Was ist schön? Was ist hässlich? 

21.12.2009 

Gibt es allgemein gültige Definitionen für „schön“ oder „hässlich“? Mit makelloser Schönheit werden positive Eigenschaften verknüpft. Was passiert bei Abweichungen von der Norm? Zwei Studentinnen des Studiengangs Mode sind im Wintersemester 2009/2010 diesen Fragen nach gegangen. Auf der kommenden Werkschau der Fakultät für Gestaltung, 5. und 6. Februar 2010, werden Larissa Pichler und Annika Tutsch die Ergebnisse ihrer Arbeit bei den Modenschauen präsentieren.

 

In der Mode wird Stoff geschnitten und meist den Körpern umschmeichelnd angepasst. Schönheitschirurgen „greifen“ direkt am Körper an. Sie optimieren die Körper nach gängigen Idealen von makelloser Schönheit. Larissa Pichler überträgt dieses „tragische“ Verfahren wieder zurück auf den Stoff. Die körperlichen „Nähte“ finden sich in ihren Schnitten wieder. Der Transformationsprozess von dick zu dünn ist reversibel. Partien können aufgeplatzte Nähte oder abnehmbare Polster betont werden. Die 26jährige arbeitet bei ihrer Abschlussarbeit mit ungewöhnlichen Materialien und Blickwinkeln. Kompressionsverbände werden zu enganliegenden, figurbetonten Kleidern oder ungewöhnliche Faltenwürfe betonen Partien, die sonst überspielt werden. Zum Thema „DENORM“ stellt Pichler „Unperfektheiten“ in den Fokus.

 

Annika Tutsch geht noch einen Schritt weiter. Bei der 23jährigen ist der Name ihrer Kollektion „Formfehler“ Programm. Die Stuttgarterin möchte eingespielte Wahrnehmungen aufbrechen, den Kreislauf von Schönheit und Perfektion durchbrechen. Ein gutes Aussehen wird oft mit positiven Charaktereigenschaften gleichgesetzt. Eine Parallelität, die die Studentin im 6. Semester durch ihre Kollektion aufbrechen möchte. Bewusst setzt sie Polsterungen und „Formfehler ein, um für Toleranz zu werben und zum Nachdenken anzuregen.

 

Die Konzeption der Arbeiten wird auf der kommenden Werkschau der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim zu sehen sein. Die Outfits von Annika Tusch und Larissa Pichler sind bei den Modenschauen der Werkschau vertreten. Die Modenschauen der 110 Studierenden des Studiengangs Mode sind jedes Semester ein Highlight der Werkschau.