Hochschule Pforzheim
Pforzheimer Wissenschaftler netzwerkt international

Sushi, roher Fisch, Tofu und andere original japanische Speisen gehörten standardmäßig zum Begleitprogramm, als Professor Mario Schmidt vom Institut für Industrial Ecology im Dezember 2011 der Einladung der japanischen Kollegen an der Universität in Kobe folgte. Der Grund für die Reise: Wie kann man in produzierenden Unternehmen die Potenziale für Ressourceneffizienz in Yen oder Euro sichtbar machen? Japanischen Wirtschaftswissenschaftler haben die sogenannte Materialflusskostenanalyse (MFCA) verfeinert und international hoffähig gemacht. Ursprünglich wurde diese Methode in Deutschland entwickelt, allerdings auch wieder vergessen. Mario Schmidt soll helfen, das Thema Klimaschutz in diese Analysen zu integrieren
Auf dem International Symposium „Environmental Accounting and LCA for Greening the Supply Chain in Asia” an der renommierten Kobe Universität war der Pforzheimer Experte für Ressourceneffizienz einer der Hauptreferenten. Energie- und Materialverluste in Unternehmen seien mit dem Einsparpotenzial an Treibhausgasen gekoppelt und hätten somit eine Bedeutung für den Klimaschutz, so Mario Schmidt. Geld in den Unternehmen sparen und gleichzeitig das Klima schonen, das ist sein Ziel.
Japan sei in dieser Hinsicht weiter als deutsche Unternehmen, so der Professor für ökologische Unternehmensführung. Die MFCA-Methode werde in vielen Unternehmen eingesetzt und führe zu beachtlichen Einsparpotenzialen. Das mächtige japanische Industrieministerium METI fördere die Methode massiv. Japan nutze den Ansatz, um damit Industriepolitik im asiatischen Raum zu betreiben und bauen Netzwerke mit China, Korea, Indonesien oder Malaysia auf. In Deutschland ist man, so Professor Schmidt, zurückhaltender. Schmidt: „Deutsche Unternehmer glauben, dass sie alles schon perfekt machen und keine Einsparpotenziale mehr haben. Und deutsche Politiker scheuen sich, den Unternehmen durch entsprechende Forschung und Förderprogramme zu helfen. Damit überlässt man das Feld anderen Ländern, die nicht unbedingt innovativer, dafür aber geschäftstüchtiger sind. Hier könnten wir viel von Japan lernen.“
Gemeinsam mit den Kollegen in Japan und in den anderen asiatischen Ländern ist Professor Schmidt in einem Netzwerk aktiv, das die Ressourceneffizienz unabhängig von Ländergrenzen fördern will, insbesondere in den Schwellenländern. Denn für das Klima zählt sowieso nur das globale Ergebnis.
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