Wird die Technik weiblich?
30.11.2010
Die Fakultät für Technik der Hochschule Pforzheim vermeldet einen neuen Rekord: 16,3 Prozent der neu eingeschriebenen Studierenden sind weiblich! Lag der Durchschnitt bisher bei knapp 10 Prozent in alle Studiengänge und Semestern, schrieben sich zum Wintersemester 2010/11 deutlich mehr Frauen in der Fakultät ein als bisher. Damit scheinen die vielfältigen Maßnahmen der Fakultät, Frauen und Mädchen für ein technisches Studium zu begeistern, erfolgreich zu sein. Mit Hilfe von Schulprojekte, den Girls’ Day oder spezielle Veranstaltungen begeistern die technischen Studiengängen seit Jahren die künftigen Akademikerinnen.
Kampagnen wie „Komm, mach MINT!“, wobei die Abkürzung für Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik steht, wollen bundesweit dem Fachkräftemangel in diesen Feldern begegnen und richten sich explizit an Mädchen, die immer noch vor einem entsprechenden Studium zurückschrecken. Neben der Umsetzung dieser Programm bemüht sich die Hochschule mit breiten lokalen Engagement um einen Anstieg der Studentinnenzahlen – und dies offensichtlich erfolgreich. So wurde das alljährliche Programm am Girls‘ Day kontinuierlich ausgebaut. 2010 fanden für eine kleine Gruppe besonders interessierter Schülerinnen in Kooperation mit dem Bildungsträger BBQ GmbH zwei Anschlusstermine statt. Stets steht das eigene praktische Tun der Mädchen im Vordergrund, etwa auch beim Besuch der Girls‘ Day Akademie Ludwigsburg in den Maschinenbau-Laboren der Hochschule.
Den Frauen, die bereits ihren Weg an die Hochschule Pforzheim gefunden haben, wird durch verschiedene Seminare das erfolgreiche Studium und die Karriereplanung erleichtert. Neben dem Workshop „Kommunikationsstarke Frauen im Berufseinstieg“ war im November 2010 im Rahmen des Seminars „Frauenkarrieren“ Gabriele Muz, Daimler AG, zu Gast. Die Absolventin des Pforzheimer Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen erzählte weniger von ihrem Aufgabengebiet als derzeitige Direktorin des Bereichs „International Procurement Services / Business Management & Governance“. Vielmehr berichtete die Anfang 40-Jährige ganz offen über ihre Stellung in einer männerdominierten Branche von Partnerschaft und Familienalltag. Solche „role models“ ermutigen die Studentinnen in dem von Honorarprofessorin Barbara Burkhardt-Reich organisierten Seminar nach eigener Aussage dazu, den Wunsch nach Karriere und Familie nicht bereits im Vorfeld als unvereinbar abzutun.