Bilanz des Wirtschaftens: Kreisläufe und Footprints 

16.08.2010 

Fragen der Effizienz stehen im Zentrum des neugegründeten Instituts an der Hochschule Pforzheim. Wie „fließen“ Material- und Energieströme und wo gibt es Einsparpotenziale? Natur- und Ressourcenschonung sind die Themen der kommenden Jahrzehnte. „Dabei ist ein sinnvoller Einsatz der Rohstoffe nicht nur im Sinne des Umweltschutzes, sondern sichert auch das wirtschaftliche Überleben“, kommentiert der Gründungsdirektor des neuen Instituts, Professor Dr. Mario Schmidt.

Kreisläufe sind ein wichtiger Bestandteil der Industrial Ecology. Rohstoff-, Material- und Energieströme werden unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit, der Zukunftsfähigkeit und der Ressourcenschonung analysiert. Wie können diese Ströme beeinflusst und optimiert werden, welche Einflüsse bewirken welche Veränderungen dieser Kreisläufe? Die gesetzliche Beschränkung des Kohlendioxidausstoßes ist ein Beispiel für eine solche Beeinflussung. Im Fokus der Forschungen stehen Produktionsentwicklungen und –prozesse.

Ausgehend von den Kreisläufen in der Natur wird der Einfluss des Wirtschaftens auf das ökologische System genauso unter die Lupe genommen, wie die Natur an sich. Recycling ist keine menschliche Erfindung. Für ein effizientes Wirtschaften gibt es im Ökosystem zahlreiche Vorbilder. Regenerative Energien und bionische Produktentwicklungen sind weitere Sparten, in denen das natürliche Vorbild „abgekupfert“ wird.

Wie können die Ströme ökonomisch und ökologisch möglichst optimal gestaltet werden? Mit Hilfe zahlreicher Analysemethoden – Ökobilanzen, Carbon Footprints – kann inzwischen der Material- und Energieeinsatz für einzelne Produkte detailliert dokumentiert werden. Forschungen und Analysen zu diesen Themen haben an der Hochschule Pforzheim Tradition. Seit zehn Jahren beschäftigt sich die Arbeitsgruppe „Stoffstrom und Ressourcenmanagement“ mit diesem Forschungsfeld. Diese Arbeitsgruppe bildet den Kern des neu gegründeten Institut Industrial Ecology. Neben der Expansion des Instituts ist ein Studiengang zum Thema Ressourceneffizienz an der Hochschule Pforzheim beantragt und geplant. Lehre, Forschung und Praxis sind bei diesem Ausbau optimal miteinander vernetzt.

Das Institut ist Ansprechpartner für die Wirtschaft in Fragen der Ökobilanzen und Forschungsansätzen zur Optimierung der Material- und Energieströme.