"Käfer" betreten Neuland - Vereinbarkeit von Familie und Studium
15.06.2010
„Wohin mit den lieben Kleinen?“ Eine Frage, die für viele junge Familien nicht einfach zu beantworten ist. In Kooperation mit dem Caritasverband e.V. Pforzheim stellt die Hochschule Pforzheim für Studierende und Mitarbeiter seit zwei Jahren Betreuungsplätze für unter 3jährige zur Verfügung. Dieses – zur Einführung avantgardistische - Modell hat sich als Standortvorteil für die Hochschule erwiesen und soll beibehalten beziehungsweise zukünftig ausgebaut werden.
„Der Bedarf ist größer als das Angebot“, stellte Wolfgang Hohl, Kanzler der Hochschule, klar. Die zehn Plätze, die die Hochschule zurzeit im Kinderhaus Wurmbergstraße besetzen kann, sind immer belegt. Seit Herbst 2008 wird im Pforzheimer Kinderhaus in der Wurmbergerstraße in der "Käfergruppe" der Nachwuchs der Studierenden und der Hochschulmitarbeiter betreut. Dabei hatten Hochschule und Träger zu Beginn des Projektes etliche Schwierigkeiten zu überwinden. Kooperationsmodelle waren auf diesem Feld noch nicht üblich und Hochschulen mit Kinderbetreuungsmöglichkeiten eher selten.
Mit Hilfe der Stadt Pforzheim und des Wissenschaftsministeriums Baden-Württemberg begannen Hochschule und der Caritasverband den Fahrplan, der ein Baustein für das Ziel einer familiengerechten Hochschule darstellt, umzusetzen. „Nach der zweijährigen Praxis können wir eine durchweg positive Bilanz ziehen“, freute sich Frank-Johannes Lemke, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes e.V. Pforzheim. „Mit diesem Pilotprojekt sind wir neue Wege gegangen“, stimmte Lemke dem Kanzler der Hochschule zu. Die künftige finanzielle Absicherung der Kinderbetreuung ist ab dem Jahr 2011 noch ungewiss. Mit dem Auslaufen der Förderprogramme müsse nach neuen Möglichkeiten Ausschau gehalten werden. „Nur durch Spenden werden wir das Angebot nicht aufrecht erhalten können“, so Hohl.
„Eine Beruhigung und wesentliche Erleichterung“ bedeute das Kinderhaus für sie, stellte eine Studentin klar. Sie könne Studium und Prüfungen viel entspannter angehen, wenn in direkter Nachbarschaft zur Hochschule ihr Kind betreut werde. Angedacht seien – trotz der etwas unsicheren Finanzlage – eine Aufstockung der Plätze und die Erweiterung auf die Betreuung der über 3jährigen. Bisher bestände kein Anspruch, dass die Kinder in eine der Regelgruppe des Kinderhauses übernommen würden. „Das würden wir gern ändern“, kommentierte Brigitte Burkart, stellvertretende Beauftragte für Gleichstellung der Hochschule die Situation.