Post it für die Fassade des neuen Kunsthauses 

02.06.2010 

Das Kunsthaus 19/21 wird ein Ort für den künstlerischen Nachwuchs werden. Der Pforzheimer Unternehmer Dr. Hans Eberhardt plant in der Bleichstraße 19/21 eine neue Galerie. Damit das Äußere des Gebäudes bereits auf das Innere schließen lässt, rief er einen Wettbewerb ins Leben. 14 Studierende der Pforzheimer Fakultät für Gestaltung reichten Entwürfe zur Neugestaltung der Fassade ein. Eine mit Kunst- und Designprofessoren sowie Architekten hochrangig besetzte Jury ermittelte aus den insgesamt 22 Konzepten vier, die am Dienstag, 1. Juni 2010, prämiert wurden.

 

Das Kunsthaus 19/21 soll in Pforzheim neue künstlerische Akzente setzen und schon nach außen hin als besonderer Ort auffallen. Kunstmäzen Dr. Eberhardt stellte sich als neue Fassade deshalb einen „echten Eyecatcher“ vor - eine Vorgabe, die die Studierenden mit Bravour erfüllten. Der mit 1000 Euro dotierte erste Preis ging an die angehende Industriedesignerin Verena Holzmann. Ihr Entwurf „Brainstorm“ arbeitet mit hellgelben und hellrosa Aluminiumplättchen, die über die ganze Fassade verteilt sind. Die Plättchen sind Post-Its nachempfunden - jene kleine Zettelchen, die im oberen Teil haften, und die in den letzten Jahren für Viele zum unentbehrlichen Hilfsmittel geworden sind. Die Idee zum Entwurf kam Verena Holzmann durch ihre eigene Arbeitsweise: „Wenn ich eine gute Idee habe, schreibe ich sie auf ein Post-It. Das ist für mich ein Medium, das wie kaum ein anderes neue Ansätze und frischen Wind verkörpert. Und genau dafür soll das Kunsthaus 19/21 ja auch stehen.“

 

Die dem Entwurf innewohnende Dynamik begeistert den Wettbewerbsstifter Dr. Eberhardt. Die Aluminiumplättchen lassen sich nicht nur beliebig auf der Fassade verteilen, sondern können von den Künstlern, die im Kunsthaus ausstellen, gestaltet werden. So werden Ideen aus dem Inneren des Gebäudes nach Außen transportiert, und das Kunsthaus wächst sichtbar mit jeder Vernissage. „Hunderte farbige Plättchen sind einfach ein Hingucker. Dass sie sich sanft im Wind bewegen sollen, ist zusätzlich reizvoll“, betont der Pforzheimer Unternehmer. Positiv bewertet Dr. Eberhardt auch, dass der Entwurf mit vergleichsweise geringem Aufwand einen großen Effekt erzielt. Das macht „Brainstorm“ relativ gut realisierbar.

 

Die anderen preisgekrönten Entwürfe sind ebenfalls mehr als einen Blick wert: Die zweitplatzierte Arbeit „Jetzt“ von Jennifer Keusgen und Raphael Krome verwendet spiegelnde Materialien, die das Kunsthaus mit seiner Umgebung interagieren lassen. Der dritte Preis ging an die Modestudentin Lena Widmann, die die Fassade im wahrsten Sinne des Wortes verkleiden will. Ihr Entwurf, das ganze Kunsthaus mit gestricktem Metalldraht zu umspannen, setzt gezielt „Laufmaschen“ als Fensteröffnungen ein. Naomi Weltin erhielt einen Sonderpreis, für ihren Plan, das Gebäude mit farbigen, zu dreidimensionalen Rhomben verformten Plexiglasmodulen zu bestücken.