Hochschule zeichnet hervorragende Forschungsleistungen aus 

Gefederte Fahrradsattelstangen und komplexe IT-Strukturen 

Hervorragende, breit gefächerte Forschung wurde am Mittwoch, 17. Juli 2011, im Rahmen des Semesterabschlussfestes an der Hochschule Pforzheim ausgezeichnet. Das Institut für Angewandte Forschung (IAF) an der Hochschule vergab den Research Excellence Award 2011 an innovative Forschungsarbeiten aus den Bereichen Schmucktechnologie, eingebettete Systeme sowie für die Entwicklung einer neuartigen Fahrradsattelstütze.

In den vergangenen Jahren entwickelte sich das Schmucktechnologische Institut (STI) an der Hochschule Pforzheim zu einem Kompetenzzentrum. Das STI unterstützt die Schmuck herstellenden Firmen der Region auf technologischem Gebiet und leistet bei der hochsensiblen Entwicklung von Produktinnovationen Hilfestellung. Geleitet wird das Institut seit seiner Gründung 1996 von Professor Dr. Wolfgang Böhm. Der Ingenieur bietet den Firmen interdisziplinäre Lösungsansätze, die er durch die enge Verzahnung mit anderen Fachdisziplinen der Hochschule, wie der Werkstoffkunde oder der Elektrotechnik, erarbeitet. Die erfolgreichen Forschungsaktivitäten von Professor Böhm schlagen sich dabei in einem steten Wachstum seines Instituts nieder. Gleichzeitig kann er auf eine ganze Anzahl von erfolgreichen nationalen und internationalen Patentanmeldungen als Ergebnis seiner Forschungsaktivitäten blicken. Für seine beständigen Forschungsleistungen erhält er vom IAF den mit 3.500 Euro dotierten Research Excellence Award, Kategorie Professor.

In dem für Laien oft „sperrigen Fachgebiet“ der eingebetteten Systeme ist der Preisträger des IAF Preises, Kategorie Mitarbeiter, zu Hause. Markus Holzer beschäftigt sich seit dem Jahr 2008 mit der systematischen Erforschung und Erschließung des Entwurfs und der Realisierung signalverarbeitender eingebetteter Systeme. Im Zentrum für Angewandte Forschung MERSES arbeitet der Pforzheimer Absolvent an der Weiterentwicklung der eingebetteten Bildsignalverarbeitung. . Markus Holzer war dabei maßgeblich an einer Patentanmeldung in diesem hochinnovativen Entwicklungsbereich beteiligt. Der Ingenieur promoviert an der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen. Er wird künftig Stipendiat des kooperativen Promotionskollegs „Embedded Systems“, das die Hochschule Pforzheim und die Universitär Tübingen ab Oktober 2011 gemeinsam durchführen.

Mit seiner Bachelorthesis begeisterte der Preisträger der Kategorie Studierende seinen betreuenden Professor, Dr. Peter Kohlmann, und die Jury. Matthias Häcker entwickelte eine Komfortsattelstütze für Rennräder, die durch ihre Kinematik mehr Federweg erlaubt als herkömmliche Sattelstützen. Die Folge: Die Sattelstütze wurde durch seine Ansätze als dynamisch beanspruchtes Bauteil konsequent weiterentwickelt und verbessert. Häcker griff bei seinen Überlegungen unter anderem auf die Bionik zurück. Die Ergebnisse fließen aktuell bereits in die Serienvorbereitung ein. Matthias Häcker erhielt den Research Excellence Award für Studierende, der mit 1.000 Euro dotiert ist.

Das Institut für Angewandte Forschung vergibt die Research Excellence Awards für Professoren, Mitarbeiter und Studierende im Gesamtwert von 6.000 Euro traditionell beim Sommer-Semesterabschluss der Hochschule Pforzheim. Mit diesem Preis werden hervorragende Forschungsleistungen an der Hochschule geehrt. Die Preise übergab am vergangenen Mittwoch Professor Dr. Mario Schmidt, Leiter des Instituts für Angewandte Forschung.