Wirtschaftsingenieure dokumentieren Marktbrunnen 

21.10.2010 

Der alte Pforzheimer Marktbrunnen wurde 1950 aus ungeklärten Gründen abgetragen. Wie genau sah der historische Brunnen aus? In einem Projekt rekonstruierten drei Studierende der Hochschule Pforzheim in Kooperation mit dem Pforzheimer Denkmalpfleger und dem Kulturamt ein dreidimensionales Bild des Brunnens. Die Darstellung ist im Videoclip über Youtube und die Homepage der Hochschule abrufbar.

Der Pforzheimer Marktbrunnen markierte den vermessungstechnischen Mittelpunkt der mittelalterlichen Stadtanlage. Im 16. Jahrhundert wurde die Anlage mit einer Rolandsfigur geschmückt. Die Skulptur war das erste Kunstwerk im öffentlichen Raum. Der nach dem damals regierenden Fürst benannte „Markgraf-Ernst-Brunnen“ fiel 1950 einer Aufräumaktion zum Opfer.

Der Brunnen unterlag in den vier Jahrhunderten seines Bestehens zahlreichen Veränderungen – für die drei künftigen Wirtschaftsingenieure Maike Gollinger, Anna-Lena Jäger und Samuel Finkbeiner ein Problem. Der virtuellen Rekonstruktion des Brunnens, die die drei Studierenden in ihrer Vertiefungsrichtung Medien bei Professor Dr. Andreas Mazura anfertigten, liegen Fotos und Bilder zugrunde. Die älteste Quelle stammt aus dem 17. Jahrhundert. In mühevoller Kleinarbeit zeichneten die Nachwuchsakademiker den Brunnen an Hand der historischen Quellen nach und brachten die differierenden Formen in Einklang. Hilfe bekamen die Studierenden bei ihrer Arbeit durch Dr. Christoph Timm, den Denkmalpfleger der Stadt, und durch das Kulturamt.

Markierungen auf dem Marktplatz dokumentieren den ehemaligen Standort des Pforzheimer Schmuckstücks. Sie bildeten die Basis für die Computersimulation, die den Brunnen direkt auf den Marktplatz transferiert und so einen authentischen Eindruck entstehen lässt.