Werkstoffanalyse 

Übersicht 

In unserem Labor können wir einige sehr spezielle und präzise Messungen und Werkstoffanalysen durchführen:

 DSC = D ifference S canning C alorimetrie

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DIL = Dil atometrie


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HDT = H eat D istortion T emperature = Warmformbeständigkeit

 

 Die Warmformbeständigkeitsprüfung nach EN ISO/R 75 ermittelt die Temperatur, bei der sich ein Material, das unter Raumtemperatur formfest ist, unter Belastung durch ein Gewicht verformt. Ein Probestab, i.d.R. ein Thermoplast, wird wie ein Biegebalken an den Enden auf zwei Auflager aufgelegt und mittig mit den Normbelastungen 450 kPa oder 1880 kPa beaufschlagt. Die Gewichte wirken über eine bewegliche Stange auf die Probe. Om oberen Ende der Stange wird eine Messuhr angekoppelt. Der ganze Aufbau wird in ein temperierbares Ölbad abgesenkt. Die Temperatur wird mit 2°C pro Minute erhöht. Wenn in der Probenmitte die Durchbiegung, die an der Messuhr abgelesen werden kann, 0,25 mm beträgt, wird die Temperatur des Wärmeträgeröls in der Nähe der Probe gemessen und automatisch gespeichert. Diese Temperatur ist die HDT-Temperatur.
Der Test wird angewandt in der Qualitätskontrolle, bei Materialentwicklungen und zur Materialcharakterisierung.


Vicat = Vicat-Eindringtest = Louis Vicat (1786-1861)

Diese Methode bestimmt die Erweichungstemperatur eines thermoplastischen Materials als Kennzahl für das Verhalten bei Erwärmung. Der Aufbau ist ähnlich dem des Warmformbeständigkeitstests. Die Probe wird aber nicht als Biegebalken sondern flach auf eine feste Auflage aufgelegt. Die Belastung erfolgt über eine spezielle Vicat-Nadel (Spitzendurchmesser 1 mm). Der ganze Aufbau wird in ein temperierbares Ölbad abgesenkt und Temperatur mit 2°C pro Minute erhöht. Irgendwann ist das Material dann so weich, dass die Vicat-Nadel in die Probe eindringt. Wenn die Vicat-Nadel 1 mm in die Probe eingedrungen ist, wird die Temperatur gemessen und gespeichert. Nach DIN 53460 heisst dieser Wert "Vicat-Erweichungstemperatur".


MFI = M elting F low I ndex

Auf deutsch heisst der Wert, der mit diesem Gerät gemessen wird Schmelzeflussindex. Der Messaufbau besteht aus einem senkrecht stehendem Röhrchen, das von außen beheizt werden kann. Von oben wird zuerst Kunststoffgranulat in das Röhrchen gefüllt. Unten ist dieses Röhrchen durch eine Düse (Scheibe mit definiertem Loch) verschlossen. Jetzt wird von oben ein Stempel mit definierten Gewichten auf das Granulatgesetzt und das Granulat aufgeheizt bis es schmilzt und durch die Düse läuft. Nach einer bestimmten Zeit (z.B. 10 min) wird gewogen, wieviel Gramm durch die Düse gelaufen sind. Der MFI hat dann die Einheit x Gramm pro 10 min. Man braucht diesen Wert, um zu bestimmen, ob ein Material extrudiert, spritzgegossen, kalandriert oder sonstwie verarbeitet werden kann.