Werte im Wandel? Arbeitnehmer erwarten Fairness
Unter dem Titel „Werte im Wandel?“ veröffentlichen Dr. Stephan Fischer und Dr. Konrad Zerr, beide Professoren an der Hochschule Pforzheim, eine Studie zur Werteorientierung in der Arbeitswelt. Die Berater des Steinbeis-Zentrums Marketing – Intelligence – Consulting (MIC) arbeiteten für diese Studie mit den Wirtschaftsjunioren Deutschland zusammen.
Wie werteorientiert sind Selbständige und Angestellte, welche Erwartungen haben sie und wo liegt ihr Hauptaugenmerk? Die beiden Pforzheimer Forscher ermittelten, dass sich Selbstständige grundsätzlich vermehrt an Werten orientieren, während bei Angestellten Fairness im Vordergrund stehe. Fairness sei ein zentraler Wert, der die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen steigere. Umweltfreundlichkeit, Nachhaltigkeit oder auch eine Beschäftigung im internationalen Umfeld spielten eine eher untergeordnete Rolle bei den Angestellten.
Im Juni 2010 nahmen mehr als 1.000 Wirtschaftsjunioren – Angestellte und Selbständige – an einer standardisierten Onlinebefragung teil. Mit deren Hilfe wurden ihre Einstellungen zu Werten wie Nachhaltigkeit, Kundenorientierung oder Gerechtigkeit ermittelt sowie Erwartungshaltungen abgefragt. „Diskussionen über Werteorientierungen wirtschaftlich Handelnder werden oft ideologisch geführt“, erklärte Konrad Zerr. Arbeitnehmer und Selbstständige gingen oft mit gegenseitigen Vorurteilen in das Gespräch. Der Marketingexperte und der Professor für Personalmanagement wollten mit Hilfe der Studie für diese Diskussionen eine objektive Basis ermitteln. „Wir wollten jenseits der voreingenommenen Meinungen empirische Belege für die Werteorientierungen in der Wirtschaft schaffen“, so Dr. Zerr.
Die Gesamtstudie wird voraussichtlich im Dezember 2010 in der Steinbeis Edition erscheinen. Erste zusammenfassende Ergebnisse können über die Homepage der Hochschule Pforzheim (www.hs-pforzheim.de) eingesehen werden.