Erfolgreiches Umweltforum an der Hochschule 

16.10.08 

Erfolgreiches Umweltforum an der Hochschule

Teilnehmer kreisten im Raumschiff Themen des Umweltschutzes ein

Klimaschutz und Energieeffizienz haben bei steigenden Rohstoffpreisen existenzielle Bedeutung. In der Begrüßung zum Umweltforum rief Professor Martin Erhardt, Rektor der Hochschule Pforzheim, zur lebensnotwendigen Einsicht auf, Ressourcen zu schonen. Über 450 Teilnehmer waren der Einladung des baden-württembergischen Umweltministeriums und der Hochschule Pforzheim zum Umweltforum am 15. Oktober 2008 gefolgt. Mit dem Thema „Energieeffizienz als Chance für die Wirtschaft“ gab Umweltministerin Tanja Gönner die Richtung des Forums vor. Sie betonte, wie wichtig der effiziente und sparsame Umgang mit Energie und Materialien sei. Allein für die Leerlaufverluste und den Stand-by-Betrieb von Geräten in den Haushalten und Büros wird in Deutschland Energie im Wert von 3,5 Milliarden Euro pro Jahr verschwendet. Keine Frage, Effizienz rechnet sich auch wirtschaftlich.

Unternehmer aus der Region und Studierende, die künftigen Fachkräfte der Wirtschaft, widmeten sich mit Referaten und in Workshops den Themen Ressourceneinsparungen, lokalem Handeln bei globalen Klimaauswirkungen sowie dem aktuellen Bereich Moral und Geldverdienen. Leitfaden der Veranstaltungen: Sinnvoller Umweltschutz läuft wirtschaftlichen Interessen nicht entgegen. Ökologisches Handeln zahlt sich vielfach ökonomisch aus.

Der Blick von Außen öffnet neue Perspektiven! Professor Ernst Messerschmid, Astronaut und Mitglied des Innovationsrates Baden-Württemberg skizzierte mit „dem Blick von oben“ moderne Techniken der Raumfahrt, die mittelfristig die Ressourcen der Erde schonen und im Umweltschutz zum Einsatz kommen. Messerschmid mahnte deutlich, „die Erde ist heute überstrapaziert“.

Diese Nachricht ist auch in der Wirtschaft angekommen, wie der Präsident der IHK Nordschwarzwald, Burkhard Thost, und Werner Reif von der Geschäftsleitung der IHK Südlicher Oberrhein bestätigten. Sie stellten Projekten zur Energie- und Ressourceneffizienz vor, die von den Industrie- und Handelskammern, teilweise mit Förderung des Umweltministeriums und teilweise mit fachlicher Unterstützung der Hochschule Pforzheim, erfolgreich durchgeführt werden. Werner Reif sprach davon, dass das Geld oft genug auf dem Betriebshof läge, man müsse diese Potenziale aber heben.

Hochkarätige Referenten aus Wirtschaft und Lehre stellten verschiedene Beispiele und Theorien zur Diskussion. Die Zielsetzung des Forums: Handlungsoptionen aufzeigen, Lösungsmöglichkeiten dokumentieren und Wege zu Optimierungen skizzieren. Die Referenten stießen nicht auf taube Ohren. Lebhafte Nachfragen und Diskussionen zeigten, dass die künftigen Führungskräfte der Wirtschaft, an der umweltschonenden Gestaltung der Wirtschaft großes Interesse haben. So stellte ein Vertreter der Daimler AG dar, dass Energie- und Ressourceneffizienz dort schon seit langer Zeit erfolgreich verfolgt wird – zum Nutzen der Umwelt und des Unternehmens.

Rüdiger Gollücke, Geschäftsführer der Handeslfirma mynetfair, ging der Frage nach, wie der Klimaschutz beispielsweise beim Konsum von alltäglichen Gütern schneller umgesetzt werden kann. Ständen bestimmte Schlüsselpersonen im Einkauf und Marketing großer Handelsfirmen dem Klimaschutz aufgeschlossen gegenüber, könnte der Handel eine treibende Kraft auf diesem Feld werden. Als Beispiel nannte Göllücke die Einführung eines CO2-Cents für alltägliche Produkte. Diese nicht geringe Summe könnte für sinnvolle Klimaschutzprojekte eingesetzt werden. Gollücke plädierte allerdings für pragmatische und kundennahe Lösungen. Von Carbon Footprints, die die Klimawirksamkeit von einzelnen Produkten beziffern, hält Rüdiger Gollücke nicht viel.

Nicht nur auf die Technik, auch auf den Menschen kommt es an! Mehr öffentliche Beachtung für das Thema Ressourceneffizienz forderte deshalb Professor Mario Schmidt, es bedarf einer Modewelle für mehr effizientes Verhalten, die er als „Efficiency Awareness“ bezeichnete. Neben intelligenter Technik müsse dabei der Mensch im Mittelpunkt stehen, denn schließlich soll er die Produkte und die Maschinen sinnvoll einsetzen. Gerade hier liegen aber viele Defizite im betrieblichen Alltag – und interessante Einsparpotenziale für die Unternehmen.

Schließlich wurde auch die grundsätzliche Frage behandelt, die SWR-Moderator Matthias Holtmann aufgeworfen hat: Ist Moral und Geldverdienen überhaupt vereinbar? „Auf jeden Fall!“, fasste die BWL-Studentin Lena Junghans die Diskussion zusammen, und versuchte der derzeitigen Finanzkrise auch etwas Positives abzugewinnen: Sie zeige auf, was eigentlich wichtig ist und dass die Wirtschaft letztendlich den Menschen und der Umwelt dienen müsse.

 

 

 

 

Zogen an einem Strang für den Umweltschutz: Professor Ernst Messerschmidt, Astronaut und Vorstandsmitglied des baden-württembergischen Innovationsrates, Tanja Gönner, baden-württembergische Umweltministerin und Professor Martin Erhardt, Rektor der Hochschule Pforzheim.

 

 

Kontakt:
Sabine Laartz
Hochschule Pforzheim
Leiterin der Pressestelle
Tel.: (0 72 31) 28 - 60 05
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