Studien- und Forschungsprojekt an der Hochschule
Hochschule und Wirtschaft arbeiten Hand in Hand
Vor welchen Herausforderungen stehen deutsche multinationale Unternehmen, die in Südindien nachhaltig produzieren wollen? Wie lassen sich Herausforderungen und Risiken überwinden und Potenziale für eine nachhaltige Entwicklung realisieren? Und welchen Beitrag kann die Hochschule Pforzheim dazu leisten? Dr. Uwe Brekau, unter anderem verantwortlich für den Bereich Sustainable Model Village Projects bei Bayer CropScience, ging hierauf in seinem Vortrag über die Entwicklung nachhaltiger Modelldörfer in Südindien Mitte Dezember 2011 in der Hochschule Pforzheim ein.
Indische Kleinbauern in etwa 400 südindischen Dörfern produzieren Baumwollsaatgut für Bayer CropScience. Sie sehen sich dabei mit zahlreichen Herausforderungen, wie etwa mangelnder Bildung, Gesundheit und Hygiene, Wassermangel und fehlenden Bewässerungstechnologien konfrontiert. Schritt für Schritt möchte das Unternehmen Maßnahmen, die sich in einzelnen Dörfern bewährt haben, in zwei Modelldörfern zusammen führen. So soll untersucht werden, auf welche Weise sich eine nachhaltige Entwicklung in den Dörfern realisieren lässt, die die Lebensbedingungen der Bevölkerung und zugleich die Produktivität der Landwirte verbessert.
Die Umsetzung des auf mehrere Jahre angelegten Projekts wird von Studierenden der Hochschule durch Abschlussarbeiten, Unternehmensprojekte sowie Unternehmenspraktika (meist vor Ort in Indien) unterstützt. Ein Team von drei Pforzheimer Professoren, Regina Moczadlo, Harald Strotmann und Jürgen Volkert hat die wissenschaftliche Projektevaluation übernommen. In einer ersten Bestandsaufnahme wurde die Situation in den beiden Modelldörfern wie auch in zwei Kontrolldörfern erhoben. Dazu wurden insgesamt etwa 2300 indische Dorfbewohner in 995 Haushalten mit mehr als 5800 Haushaltsmitgliedern zu ihrer Situation und den Lebensbedingungen der Familie insgesamt interviewt.
Für Jürgen Volkert, Mitglied im Projektevaluierungsteam und verantwortlich für die Umsetzung der UN Principles for Responsible Management Education an der Hochschule „bietet das Projekt einmalige Lernerfahrungen für Studierende, Unternehmensvertreter wie auch Forscher gleichermaßen. Mit seinem intensiven Austausch von Lehre, Praxis und Forschung stellt es einen Leuchtturm für eine zeitgemäße, praxisnahe und fundierte Hochschulausbildung zu unternehmerischen Nachhaltigkeitsstrategien dar,“ so der Pforzheimer Professor für Volkswirtschaftslehre.
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