Eine Liege im Gletscher? Ungewöhnliche Ausblicke 

19.03.2010 

Die erste Semesterwoche beginnt für die Industriedesigner der Fakultät für Gestaltung mit einem Paukenschlag: In Kooperation mit der Designabteilung eines renommierten Unternehmens arbeiten die Studierenden drei Tage an einem aktuellen Thema. „Stegreif“, so nennen die Pforzheimer Industriedesigner kurz und bündig das Projekt. Die Aufgabenstellung dieses Semesters: „Aufenthaltsorte kreieren, die die Menschen bereichern“. Die Ergebnisse wurden am Freitag, 19. März 2010 dem Partner des Projektes ATP Sphere, ein hochinnovatives Unternehmen an der Schnittstelle zwischen Architektur und Design, und allen Interessierten vorgestellt.

 

„Die drei Tage sind wirklich extrem dicht, der Schlaf kommt eher zu kurz“, weiß Professor Thomas Gerlach, der Leiter des Studienganges Industrial Design an der Fakultät für Gestaltung. Arbeiteten die Studierenden in den vergangenen Jahren mit Unternehmen wie Villeroy und Boch, Daimler oder Lego zusammen, war die Herausforderung dieses Mal ungewöhnlich! Die Herausforderung für die Pforzheimer Studierende beim Stegreifprojekt der Architekten-Designer von ATP Sphere: Sie sollen „kleine Aufenthaltsorte für ein bis drei Leute erfinden, die unser Leben bereichern“, erklärt Chefdesigner Marc Eutebach.

 

„Das können Liegen, Zelte, Aussichtsplattformen oder kleine Badehäuser sein, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.“ Eine Schwierigkeit dabei - die Aufenthaltsorte sollen zu außergewöhnlichen Umgebungen passen. Dafür hat Eutebach Steinbrüche, Berggletscher oder die Innsbrucker Innenstadt ausgewählt. „Die Studenten sollen sich grundlegend Gedanken über mögliche Formen, Funktionen und Materialien machen. Da ist der Prozess genauso wichtig wie das Endergebnis.“

 

„Die Studenten hängen sich voll rein, weil sie wissen, dass sie hier Sachen geboten bekommen, die man im normalen Lehrbetrieb gar nicht vermitteln kann“, erklärt Gerlach. Schließlich bieten die Unternehmensdesigner dem studentischen Nachwuchs wertvolle Einblicke in die spätere berufliche Realität. Aber auch die Unternehmen profitieren: „Die professionellen Designabteilungen kommen auch deshalb so gerne zu uns, weil sie eine Menge Anregungen mit in ihr Unternehmen nehmen“. Achtzig höchst motivierte Studierende, die sich drei Tage und Nächte lang Gedanken machen, sind eben ein gewaltiger Think Tank.