Bundesforschungsgelder für Pforzheim
28. März 2008
Pressemitteilung
Dreimal Bundesforschungsgelder für die Pforzheimer
Anträge von Professoren der Hochschule Pforzheim gehören zu den Besten
Einen Dreifacherfolg für die Forschung kann die Hochschule Pforzheim für sich verbuchen. Bei der diesjährigen Förderrunde des Bundesforschungsministeriums für die Fachhochschulen in Deutschland haben drei Projekte des Instituts für Angewandte Forschung (IAF) bei der Begutachtung so gut abgeschnitten, dass sie ab Sommer 2008 gefördert werden – jeweils mit etwa 260.000 Euro. Der erste Bewilligungsbescheid ist bereits eingetroffen.
In dem frisch bewilligten Forschungsprojekt „SECURITAS: Sicherheitsmanagement in Kommunikationsnetzen“ von Professor Dr.-Ing. Frank Niemann geht es um ausgewählte Sicherheitsfragen in Kommunikationsnetzen und um die Entwicklung von neuen anwendungsorientierten Konzepten des Sicherheitsmanagements für Netzdienste speziell für kleine und mittlere Unternehmen. Denn die Abhängigkeit unserer Gesellschaft von modernen, funktionsfähigen Informations- und Kommunikationstechnologien nimmt beständig zu. Gleichzeitig steigen damit die Anforderungen an Sicherheit und Zuverlässigkeit dieser Technologien – Störungen sind mittlerweile mit erheblichen betriebs- (und volks-)wirtschaftlichen Schäden verbunden.
Ziel des Vorhabens ist die Untersuchung von Angriffsszenarien und die Entwicklung von Schutzmechanismen für den Sprachdienst Voice over IP (VoIP) und den Datendienst E-Mail unter besonderer Berücksichtigung der Spam-Problematik. Spam wird als Bedrohung auch für den Sprachdienst auf Basis von VoIP immer mehr zunehmen. Deshalb sollen Ansätze zur Bekämpfung von Spam over Internet Telephony (SPIT, Call Spam) erforscht werden. Projektpartner sind die Drachenfels GmbH aus Pforzheim, das Rechenzentrum der Hochschule und das Institut für Kommunikationstechnik der Universität Hannover.
Was kann die Ökobilanzierung aus der betriebswirtschaftlichen Kostenrechnung lernen? Dieser Frage geht das Projekt „Dynamic Life Cycle Assessment (DyLiC)“ von Professor Mario Schmidt nach, und es versucht die Weiterentwicklung einer Methode, die in der Praxis immer wichtiger wird. Im Zeichen des Klimaschutzes wollen viele Verbraucher und Hersteller wissen, wie die Ökobilanz oder CO2-Bilanz ihrer Produkte aussieht. Doch was auf den ersten Blick einfach erscheint, birgt einige methodische Fallstricke in sich, und so kommt es schnell zu Fehlurteilen bei den Produktbilanzen. Die langjährigen Bilanzierungserfahrungen aus der BWL helfen da bei einigen aktuellen Fragestellungen weiter. In dem Projekt wird mit vielen Fachleuten von anderen Universitäten und Forschungsinstituten, darunter auch das Forschungszentrum Karlsruhe, zusammengearbeitet.
Sehr technisch geht es schließlich in dem Projekt „Eingebettete Fasersensoren unter spezieller Berücksichtigung von Vibrationseinflüssen“ von Professor Dr.-Ing. Friedemann Mohr zu. Ausgangspunkt ist die Wechselwirkung von optischen Fasern mit ihrer Umgebung, in erster Linie bei deren Einsatz für Sensorzwecke. So werden Fasern z.B. als Dehnungsmessstreifen eingesetzt oder sie werden in Materialien mit eingegossen, deren Volumendeformation erfasst werden soll. Beispiele sind etwa Materialien der Bauindustrie, wie Betonelemente, Brücken oder Dämme. Doch wie verändern sich die Eigenschaften der Sensoren bei Temperatur, mechanischen Spannungen oder Vibrationen? Die Bedeutung dieser Anwendungen wird deutlich, wenn man an mehrere aufsehenerregende Brückeneinstürze der letzten Zeit denkt.
Schmidt, gleichzeitig Institutsdirektor des IAF, zeigt sich zufrieden mit der Ausbeute der Anträge. Das Drittmittelvolumen ist, so Schmidt, ein wichtiger Indikator für die Güte der Forschung, da externe Fachleute über die Vergabe der Gelder entscheiden und eine große Konkurrenz besteht. In ein paar Bereichen der Hochschule Pforzheim haben sich in den letzten Jahren kleine, aber exzellente Forschungscluster gebildet, die die Innovationskraft der Hochschule stärken und deshalb weiter unterstützt werden sollten.
Professor Frank Niemann (links) und Professor Mario Schmidt (rechts) testen die VoIP-Hardphones aus, mit denen via Internet telefoniert werden kann. Dahinter: der designierte stellvertretende Institutsdirektor Professor Thomas Greiner (links) sowie Professor Friedemann Mohr (rechts).
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