Ethikum -keine leere Phrase: verantwortliches Management 

13.01.2010 

„Bankenkrise und Vertrauen“, „Führung von Mitarbeitergesprächen“ oder „Rechenschaftsberichte zur sozialen Verantwortung“ – die Themen, die beim Ethikum, einer Zusatzqualifikation für Studierende der Hochschule Pforzheim, im Vordergrund stehen, sind vielfältig. 15 Studierende wurden am Mittwoch, 13. Januar 2010, mit dem Ethikum ausgezeichnet. Das Zertifikat wird vom Referat für Technik- und Wirtschaftsethik (rtwe) in Karlsruhe in Zusammenarbeit mit den baden-württembergischen Hochschulen vergeben. Von den landesweit bisher 129 Zertifikaten wurden allein 54 an der Hochschule Pforzheim erworben.

 

„Pforzheim ist auf diesem Feld führend“, betonte Michael Wörz, Leiter des Ethikprogrammes an den Hochschulen, bei der Verleihung. Die zusätzliche Qualifizierung kann zurzeit an neun baden-württembergischen Hochschulen erlangt werden. Ethische Verantwortung in der Wirtschaft ist in aller Munde, doch was ist ethisch verantwortliches Handeln und wie können künftige Manager für das Thema sensibilisiert werden? Bei den Unternehmen errege das Ethikum Aufmerksamkeit, erklärte Professor Dr. Martin Erhardt, Rektor der Hochschule Pforzheim. Fachkräfte mit einer solchen zusätzlichen Qualifikation würden in vielen Bereichen der Wirtschaft gesucht. Die Hochschule Pforzheim bietet den Studierenden seit 2004 die Möglichkeit, das Ethikum als zusätzliche Qualifikation zu erwerben. Basis des Zertifikates sind mindestens drei benotete Arbeiten und eine intensive 200stündige Beschäftigung mit Fragen aus dem Umfeld Nachhaltigkeit, Wirtschafts- und Unternehmensethik.

 

Das gut ausgebaute Angebot wird von den Pforzheimer Studierenden nicht erst seit der Finanzkrise und der damit verbundenen Diskussion angenommen. Mit insgesamt 54 Zertifikaten in sechs Jahren nimmt Pforzheim im Vergleich zu den anderen Landeshochschulen auf diesem Feld eine deutliche Spitzenstellung ein. Die Studierenden nutzten die Möglichkeit einer eigenen Schwerpunktbildung und engagierten sich zum Teil deutlich über das geforderte Maß hinaus. Die Themen reichen dabei von „Carbon-Footprints“, „Green Marketing“ oder „Verkehrspolitik und nachhaltige Mobilität“ über „UNICEF: Kinder in der Finanzkrise“ bis zum „Change Management“. Klare Grundlagen liefern die Veranstaltung zur „Wirtschafts- und Unternehmensethik“ sowie das Modul „Soziale und Interkulturelle Kompetenz“. „Wir sind aber keine Klosterschule“, erklärte Wörz das Konzept des Ethikums. Gerne reagieren die Hochschulen auf Anfragen von Unternehmen, greifen ethische Fragen aus der Wirtschaft auf oder konzipieren Seminare in Kooperation mit Partnern. „Viele Studierende lässt das Thema nicht mehr los“, kommentierte Professor Dr. Jürgen Volkert. Der Ethikbeauftragte der Hochschule Pforzheim verweist auf Studierende, die Themen aus dem Bereich Social Responibility und Nachhaltigkeit in ihren Abschlussarbeit aufgreifen.

 

An der Hochschule Pforzheim werden wirtschafts- sowie unternehmensethische Fragen ein hoher Stellenwert eingeräumt. Die Hochschule verpflichtete sich als eine der ersten weltweit zur Einhaltung der von der UN initiierten „Principles for Responsible Management Education“ (PRME)