Eine Nasenlänge voraus - Studium Generale
25.03.2009
Studium Generale
Wie der Geruchssinn unser Leben bestimmt
„Ich kann dich nicht riechen“ – dieser oft zitierte Ausdruck hat einen durchaus wissenschaftlichen Hintergrund. Der Geruchsforscher Professor Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt eröffnet die Vortragsreihe des Studium Generale der Hochschule Pforzheim im Sommersemester 2009. Am Mittwoch, 1. April 2009, 19.00 Uhr, spricht Hatt über: „Das Maiglöckchen-Phänomen: wie das Riechen unser Leben bestimmt“ im Walter-Witzenmann-Hörsaal, Tiefenbronner Straße 65, der Hochschule. Alle Interessierten sind zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladenObwohl Gerüche das Leben des Menschen maßgeblich beeinflussen, wurde in der Vergangenheit dem Sehen und Hören sehr viel mehr Beachtung geschenkt. Nicht zuletzt die Erkenntnis, dass der Mensch 350 Riechsensoren überall im Körper hat, brachte den Durchbruch für die Geruchsforschung. Nicht nur die Nase, sondern auch Hautzellen, Prostatazellen und sogar die Spermien riechen. So ist z.B. das Duftgedächtnis das längste, das der Mensch kennt und Bilder prägen sich in Kombination mit einem Duft sehr viel besser ein.

Anschaulich und für den Laien verständlich erläutert Hanns Hatt, wie Düfte Stimmungen und Emotionen beeinflussen, das Sexual- und Sozialverhalten steuern, den Hormonhaushalt verändern und als chemisches Kommunikationsmittel dienen und macht dabei deutlich, welche Bedeutung der Geruchsinn für unser Leben hat.
Nach einem Studium der Biologie, Chemie sowie Medizin promovierte Hanns Hatt in Biologie, Zoologie und Medizin. Er ist einer der weltweit bedeutendsten Geruchsforscher. Mit seinem Team identifizierte er als Erster menschliche Riechrezeptoren und entdeckte, dass diese auch außerhalb der Nase vorkommen. Wie Gerüche den Menschen steuern ist dabei nur eines seiner Forschungsgebiete, einige Mitarbeiter seines Teams arbeiten am Riechverhalten von Insekten, andere befassen sich mit der Funktionsweise des Riechens beim Menschen. Im Jahr 2005 erhielt er den Philip Morris Forschungspreis und den Erfinderpreis der Ruhr-Universität Bochum. Hatt ist Inhaber des Lehrstuhls für Zellphysiologie an der Ruhr-Universität Bochum. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der Sinnes- und Neurophysiologie.