Aus Fehlern lernen oder Irren ist menschlich? - Studium Generale 

01.04.2010 

„Über die Wahrheit des Irrtums“ referiert am kommenden Mittwoch, 7. April 2010, Professor Dr. Theo Wehner. Mit dem Vortrag zur „Psychologie fehlerhaften Handelns“ des Arbeits- und Organisationspsychologen setzt das Studium Generale der Hochschule Pforzheim seine Vortragsreihe fort. Wie geht man mit Fehlern in der Medizin, im Cockpit, in Schulen oder auch im Alltag um? Theo Wehner geht dieser Frage ab 19.00 Uhr, Walter-Witzenmann-Hörsaal, Tiefenbronner Strasse 65 nach. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen.

Professor Wehner nimmt den „Fehler“ in den Fokus seiner Ausführungen. Grundlage seiner Ausführungen ist die arbeits- und organisationspsychologische Fehlerforschung, die im High-Tech-Zeitalter immer mehr an Bedeutung gewinnt.  Der Spruch „Aus Fehlern kann man lernen“ sollte nicht überall wörtlich genommen werden. In der modernen Medizin oder der Luftfahrt – sogenannten High-Risk Organisationen – ist das Risikopotenzial hoch. Ausgehend von durchaus unterhaltsamen Befunden aus der psychologischen Fehlerforschung wird das Thema in einen größeren Zusammenhang gestellt. Was ist nötig, damit der Satz „Aus Fehlern lernen“ Gültigkeit behält und das Risiko trotzdem minimiert wird?  Fehlervermeidung, Fehlerfreundlichkeit, Menschenrecht auf Irrtum oder eine Fehlerethik – der Professor der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich geht diesen Begriffen in seinem Vortrag nach. Der Psychologe plädiert für eine Enttabuisierung der Fehler, um mehr Handlungsalternativen und eine größere Transparenz in den Handlungsabläufen zu erlangen.

Theo Wehner ist seit Oktober 1997 ordentlicher Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie am Zentrum für Organisations- und Arbeitswissenschaften der (ETH) in Zürich. Er studierte – nach abgeschlossener Berufsausbildung und mehrjähriger Angestelltentätigkeit – an der Universität Münster Psychologie und Soziologie. Nach Promotion  und Habilitation an der Universität Bremen war er von 1989 bis 1997 Professor für Arbeitspsychologie an der TU Hamburg-Harburg. Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit sind die psychologische Fehlerforschung, das Verhältnis von Erfahrung und Wissen, kooperatives Handeln und psychologische Sicherheitsforschung.