Bachelorstudiengänge im Maschinenbau
Wissenswertes
Maschinenbau/Produktentwicklung (B.Eng.) oder Maschinenbau/Produktionstechnik (B.Eng.) ? Das ist hier die Frage!
Sie streben ein Maschinenbaustudium an der Hochschule Pforzheim an? Seit dem Wintersemester 2009/10 können Sie bei uns zwischen zwei Bachelorstudiengängen auswählen. Ihre Ausbildung wird damit noch punktgenauer, jedoch ohne dass Sie sich durch Ihre jetzige Entscheidung zukünftige Berufswege versperren. Wie das geht? Hintergrundinformationen, die Ihnen die "Qual der Wahl" erleichtern werden, finden Sie in den nächsten Abschnitten.
Auch zuvor gab es in unserem ehemaligen Studiengang Maschinenbau (B.Eng.) die beiden Vertiefungsrichtungen Produktentwicklung und Produktionstechnik, die sich an den Kernaufgaben von Ingenieurinnen und Ingenieuren orientieren. Diese bewährte Ausrichtung wurde nun konsequent weiterentwickelt zu zwei eng verzahnten Studiengängen. Wir bieten somit heute mehr Studierenden einen Studienplatz, der Sie noch zielführender Ihrem Traumberuf näherbringt.
In sieben bis acht Semestern, also dreieinhalb bis vier Jahren, haben Sie jeweils den Abschluss Bachelor of Engineering in der Tasche - egal, wo Sie heute Ihre Präferenz setzen. Die breite Grundausrichtung des Maschinenbaustudiums wurde bei der Neuplanung der Studiengänge beibehalten, was sich schon daran zeigt, dass der Studienplan für die ersten drei Semester exakt gleich ist. Demnach sind Sie in jedem Fall mit allen für den allgemeinen Maschinenbau wichtigen Kenntnissen gut vertraut. Auch das Highlight des Studiums in Pforzheim, die Projektarbeiten im Team vom 1. bis zum 6. Semester, existieren fort bzw. wurden sogar noch ausgebaut. Damit werden die Schlüsselqualifikationen Teamarbeit, Projektplanung und Anwendungskompetenz, die für Sie heute unabdinglich sind, noch stärker gefördert.
Die Ausrichtung der beiden Studiengänge orientiert sich an den Kernkompetenzen technisch ausgerichteter Unternehmen, der Produktentwicklung einerseits und der Produktion dieser Produkte andererseits. Durch die Aufteilung in zwei Studiengänge entspricht Ihre Ausbildung dem jeweiligen Anforderungsprofil also noch genauer. Speziell im Bereich Maschinenbau/Produktionstechnik ist in der Region Nordschwarzwald eine Vielzahl hochqualifizierter Ingenieurarbeitsplätze zu besetzen. Besonders erwähnt sei hierbei die Umform- und Stanztechnik, in der die regionale Industrie zur Weltspitze zählt. Qualifizierter Nachwuchs ist jedoch rar, weshalb sich mehrere Firmen zusammen-geschlossen haben, um eine Stiftungsprofessur Stanztechnik im Maschinenbau zu ermöglichen. Vielleicht haben Sie ja Lust mitzuhelfen, diese Lücke auf dem Arbeitsmarkt zu schließen?
Die Optimierung und Anpassung des Curriculums ("Stundenplans") an neueste Entwicklungen wurde außerdem dazu genutzt, zusätzliche Übungen und Labore einzubauen. Hiervon profitiert Ihre Anwendungskompetenz gewaltig! Mehr Studierende, die Folge der zwei Studiengänge sind, erlauben zudem ein deutlich erweitertes Angebot an Wahlpflicht- und Wahlfächern nach dem Praxissemester. Sie können somit ganz entsprechend Ihren Interessen und Fähigkeiten individuelle Schwerpunkte setzen.
Kurz zusammengefasst:
Die Qualitätsmerkmale unseres bisherigen Studiengangs Maschinenbau (B.Eng.), den vielleicht Ihre Freunde und Bekannten studieren, bleiben erhalten:
- Bachelor-Studium zum Bachelor of Engineering in 7 bis 8 Semestern.
- Die bewährte, breite Grundausrichtung des Maschinenbaustudiums (eher Generalist als Spezialist) wird beibehalten.
- In den ersten 3 Semestern unterscheiden sich beide Studiengänge nicht.
- Wahlfächer können auch aus dem jeweils anderen, nicht gewählten Schwerpunkt belegt werden.
- Unterrichtssprache bleibt in fast allen Veranstaltungen Deutsch.
- Die Projektorientierung des Studiums als herausragender Erfolgsfaktor des Maschinenbaus in Pforzheim.
- Soft Skills wie Präsentationstechnik, Teamarbeit und Projektmanagement und übergreifende Kenntnisse (Fremdsprachen, BWL, Recht) bilden nach wie vor einen wesentlichen Baustein.
- Das Vorpraktikum bleibt mit 8 Wochen unverändert.
- Das Praxissemester im 5. Semester bleibt ebenfalls unverändert.
- Praxissemester oder Studium im Ausland sind erwünscht und werden gefördert.
- Abschlussarbeit ist nach wie vor die Bachelor Thesis.
- Das Traineeprogramm gilt für beide Studiengänge (nähere Informationen zu dieser Finanzierungsmöglichkeit des Studiums finden Sie hier).
- Das Bewerbungsverfahren ändert sich nicht.
Das ändert sich - und für Sie sind zusätzliche Vorteile zu verzeichnen:
- Die Zahl der Studiengänge verdoppelt sich: Sie erhöht sich von bisher 1 x Maschinenbau auf 1 x Maschinenbau/Produktentwicklung und 1 x Maschinenbau/Produktionstechnik. Damit verbunden steigt die Zahl der Studienplätze von bisher 70/Jahr auf nun insgesamt 140/Jahr (2 x 40 im WS, 2 x 30 im SS). Beides bedingt ein größeres Angebot an Lehrveranstaltungen, aus dem Sie auswählen können.
- Ab dem 4. Semester unterscheiden sich die Studieninhalte entsprechend der Schwerpunkte Produktentwicklung und Produktionstechnik. Dadurch ist es möglich, zusätzliche Kompetenzen in dem gewählten Schwerpunktbereich und damit eine noch besser an den Marktanforderungen orientierte Qualifikation zu erwerben.
- Projektorientiertes Arbeiten wird durch ein erweitertes Zeitbudget noch stärker betont.
- Zusätzliche (im Vergleich zum bisherigen Curriculum) Übungen und Labore dienen zur noch besseren Vertiefung der Lehrinhalte.
- Die Auswahl an Wahl- und Wahlpflichtfächern im 6. und 7. Semester wurde aktuellen technischen Entwicklungen angepasst und deutlich erweitert, z.B. um die speziell in der Region Nordschwarzwald bedeutsame Stanztechnik.
- Speziell um das Gebiet der Stanztechnik abzudecken wurde eine Stiftungsprofessur Stanztechnik eingerichtet.
- Die neue Veranstaltung mit Labor "Auslegung und Betrieb elektrischer Antriebe" im 4. Semester trägt dem Trend Rechnung, dass im Maschinen- und Fahrzeugbau immer mehr elektrische Motoren zum Einsatz kommen.
- Im 6. und 7. Semester fördert ein Pflichtfach und ein Wahlfach in Englisch die Fremdsprachenkompetenz.
- Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte wurden auch in allen bisherigen Seminaren als besonders wichtig erachtet. Künftig wird Fragestellungen zum Thema Ökologie zusätzlich eine eigene Veranstaltung gewidmet.
Damit wissen Sie nun umfassend über die Gründe für unsere Neuausrichtung Bescheid. Eine Antwort auf Ihre ganz persönliche Studienentscheidung haben Sie aber wahrscheinlich noch nicht gefunden. Deshalb noch mal ganz konkret: Jetzt also Maschinenbau/Produktentwicklung oder Maschinenbau/Produktionstechnik studieren?
Wie unterscheiden sich denn nun die Studiengänge Maschinenbau/Produktentwicklung (MBPE) und Maschinenbau/Produktionstechnik (MBPT) im Einzelnen? Wie erwähnt stellen sie die konsequente Weiterentwicklung des bisherigen Maschinenbaus mit den Vertiefungsrichtungen Produktentwicklung und Produktionstechnik dar und sind eng miteinander verflochten. Beide bauen auf dem gemeinsamen, breiten und bewährten Fundament der Maschinenbau-Grundausbildung in den ersten drei Semestern auf und legen dann ab dem 4. Semester unterschiedliche Schwerpunkte.
Im 4. Semester hören Sie ebenfalls noch gemeinsame Fächer wie z.B. Wärmelehre, Fluidmechanik oder Regelungs- und Versuchstechnik, die anderen Vorlesungen sind schwerpunktspezifisch wie z.B. Komponenten der Feinwerktechnik und Mechatronik für MBPE und Handhabungs- und Montagetechnik für MBPT.
Nach dem Praxissemester (5. Sem.) stehen dann die Profil- und Wahlpflichtmodule sowie die Wahlfächer im Vordergrund. Sie wählen hierfür drei Profilmodule aus dem belegten Studiengang. In zwei Wahlfplichtmodulen und mehreren Wahlfächern können Sie entweder den gewählte Schwerpunkt weiter vertiefen oder sich Kenntnisse aus dem jeweils anderen Schwerpunkt aneignen.
Gemeinsame Veranstaltungen sind im 6. und 7. Semester noch die Interdisziplinäre Projektarbeit sowie die Vorlesungen Recht und Sustainable Development.
Sie schließen Ihr Studium mit der Bachelor Thesis ab.
Wie der Name schon sagt liegt bei Maschinenbau/Produktentwicklung der Schwerpunkt darauf, ein Produkt von der Idee bis zur Serienreife zu entwickeln. Dazu werden sowohl die Fachkenntnisse als auch die Methoden vermittelt, unter anderem exemplarisch an Geräten der Feinwerktechnik und Mechatronik oder im Automobilbau. Allerdings muss auch eine Produktentwicklerin oder ein Produktentwickler über Produktionswissen verfügen, weshalb vor allem im Grundstudium gemeinsame Vorlesungen und Labore zur Produktionstechnik enthalten sind.
Als spätere Einsatzfelder kommen insbesondere Forschung und Entwicklung, Konstruktion und Versuch sowie Technischer Vertrieb in Frage. Durch entsprechende Schwerpunktsetzung Ihrerseits z.B. im Praxissemester, in den Wahlpflichtfächern oder durch das Thema der Bachelor Thesis können Sie sich aber auch für eine Tätigkeit in der Produktion qualifizieren.

Studierende bei der Projektarbeit im Labor
Studiengangspezifische Inhalte ab dem 4. Semester:
- Mechatronische und feinwerktechnische Komponenten
- Ausgewählte Themen (Auswahl und Auslegung elektrischer Antrieb, Produktdatenmanagement)
- Produktentwicklung (Rechnerintegrierte Produktentwicklung, Fertigungs- und montagegerechte Gestaltung, Seminar Produktentwicklung/Konstruktion inkl. gewerbliche Schutzrechte)
Profil- und Wahlpflichtfächer im Studiengang Maschinenbau/Produktentwicklung (Module):
- Antriebe im Maschinenbau
- Entwickeln mechatronischer Systeme
- Entwickeln innovativer Fahrzeugkomponenten
- Kosten und Qualitätsmanagement in der Produktentwicklung
- Angewandte Werkstofftechnik und Zuverlässigkeit
- Simulations- und Validierungsverfahren
Sie müssen drei von sechs Fächern auswählen, haben zudem jedoch noch weitere Wahlmöglichkeiten gemäß der Studienprüfungsordnung.
Auf den zweiten Kernbereich im Maschinenbau legt der Studiengang Maschinenbau/Produktionstechnik seinen Schwerpunkt. Die Einrichtung dieses Studiengangs trägt vor allem dem Wunsch der regionalen Unternehmen Rechnung, die einen hohen Bedarf an Ingenieuren und Ingenieurinnen in diesem Bereich sehen.
Hierbei geht es vorwiegend um die technischen und organisatorischen Aspekte der Herstellung und Montage von Komponenten, Geräten und Maschinen. Dass diese Produktionsgesichtspunkte auch bei der Produktentwicklung eine große Rolle spielen und möglichst frühzeitig im Produktentwicklungsprozess berücksichtigt werden sollten, zeigt die enge Verzahnung beider Schwerpunkte. Fachkenntnisse bzgl. Fertigungsverfahren inklusive moderner Automatisierungs- und Simulationstechnik und Methoden z.B. zur Qualitätssicherung oder Produktionsorganisation stehen auf dem Lehrprogramm.
Dieser Studiengang zielt im industriellen Einsatz auf die produktionsnahen oder produzierenden Bereiche wie Fertigungsplanung und -vorbereitung, Produktion, Montage oder Qualitätsmanagement ab. Auch die Entwicklung von innovativen Produktionsverfahren z.B. Materialbearbeitung mit Laser oder von Maschinen für die Produktion bietet sich als Einsatzfeld an. Wenn Sie eine einschlägige Berufsausbildung mitbringen, ist das für diesen Studiengang besonders von Vorteil. Durch entsprechende Schwerpunktsetzung z.B. im Praxissemester, in den Wahlpflichtfächern oder durch das Thema der Bachelor Thesis können Sie sich jedoch auch für eine Tätigkeit in der Produktentwicklung qualifizieren.

Hochschuleigene Roboter sind gute Übungsobjekte für den späteren Berufsalltag
Studiengangsspezifische Inhalte ab dem 4. Semester:
- Produktivität und Qualität (z.B. Qualitätssicherung und Arbeitssicherheit)
- Automatisieren von Produktionsprozessen (Handhabungs- und Montagetechnik, Automatisierungstechnik)
- Materialfluss & Automatisierung (z.B. Industrielle Messtechnik)
Profil- und Wahlpflichtfächer im Studiengang Maschinenbau/Produktionstechnik (Module):
- Planen von Produktions- und Automatisierungssystemen
- Produktionsorganisation
- Materialwirtschaft & Produktionslogistik
- Bearbeiten von Materialien
- Technologien des Stanzens und Umformens
- Technologien des Werkzeugbaus
Hiervon müssen Sie drei von sechs Fächern auswählen, weitere Wahlmöglichkeiten gemäß der Studienprüfungsordnung bestehen.
Sie können zwischen beiden Studiengängen - abhängig von den verfügbaren Kapazitäten - prinzipiell auch nach Studienbeginn wechseln.
Wenn Sie noch offene Fragen haben, wenden Sie sich gern an die Studiengangleiter unseres Bereichs oder unser Sekretariat. Sie finden die Kontaktdaten der jeweiligen Ansprechpartner/in rechts aufgeführt.