Fotowettbewerb an der Hochschule 

Der internationale Blick auf Deutschland 

Was ist typisch deutsch? Dieser Frage stellten sich 28 internationale Studierende aus 13 Nationen an der Hochschule Pforzheim. Das Akademische Auslandsamt der Hochschule hatte die „Internationals“ in einem Fotowettbewerb aufgerufen, ihre Sicht auf das Gastland fotografisch zu dokumentieren. Die besten Arbeiten wurden am Dienstag, 17. Januar 2012, vom  Rektor der Hochschule, Professor Dr. Martin Erhardt, in einer Feierstunde mit Geldpreisen des Deutschen Akademischen Austauschdienstes ausgezeichnet.

Ist das Einsammeln der Pfandflaschen typisch deutsch? Für die französischen Studentin Jennifer Paris war der Umgang mit dem deutschen Pfandsystem eine große Überraschung. Der sozialen Komponente, die diesem System inne wohnt, begegnete die Studentin in vielen Städten. Mit ihrem Bild des Obdachlosen „King of bottles“ aus Berlin erreichte sie den dritten Platz des Fotowettbewerbs. Der sorglose Verbrauch des Wassers verblüffte dagegen den indonesischen Studenten Yohanes Edo Alexander. Für ihn ist sauberes Trinkwasser ein Luxusgut. Diesen Kontrast hielt der Gewinner des Wettbewerbs in zwei Bildern fest.

Deutschland sei ein Synonym für schnelle, begehrte Autos, so Adityah Rachmann. Mit Fahrrädern als beliebtes Transportmittel- und Sportgerät hatte der Indonesier dagegen nicht gerechnet. Selbst in Naturschutzgebieten seien Radsportler anzutreffen, so dass hier – mitten in der Natur – Verbotsschilder aufgestellt werden müssten. Seine Illustration dieses Verbots wurde von der Jury auf den zweiten Platz gesetzt. Durch den im Oktober 2011 ausgeschriebenen Fotowettbewerb wurde das Augenmerk der internationalen Studierenden auf die Besonderheiten, die Kuriositäten oder auch auf das für normal gehaltene Verhalten gelenkt. Biertrinken im Park, bayrische Tracht in der Fußgängerzone oder der Spaziergang mit dem Hund – die Fotos, die bis Mitte November eingereicht wurden, und deren Beschreibungen dokumentieren, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen sein können.

Zurzeit sind an der Hochschule Pforzheim 600 internationale Studierende eingeschrieben. „Es ist ein gegenseitiges Lernen und Kennenlernen“, erklärte Martin Erhardt. Interkulturelle Kommunikation nehme nicht nur in der Berufswelt einen immer größeren Stellenwert ein, so der Rektor.

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