Stiftungsprofessur: Hochschule erweitert das Spektrum 

12.03.2009 

Blech- und Stanztechnik hat in der Region Pforzheim einen hohen Stellenwert. Die Hochschule Pforzheim trägt in Kooperation mit vier mittelständischen Unternehmen im Verbund mit der Sparkasse Pforzheim/ Calw diesem Fakt Rechnung: Die neugeschaffene Stiftungsprofessur Stanztechnik wird zum Sommersemester 2009 mit Dr. Matthias Golle besetzt.

 

Der 39jährige Maschinenbauingenieur hat umfassende Erfahrung auf dem Gebiet der Umformtechnik. Nach einer Banklehre studierte Golle an der Technischen Universität München Maschinenbau, promovierte am dortigen Lehrstuhl Umformtechnik und Gießereiwesen bevor er als Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft für Umformtechnik und Gießereiwesen mbH in Erding tätig war. Auf Grund seiner Erfahrungen betrachtet Golle die Stanztechnik nicht nur aus technologisch-wissenschaftlicher Sicht, sondern kann Markt und Wirtschaftlichkeit der Produkte einschätzen.

 

Stanztechnik ist im „Fächerkanon“ nur weniger deutscher Hochschule vertreten. Eine Tatsache, die den auf diesem Gebiet tätigen Unternehmen große Schwierigkeiten bereitet. Die hochkomplexe automatisierte Technik, mit deren Hilfe beispielsweise Teile für die Automobil- oder Elektroindustrie hergestellt werden, ist auf gut ausgebildete Fachkräfte angewiesen. Der zunehmende Fachkräftemangel, der Wunsch nach einer fundierten Ausbildung in der Nähe und nach einem hohen Qualitätsstandard veranlasste die vier mittelständischen Unternehmen - Bruderer, Härter GmbH, Kramski GmbH und Kummer GmbH – mit der Hochschule eng zu kooperieren. Im Verbund mit der Sparkasse Pforzheim/ Calw stifteten die Firmen die Professur im Studiengang Maschinenbau der Fakultät für Technik.

 

Das Engagement der Firmen beschränkt sich nicht auf die Finanzierung der Professur und somit der Erweiterung des Lehrangebotes. „Praktische Unterrichtsteile werden in den Betrieben durchgeführt, Projekt- und Semesterarbeiten können in den Fertigungsstätten vor Ort absolviert werden“, erläutert Prof. Hanno Weber, Dekan der Fakultät für Technik. Die Hochschule bleibt ihrem Konzept – praxisnahe Studiengänge in Abstimmung mit der regionalen Wirtschaft einzurichten – verhaftet und sieht der weiteren intensiven Zusammenarbeit erwartungsvoll entgegen.