Hochschule bietet Früheinstieg ins Studium - Schülerstudium 

28.09.2009 

Schule und Studium parallel angehen? Für 11 Schülerinnen und Schüler des Reuchlingymnasiums und der Fritz-Erler-Schule stellt sich diese Frage nicht mehr. Am Montag, 28. September 2009, starteten die überdurchschnittlich begabten Jugendlichen an der Hochschule Pforzheim ins Studium. „Wir sehen das Modell als Chance“, erklärte Professor Dr. Martin Erhardt, Rektor der Hochschule, in der Begrüßung.

 

Sowohl für die Hochschule als auch für die Schulen ist das Modell eine Herausforderung. Teilnehmen können Schüler aus der Oberstufe der Fritz-Erler Schule und des Hochbegabtenzuges – ab Klasse 7 – des Reuchlingymnasiums, die einen Notendurchschnitt von unter zwei haben. „Natürlich müssen wir die Jugendlichen begleiten“, stellten sowohl die beiden Rektoren der Schulen als auch Erhardt fest. Von Seiten der Hochschule wird den „Schülerstudierenden“ ein Mentor zur Seite gestellt, der ihnen den „Gang an die Hochschule“ erleichtern soll. Eltern, Lehrer und Rektoren stehen den Schülern ebenfalls beratend zur Seite. „Gerade bei den Jüngeren ist es wichtig, dass hier eine ausreichende Unterstützung gegeben ist“, erklärte Professor Dr. Michael Felleisen, Prorektor der Hochschule.

 

Konkret können die Jugendlichen sich pro Semester für eine Lehrveranstaltung einschreiben. Sie nehmen dabei an den regulären Veranstaltungen der Hochschule teil, es werden keine Sondervorlesungen für die „Schülerstudierenden“ kreiert. Am Ende des Semesters sitzen die 12- bis 18jährigen „Neustudenten“ mit ihren regulären Kommilitonen in den Prüfungen und „schwitzen“ über den Klausuren. Da eine Hochschulzulassung bei den „Schülerstudierenden“ noch nicht vorliegt, werden die Prüfungsergebnisse bis nach der Abiturprüfung im Studentensekretariat hinterlegt. Mit dem Abitur in der Tasche steht es den Jugendlichen später frei, ob sie ihr Studium an der Hochschule Pforzheim weiterführen möchten oder mit den hier erworbenen Scheinen an eine andere Hochschule wechseln.

 

Das Interesse der Schüler ist breit gefächert. Wirtschaftsinformatik Finanzmathematik oder Marketing stehen genauso auf der „Wunschliste“ wie Statistik oder Business English. „Bei einem Start in der 7. Klasse kann ein Schüler bis zum Abitur etliche Scheine ansammeln“, stellte Erhardt klar. „Ein klarer Vorteil beim Start ins reguläre Studentenleben in ein paar Jahren!“ Die „Jungstudierenden“ sind als Schüler von den Studiengebühren befreit, besitzen allerdings sozialversicherungstechnisch auch nicht den vollen Studentenstatus.