Visionärer Siegerspot von Pforzheimer Hochschul-Jury gekürt
05.03.2010
Gesucht wurde ein moderner, visionärer Werbespot! Unter 211 Einreichungen prämierte die Jury der Hochschule Pforzheim am Freitag, 5. März 2010, zwei Teams mit dem Zukunftspreis des spotlight-Festivals. „Mit der neuen Kategorie "no limits" war es für uns in diesem Jahr schwieriger, eine Entscheidung für einen einzigen Spot zu treffen. Die eingereichten Beiträge unterschieden sich in Machart, Anspruch, Zielgruppe noch stärker als in den vergangenen Jahren“, so die Pforzheimer Wissenschaftsjury. Aus diesem Grund freut sich die Jury, dass sie zwei Spots auszeichnen durfte und gratuliert den Preisträgern der Spots „Du bist Terrorist“ und „Blitz“ zum Visions Award“.
Der Siegerspot „Du bist Terrorist“, eingereicht im Wettbewerb „spotlight for students“ in der Kategorie web&mobile, zeichnet sich durch seine provokative, plakative und spielerisch einfache Art aus. Alexander Lehmann gelingt es, dass komplexe System der Datensicherheit und Datenfreiheit im World Wide Web kompakt zusammenzufassen. Der Absolvent der FH Kaiserslautern im Fach Virtual Design nutzt den Spannungsbogen zwischen Komplexität und Einfachheit virtuos: In nur zwei Minuten schafft er es, das Bild eines Staates zu zeichnen, in dem jeder überwacht wird. Das Thema ist visuell optimal, nämlich schlicht, übersichtlich und in nachvollziehbarer PC-Nutzer-Ansicht, umgesetzt. Durch den investigativen Anstrich und den gleichzeitig provokanten Unterton wird der Zuschauer direkt angesprochen, betroffen gemacht und so in hohem Maße involviert.
In Sachen direkter Zuschauer-Ansprache war jedoch ein anderer Spot aus der neu geschaffenen Kategorie „no limits“ ebenbürtig, wenngleich er völlig andere Mittel nutzt. Von dem Spot „Blitz“, einer Dokumentation aus dem Hause BMW waren die Pforzheimer Werber sehr beeindruckt. Der Spot setzt eine neuartige technische Werbeform ein! „Dies ist ein Spot, der ohne direkt sichtbares Logo auskommt und den Zuschauer zum Teil des Spots werden lässt“, so die Jury. Während eines BMW-Werbespots im Kino wird durch einen harmlosen Fotoblitz die Marke BMW direkt auf die Netzhaut belichtet und der sogenannte Nachbildeffekt genutzt. Es wird für die Adressaten ein überraschendes Erlebnis geschaffen, das zu dieser Zielgruppe passt. So wie nach einem direkten Blick in das Sonnenlicht beim Schließen der Augen eine Sonne „zu sehen“ ist, zeigt sich dem Kinobesucher das vorher nicht bewusst wahrgenommene Blitzlicht „BMW“, wenn er nach Aufforderung seine Augen schließt. Ein Überraschungseffekt, den die Jury auszeichnenswert fand. Das Einbeziehen und direkte Erreichen des Kunden („involvement“), das eines der Ziele von Werbung sein kann, wird hier innovativ und überraschend umgesetzt.
Der Visions Award zeichnet seit 2008 denjenigen Werbespot aus, der durch visionäre Ansätze und neue Perspektiven heraussticht und somit Trends der Bewegtbildkommunikation von morgen aufspürt. Als Wissenschaftspartner des Festivals stellte die Hochschule Pforzheim in diesem Jahr eine Jury aus zwei Professoren, zwei wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und sechs Studierenden des Studiengangs Werbung sowie zwei Studenten des Masterstudiengangs Creative Communication & Brand Management.
Das spotlight-Werbefilmfestival zählt zu den renommiertesten Kreativwettbewerben im deutschsprachigen Raum und fand in diesem Jahr im Kongresszentrum Rosengarten in Mannheim statt. Parallel zu der Preisverleihung durch die Fachjury bewertete auch eine rund 2.000-köpfige Publikumsjury die eingereichten Werbefilme im Publikumswettbewerb.
zum Thema:
Dr. Brigitte Gaiser; Professorin im Studiengang Werbung an der Hochschule Pforzheim, Tel.: ( 0 72 31) 28 – 6075, brigitte.gaiser@hs-pforzheim.de