Frauen in Führungspositionen – Teil der Unternehmenskultur?  

04.04.2011 

Quote oder freiwillige Verpflichtung? Die Frage, wie und ob die Führungsetagen in der deutschen Wirtschaft weiblicher werden können, beschäftigt Politiker und Unternehmer. Mit dem Vortrag „Die gläserne Decke öffnen – über die Notwendigkeit mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen“ setzt Thomas Sattelberger, Personalvorstand der Deutschen Telekom AG, einen neuen Akzent in der Diskussion. Zu dem Vortrag im Rahmen des Studium Generale an der Hochschule Pforzheim sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Die Veranstaltung am kommenden Mittwoch, 6. April 2011, beginnt ausnahmsweise bereits um 18.30 Uhr im Walter-Witzenmann-Hörsaal, Tiefenbronner Straße 65.

Den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen ist für den Personalvorstand Sattelberger aus betriebswirtschaftlichen Gründen zwingend notwendig. Dies ist der drohenden Fachkräftelücke geschuldet aber auch der Tatsache, dass der Diversity-Gedanke für die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens immer wichtiger wird. Der Zwang zur Vielfalt bringt nach Thomas Sattelberger neue Gedanken und eine innovative Atmosphäre in ein Unternehmen. Die Unternehmenskultur werde aufgeschlossener. Thomas sattelberger bleibt in seinem Vortrag nicht bei der Problemanalyse stehen, sondern diskutiert unterschiedliche Lösungsansätze. Aus seiner Sicht ist es mit der Einführung einer Quote oder einer entsprechenden Selbstverpflichtung nicht getan; vielmehr ist das gesamte Instrumentarium fortschrittlicher Personalpolitik gefragt.

Thomas Sattelberger ist seit 2007 Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Deutschen Telekom AG. Der Diplom-Betriebswirt begann seine Karriere beim Daimler Konzern, er hat dort in verschiedenen Sparten und Funktionen gearbeitet, bevor er 1994 zur Deutschen Lufthansa ging. 2003 wurde er zum Personalvorstand der Continental AG berufen und wechselte 2007 in die gleiche Funktion der Telekom AG. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder würdigte Thomas Sattelberger im Dezember 2010 als „Reformer des Jahres“, weil er dafür gesorgt hatte, dass die Deutsche Telekom als erstes DAX-30-Unternehmen eine Frauenquote einführt. Bis Ende 2015 sollen 30 Prozent der oberen und mittleren Führungspositionen im Unternehmen mit Frauen besetzt sein.