Do. 25.03.10 PersonalForum, 18:00-20:00 Uhr, W4.2.04

Reizwort Bonus – Sinn und Unsinn der Variablen Vergütung

Das Wort „Bonus“, in dem ja etwas „Gutes“ steckt, ist mit Beginn der Wirtschaftskrise zum Reizwort geworden. Dabei sollen Boni einen Anreiz geben, Leistung zu zeigen. Der mit dieser Leistung verbundene Erfolg kann kurzfristiger Art sein. Und er kann einseitig auf finanziell rechenbare Gewinne ausgerichtet werden. Dieses kurzfristige Gewinnstreben war es, das die Kritiker Variabler Ver-gütungssysteme auf den Plan rief. Leistung kann jedoch auch ganz anders definiert werden, zum Beispiel durch Key Performance Indicators, die in einer Balanced Scorecard definiert sind und nicht nur Gewinnkriterien berücksichtigen.

Hans-Jürgen Krieg, Geschäftsführer der Strategie-Wirkstatt, geht bei seinem Vortrag auf Sinn und Unsinn einer Variablen Vergütung ein. Hierbei werden die aktuelle Gesetzgebung und Kritikpunkte aus der Wirtschaftsliteratur beleuchtet und Konsequenzen für  die „sinnvolle“ Gestaltung Variabler Vergütungssysteme abgeleitet. Insbesondere werden Forderungen aus dem „Beyond Budgeting Modell“ diskutiert und in Bezug zur bisherigen Praxis Variabler Vergütungssysteme gesetzt. Anhand von Praxisbeispielen werden die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten einer Variablen Vergütung aufgezeigt, um sinnvolle Ziele zu erreichen und ein nachhaltiges Wirtschaften zu unterstützen.

Fr. 23.04.10 Veranstaltung ist ausgefallen

Arbeitsrechtliche Aspekte im Kontext von großflächigen Restrukturierungs- prozessen - am Beispiel der Reorganisation der Wüstenrot Bausparkasse: Phasen, Instrumente und Lessons Learned

Bei Restrukturierungen sind Personaler und speziell die Experten für Arbeitsrechtler gefordert. Wenn nicht vorher, dann spätestens – dafür umso intensiver – hinterher.

Am Beispiel der Restrukturierung der Wüstenrot Bausparkasse AG zeigen Thomas Wildermuth, Personalberater im W&W Konzernpersonal, und Petra Grabs-Perlenfein, Inhaberin der Petra Perlenfein Karriereakademie, auf, in welchen Phasen eine große Veränderung erfolgen kann und welcher Beitrag vom HR-Bereich geleistet werden muss. Von der Startphase, wo es um die Klärung einer gemeinsamen Situationsdiagnose geht, über die Verhandlungen mit der Arbeitnehmervertretung, die kollektive Konfliktphase bis zur Umsetzung mit allerlei Hürden, Katerstimmungen und Erfolgsergebnisse. Der Beitrag des HR-Managements, notwendige Instrumente sowie Lessons Learned werden ebenso aufgezeigt wie Aspekte für Make or buy von Dienstleistungen. Der gesamt-heitliche Blick auf die personalwirtschaftlichen Handlungsfelder, insbesondere die arbeitsrechtlichen Aspekte, aber auch Felder wie Personalcontrolling und Personalentwicklung sollen die Betrachtung der Vielschichtigkeit und Interdisziplinarität beim Management solcher Veränderungen abrunden.

Fr. 07.05.10 PersonalForum, 15:00-18:00 Uhr, Z 2 (über der Bibliothek)

Recruitment Process Outsourcing (RPO) in der aktuellen Praxis

Basierend auf einer empirischen Untersuchung von Unternehmen im deutschsprachigen Raum stellt Prof. Dr. Stephan Fischer die aktuellen und zukünftigen Entwicklungen im Bereich RPO hinsichtlich inhaltlicher Trends zu den einzelnen Teilen des RPO sowie zu Marktentwicklung und Wettbewerbssituation in der untersuchten Region dar.

Die Studie untersucht, ob sich der in den letzten Jahren zu beobachtende Trend des Business Process Outsourcing (BPO) im HR Bereich bezogen auf Standardprozesse ausweitet und in stärkerem Maße auch das Feld der Rekrutierung von Mitarbeitern insbesondere auf dem externen Arbeitsmarkt erfasst. Dazu wird untersucht, ob es eine Tendenz zu RPO insbesondere in den Unternehmen gibt, die entweder bereits andere Dienstleistungen innerhalb und/oder außerhalb von HR outgesourct haben oder die in einem starken War for Talents stehen und sich mit internen Ressourcen nicht ausreichend positionieren konnten.

Bei den Untersuchungsergebnissen handelt es sich um eine Ersterhebung der Daten, die aktuell durchgeführt wird. So ist eine hohe Aktualität sowohl für den interessierten Praktiker als auch für den wissenschaftlichen Zuhörer gewährleistet.

Do. 17.06.10 PersonalForum, 18:00-20:00 Uhr, W2.3.15

 

 

Stand und Perspektiven der psychologischen Personalauswahl

Das Gebiet der Berufseignungsdiagnostik hat im deutschsprachigen Raum in den letzten drei Jahrzehnten wahrscheinlich kein Fachkollege mehr geprägt als Prof. Dr. Heinz Schuler, der seit 1982 an der Universität Hohenheim lehrt. Er zeichnet für zahlreiche Standardwerke wie das Lehrbuch der Organisationspsychologie oder das Lehrbuch der Personalpsychologie verantwortlich, ist aber auch Gründungsherausgeber der Zeitschriften „Arbeits- und Organisationspsychologie“ sowie „Personalpsychologie“.

Heinz Schuler hat sich in Theorie und Praxis einen Namen gemacht durch den trimodalen Ansatz der Eignungsdiagnostik, das von ihm entwickelte Multimodale Interview sowie die Untersuchungen zur sozialen Validität von Personalauswahlverfahren. Derzeit arbeitet er an der Neuauflage des Buches „Psychologische Personalauswahl“: ein guter Anlass, um in unserem PersonalForum einen aktuellen Überblick über den Stand der Berufseignungsdiagnostik zu geben, aber auch einen Ausblick zu wagen, wie die weitere Entwicklung aussehen könnte.