller Anwendungsmöglichkeiten. Möglicherweise könnten sogar andere zum Teil in der Praxis verwendete toxische und/oder deutlich teurere Legierungen durch diese optimierten CuMg-Legierungen ersetzt werden.

Die Metallographie-Tagung ist eine bei Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland seit langem hervorragend etablierte Fachveranstaltung, die im jährlichen Rhythmus an wechselnden Orten stattfindet. Das Fachgebiet der Metallographie als wichtiges Teilgebiet der Werkstoffkunde beschäftigt sich insbesondere mit dem sogenannten Gefügeaufbau, also der Struktur und Mikrostruktur von Werkstoffen. Die Materialforschung und -prüfung stellt für die meisten produzierenden Unternehmen einen wichtigen zentralen Baustein für die Qualitätssicherung dar oder hilft bei der Beurteilung von Schadensfällen.

Weitere Informationen der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde e.V.:
www.dgm.de/metallographie

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