Ingenieur blickt über den Tellerrand hinaus 

19.12.2008 

Honorarprofessur für Dr. Carlo Burkhardt

 

Internationalisierung – nicht unbedingt das Lieblingsthema der Ingenieure – ist ein Steckenpferd von Dr. Carlo Burkhardt. Der gebürtige Pforzheimer ist damit ein Glücksfall für den Studiengang Maschinenbau der Hochschule Pforzheim. Für sein überragendes Engagement wurde der Ingenieur am Donnerstag, 18. Dezember 2008, mit einer Honorarprofessur geehrt.

 

Der berufliche Lebensweg Carlo Burkhardts weist einige „Ecken und Kanten“ auf. Heute für die Grundlagen der „Produkt- und Verfahrensentwicklung“ der Firma Witzenmann zuständig, schloss Burkhardt nach seinem Abitur zuerst eine Banklehre ab, bevor er sich dem Maschinenbau widmete. Sein Schwerpunktthema an der Hochschule Furtwangen – Werkstoffkunde – verband ihn nicht nur mit dem Unternehmen Bosch, in dem seine Diplomarbeit entstand, sondern später auch mit der Hochschule Pforzheim.

 

„Das Interesse an Fremdsprachen ist bei vielen Ingenieuren noch steigerungsbedürftig“, betonte Dr. Hanno Weber, Dekan der Fakultät für Technik, in seiner Laudatio. Bei Burkhardt sei dieses Interesses offenbar sehr groß und der „offene Blick für die kulturellen Eigenheiten anderer Nationen“ ein Lebensmotto. Nach der Banklehre folgte eine Anstellung in Metz, nach dem Diplom eine Promotion in Birmingham mit Projektpartnern vom Max-Planck-Institut und einem Institut in Lubliana, Slowenien. In Birmingham arbeitete er gemeinsam mit 30 Doktoranten aus „aller Herren Länder“. Die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kulturen, das Eingehen auf die Verschiedenheiten – ein spannendes Thema, das Burkhardt nach wie vor beschäftigt.

 

Beruflich ist der Ingenieur bei der Firma Witzenmann seit 1996 mit Metallbälgen für vielfältige Anwendungen, wie z.B. Verbrennungsmotoren befasst. Ein Faltenbalg – kein alltägliches Konstruktionselement für Maschinenbauer – wird oft für seine Aufgaben speziell entwickelt. Die Dimensionen der Bälge variieren von mannshoch bis stecknadelkopfklein. Die Wand des Balges kann bis zu 0,08 Millimeter dünn sein und muss dabei sowohl form- als auch schweißbar sein. „Carlo Burkhardt liebt die Herausforderung“, so das Resümee von Weber.

 

Der 43jährige Burkhardt steht dem Studiengang Maschinenbau nicht nur beratend zur Seite, sondern zeichnet auch für eigene Lehrveranstaltungen zum Cross-Cultural Management im Masterstudiengang Produktentwicklung verantwortlich. Trotz des vielfältigen Engagements für die Hochschule und der beruflichen Herausforderung in der Firma Witzenmann findet der dreifache Familienvater Zeit für seine Hobbies. Burkhardt ist Bassist in einer Band, „fliegt“ auf dem Rennrad durch den Schwarzwald und engagiert sich für die Engelsbrandter Ortschronik. „Vielleicht sollte Dr. Burkhardt an der Hochschule Seminare für Zeitmanagement geben“, kommentierte der Dekan diese Ressourceneinteilung. Die Hochschule setzt weiterhin auf das effektive Zeitmanagement Burkhardts und plant für die Zukunft neue Aktivitäten mit ihm.