Unbürokratische Hilfe: Studierende aus dem Erdbebengebiet 

 28.04.09 

Ungewöhnliche Entscheidungen mussten die Verantwortlichen des Studiengangs Elektrotechnik/ Informationstechnik der Hochschule Pforzheim im April 2009 treffen. Als Kooperationspartner in einem europäisch geförderten Projekt nahm die Hochschule Mitte April russische Studierende aus dem italienischen Erdbebengebiet L’Aquila bei sich auf. Die sechs Studierenden forschen und arbeiten bis Ende Mai in der Goldstadt.

 

Seit 2008 ist der Pforzheimer Studiengang Partner des europäisch geförderten Projektes im Bereich Kommunikationstechnik und Optischer Nachrichtentechnik. Weitere Partner sind die jeweiligen Fakultäten der Universitäten L’Aquila (Italien), Novosibirsk, Samara (beide Russland) und Bremen. Ziel des Projektes ist es, die russischen Partner mit den europäischen Abschlüssen Bachelor und Master vertraut zu machen. Seit Ende Februar besuchten daher jeweils sechs russische Studierende die Hochschulen in L’Aqulia, Pforzheim und Bremen. Diese Koordination wurde von dem schrecklichen Erdbeben am 7. April 2009 außer Kraft gesetzt. Das Erdbeben zerstörte die Universität in L’Aquila und die ausländischen Studierenden mussten evakuiert werden.

 

Der Pforzheimer Professor Friedemann Mohr reagierte mit Hilfe des Auslandsamtes schnell und unbürokratisch. Anstatt die sechs russischen Studierenden aus Italien auf Bremen und Pforzheim aufzuteilen, übernahm der Studiengang die gesamte Verantwortung. Eine Trennung der Gruppe nach der erlebten Katastrophe kam für Mohr nicht in Frage. Unterkünfte wurden gesucht, logistische Schwierigkeiten während der Ostertage gemeistert und die neuen russischen Gäste erfolgreich in die bereits bestehende Gruppe integriert. Die insgesamt zwölf Gäste der Universitäten Novosibirsk und Samara genießen die Pforzheimer Gastfreundschaft und die gute Zusammenarbeit mit den deutschen Kollegen.