Die Fußball WM: Afrika im Blickpunkt der Weltöffentlichkeit
21.04.2010
Die Fußballweltmeisterschaft lenkt den Blick der Weltöffentlichkeit auf Afrika. Der „vergessene Kontinent“ rückt in den Blickpunkt des Interesses. Der Gegensatz zwischen „entwicklungspolitischer Fundamentalkritik und Euphorie vor der WM“ steht im Zentrum des Vortrages des ausgewiesenen Afrikakenners Professor Dr. Cord Jakobeit im Rahmen des Studiums Generale an der Hochschule. Zu der Veranstaltung am kommenden Mittwoch, 28. April 2010, 19 Uhr, Walter-Witzenmann-Hörsaal, Tiefenbronner Strasse 65 sind alle Interessierten herzlich eingeladen.
Der Hamburger Professor der Politikwissenschaft gehört zu den renommiertesten Afrikaspezialisten der Bundesrepublik. In seinem Vortrag legt er anhand der aktuellen Situation vor der Fußball WM die öffentliche Wahrnehmung des „Schwarzen Kontinents“ dar. Der ehemalige Direktor des Institutes für Afrika-Kunde wird dabei deutlich machen, wie die Eigeninitiative der afrikanischen Länder unterstützt werden kann und welcher Anstrengungen es in dieser Richtung von den europäischen Staaten bedarf. Er wird die zunehmenden internationalen Zusammenhängen und ihre Auswirkungen aufgreifen und dazu anregen, intensiv darüber nachzudenken, was Entwicklung unter diesen Bedingungen an Veränderungen in den eigenen Gesellschaften verlangt.
In dem Vortrag „Der vergessene Kontinent im Blickpunkt der Welt – Afrika zwischen entwicklungspolitischer Fundamentalkritik und der Euphorie vor der Fußball-WM“ fragt Professor Jakobeit nach den Ursachen für den vergleichsweise enttäuschenden Auftritt Afrikas in der Weltwirtschaft. Bisher ist der Kontinent vom Ziel, die schlimmsten Auswüchse der Armut bis 2015 zu beseitigen, weit entfernt. Das absehbare Scheitern Afrikas, dieses Ziel zu erreichen, hat in der entwicklungspolitischen Diskussion eine große Kontroverse ausgelöst. Gleichzeitig zeigt eine differenzierte Beobachtung, dass Afrika in bestimmten Bereichen durchaus Fortschritte zu verzeichnen hat. Die bevorstehende Fußball-WM in Südafrika wird auf dem ganzen Kontinent als große Chance begriffen, der Welt ein anderes Bild als das des „ewigen Krisenkontinents“ zu zeigen.
Cord Jakobeit hat Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Öffentliches Recht an den Universitäten Hannover, Paris, Hamburg, London und Cambridge, USA, studiert. Nach einer Tätigkeit am Stanford Study Center und am Wissenschaftskolleg in Berlin wurde er im Jahre 2001 Professor für Politische Wissenschaft an der Universität Hamburg. Von 2000 bis 2002 war er Direktor des Instituts für Afrika-Kunde. Professor Jakobeit ist Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften in Hamburg. In rund 200 wissenschaftlichen Veröffentlichungen beschäftigte er sich vor allem mit Afrika und den Nord-Süd-Beziehungen.