Gemeinschaftsprojekt „umweltfreundliches Spaßauto“ realisiert 

10.06.2009 

Ein Spaßauto auf „grüner Welle“ – die Aufgabenstellung für die vier angehenden Techniker war komplex – der Kommunikations- und Organisationsaufwand für die beteiligten Kooperationspartner ebenfalls. Vier Nachwuchstechniker aus drei verschiedenen baden-württembergischen Schulen haben in Zusammenarbeit mit der Hochschule Pforzheim und der Industrie im Sommer 2008 angefangen, einen Buggy mit Elektrobetrieb auszustatten. Am Dienstag, 9. Juni 2009, wurde das realisierte umweltschonende „Kultauto“ in Karlsruhe der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

„Vier Schüler von drei Schulen mit verschiedenen Fachrichtungen, das war schon eine Leistung“, betonte Detlev Röpke, Schulleiter der Heinrich-Hertz-Schule Karlsruhe, bei der Premiere. Die aktuelle Diskussion in der Automobilbranche über zukünftige innovative Antriebe lieferte die Projektidee. Die Herausforderung für die künftigen staatlich geprüften Techniker bestand darin, ein reales herkömmliches Fahrzeug in ein batteriebetriebenes, elektrisch angetriebenes Modell umzuwandeln. Der Buggy, der eigentlich als Spaßmobil für den Strand gedacht ist, hatte bei diesem Projekt einen entscheidenden Vorteil: es fehlt das störende Blech – sprich die Karosserie. Der nackte Gitterrohrrahmen als tragendes Skelett vereinfachte den unmittelbaren Zugriff.

 

Die Aufgaben waren von Anfang an klar verteilt. Die Schüler Felix Hörnstein und Daniel Leucht, Heinrich-Wieland-Schule Pforzheim, waren für die Elektronik zuständig, Markus Maunitsch, Heinrich-Hertz-Schule, verantwortete die Energieversorgung, Antriebs- und Sicherheitstechnik und Sebastian Riedel, Carl-Benz-Schule Gaggenau, baute den Buggy zusammen. Ab April 2009 führten die vier „Nachwuchskünstler“ die Komponenten zusammen, schlossen die Einzelteile an und nahmen sie in Betrieb. Der Erfolg ließ die Gesichter strahlen - der Buggy fuhr.

 

Die Motivation und Begeisterung der Schüler und der betreuenden Lehrer hat ausgestrahlt. An der Heinrich-Wieland-Schule wurden weitere Projekte rund um den Elektrobuggy initiiert. Schülergruppen vermaßen das Fahrzeug, digitalisierten die Daten und visualisierten den Wagen als 3-D-Modell. Andere Schüler kommunizierten das Projekt über eine neu konzipierte Homepage. „Aber der Buggy bleibt keine Eintagsfliege“ sagt Artur Busch, Lehrer der Heinrich-Wieland-Schule und Initiator des Projektes. Künftige Schülergenerationen werden weiter an dem Auto arbeiten, es ergänzen, Teile austauschen oder verbessern. Zunächst ist geplant, den Elektrobuggy straßentauglich und zulassungsfähig zu machen.

 

Das Projekt der drei Schulen - Heinrich-Wieland-Schule Pforzheim, Carl-Benz-Schule Gaggenau, die Heinrich-Hertz-Schule Karlsruhe und des Studiengangs Informationstechnik der Hochschule Pforzheim wurde durch das Engagement der unterstützenden Firmen möglich. Die Firmen Sauer-Danfoss (Offenbach), führender Hersteller von Komponenten und Systemen für mobile Arbeitsmaschinen, MAPAL (Pforzheim), ein Spezialisten für  Präzisionswerkzeuge für die Metallbearbeitung und Distrelec-Schuricht (Bremen), Partner für Elektronik & Automation, halfen den Elektrobuggy zu realisieren. Finanziert wurde das Projekt über das NaT-Working Programm der Robert-Bosch-Stiftung - Naturwissenschaften und Technik: Schüler, Lehrer und Wissenschaftler vernetzen sich.