Studium Generale: Heiner Geißler und die Golbalisierung 

03.12.2008 

Querdenken – das Wort umschreibt die politische Haltung Dr. Heiner Geißlers fast perfekt. Am Mittwoch, 10. Dezember 2008, setzt die Hochschule Pforzheim die Vortragsreihe Studium Generale mit dem ehemaligen Bundesminister Dr. Heiner Geißler fort. Geißler spricht ab 19 Uhr im Walter-Witzenmann-Hörsaal, Tiefenbronner Straße 65, über „Deutschland und Europa im Spannungsfeld der Globalisierung“. Alle Interessierten sind zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen.

 

 

 

Dr. Heiner Geißler besaß immer seinen eigenen Kopf in der Politik – sei es als Minister in Rheinland-Pfalz oder als Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit. Der Christdemokrat Geißler attackierte als CDU-Generalsekretär Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre die sozial-liberale Bundesregierung hart. Ende der 80er Jahre kämpfte Geißler für eine moderne CDU mit einem klaren „Kurs der Mitte“. Die Konflikte mit Helmut Kohl verstärkten sich. 1989 musste er das Amt des Generalsekretärs abgeben.

Neben seiner politischen Karriere hat sich Heiner Geißler auch als Bestseller-Autor einen Namen gemacht. Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen zählen „Die neue soziale Frage (1976), „Abschied von der Männergesellschaft (1986), „Was würde Jesus heute sagen? Die politische Botschaft des Evangeliums“ (2003).

 

Bis heute ist Heiner Geißler streitbar und kritisch. Dies zeigt sich an seinen klaren Positionen zur Globalisierung. Dr. Heiner Geißler ist Mitglied der globalisierungskritischen Organisation Attac. Seine politischen Vorschläge für eine friedliche Weiterentwicklung der Menschheit und ein gerechteres Wirtschaftssystem finden viel Zustimmung.

Aus seiner Sicht ist das gegenwärtige Wirtschaftssystem nicht konsensfähig und zutiefst undemokratisch. Er plädiert deshalb für eine neue Wirtschaftsordnung und fordert Konzepte für eine internationale sozial-ökologische Marktwirtschaft und international verbindliche Regeln.

 

Der Kapitalismus sei, da er „keine Werte jenseits von Angebot und Nachfrage“ kenne, genauso falsch wie der Kommunismus. Ein Vorbild für einen neuen Mittelweg könne zwar „die alte deutsche soziale Marktwirtschaft“ sein. Da die Märkte jedoch bereits globalisiert seien, könne der Nationalstaat als solcher hierfür keine Lösungen mehr bieten, vielmehr müsse sich im Gegenzug auch die Politik internationalisieren. Impulse dafür müssten allerdings von regionalen, unterstaatlichen Ebenen ausgehen. In diesem Zusammenhang beklagt er, dass die Europäische Union als überstaatliche Organisation bei der Bevölkerung an Vertrauen verloren habe.

 

Foto: Dr. Heiner Geißler